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Bundesstadt Bonn

50 Jahre Notarztdienst in Bonn

Am 15. Juli 1971 hat der Notarztdienst von Feuerwehr und Rettungsdienst in Bonn seinen Betrieb aufgenommen. Damals war es noch nicht die Regel, dass Mediziner*innen planmäßig direkt an die Notfallorte gebracht wurden und dort bereits lebensrettende ärztliche Maßnahmen einleiten konnten – ein Zustand, der heute nicht mehr denkbar erscheint.

Der erste Einsatz führte das Notfallteam zu einem schweren Baustellenunfall, bei dem sechs Personen von einem einstürzenden Gerüst gefallen waren. Der Notarzt konnte wichtige medizinische Hilfe leisten, bevor die Betroffenen in Krankenhäuser transportiert wurden.

Die Fahrer*innen des Notarztteams wurden wie auch heute noch üblich ausschließlich von der Berufsfeuerwehr gestellt, ausgerückt wurde damals mit einem VW-Variant. Dabei hat sich die Verbindung aus feuerwehrtechnischer Ausbildung mit entsprechender Einsatzerfahrung und umfänglicher rettungsdienstlicher Qualifikation, heutzutage als Notfallsanitäter*in, im Einsatz vielfach bewährt.

Einsätze nach dem „Rendezvous-System“

Die Entwicklungen der vergangenen 50 Jahre haben natürlich auch vor dem Notarztdienst nicht haltgemacht, manche Dinge sind aber bis heute geblieben: So wurde bereits 1971 entschieden, das sogenannte „Rendezvous-System“ anzuwenden. Das bedeutet, dass Notarzt und Rettungswagen getrennt zum Einsatzort fahren, um sich dort zu treffen und Hilfe zu leisten. Der Vorteil liegt darin, dass die Notfallmediziner*innen nach der Versorgung der Menschen schnell für weitere Einsätze bereitstehen.

Die Fahrzeuge sind heute mit umfangreichem medizinischen Material und Medikamenten für die Erstversorgung von schwerverletzten oder schwererkrankten Patient*innen ausgestattet. Aktuell sind zwei Notarzteinsatzfahrzeuge (NEF) täglich rund um die Uhr und ein weiteres Fahrzeug montags bis freitags tagsüber im Einsatz. Hinzu kommen bis zu drei Notärzt*innen, die Transporte kritisch kranker Patienten*innen zwischen einzelnen Krankenhäusern begleiten, aber auch für weitere Notfalleinsätze zur Verfügung stehen.

Pro Jahr 10.000 über Einsätze

Dr. Ulrich Heister, Leiter des Zentrums für Rettungs- und Notfallmedizin am Universitätsklinikum Bonn (UKB) und ärztlicher Leiter des Notarzt- und Rettungsdienstes: „Die Bundesstadt Bonn verfügt über einen gut aufgestellten und modernen Rettungsdienst, der auch immer neuen medizinischen und gesundheitspolitischen Herausforderungen gewachsenen ist. Mittlerweile absolvieren unsere Notärzt*innen in Bonn über 10.000 Einsätze jährlich – von der Geburt bis zur Behandlung hochbetagter Patient*innen. Die Herausforderungen im Einsatz sind sehr vielfältig und erfordern eine fundierte ärztliche Ausbildung. Daher sind wir froh, in den eingebundenen Krankenhäusern zuverlässige und leistungsstarke Partner zu haben.“

Seit 50 Jahren sind zwei Bonner Krankenhäuser am Notarztdienst beteiligt: Die Mehrzahl der Notärzt*innen wird aus der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin des Universitätsklinikums Bonn gestellt. Daneben beteiligt sich das zur Johanniter GmbH gehörende Waldkrankenhaus mit weiteren Ärzte*innen. Sie leisten ihren Dienst auf den Feuer- und Rettungswachen 1 in Tannenbusch und 3 in Bad Godesberg.

Dr. Andreas Viehöfer, Leiter des Notfallzentrums am Johanniter Waldkrankenhaus und stellvertretender Leiter im Rettungsdienst, betont: „Wir freuen uns, dass die Ärzt*innen aus dem Johanniter Waldkrankenhaus seit Jahren verlässliche Partner*innen für den Rettungsdienst der Feuerwehr Bonn sind und werden dies auch weiterhin sein.“

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