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Bundesstadt Bonn

Mountainbiken

In den Bonner Wäldern sind immer mehr Menschen mit dem Mountainbike unterwegs – oftmals fahren sie jedoch abseits der öffentlichen Wege und bauen eigene Trails, was negative Auswirkungen auf Tiere und Pflanzen hat. Es handelt sich dabei um Ordnungswidrigkeiten, die mit Bußgeldern bestraft werden.

Unerlaubte Trails stellen ein zunehmendes Problem dar. Betroffen sind vor allem das Naturschutzgebiet Ennert und die Landschaftsschutzgebiete im Kottenforst. Mountainbikerinnen und Mountainbiker legen Steilkurven an und bauen mithilfe von Steinen, Bäumen und Erde unter anderem Rampen und Schanzen. Das wirkt sich negativ auf die Natur und ihre Funktion für das Klima sowie auf den Lebensraum der Wildtiere aus.

Die Stadt Bonn bittet daher um gegenseitige Rücksichtnahme und richtet den dringenden Appell an Mountainbikerinnen und Mountainbiker, ausschließlich die vorgesehenen, öffentlichen Wege in den Wäldern zu benutzen.

Eine Alternative bietet etwa der Dirtbikepark des „Radsportclubs Sturmvogel Bonn“ in Dottendorf, der allerdings nur im Rahmen einer Mitgliedschaft genutzt werden darf.

Um die Wälder zu entlasten und illegale Wege zu reduzieren, hat die Stadt Bonn eine Machbarkeitsstudie für eine mögliche Mountainbike-Strecke am Venusberg beauftragt. Diese soll den sportlichen Ansprüchen der Fahrerinnen und Fahrer genügen und ihrem Wunsch nach Abwechslung und Herausforderung nachkommen. Im Rahmen der Studie wird geprüft, ob und unter welchen Bedingungen eine legale Strecke für Mountainbikes gebaut werden kann. 

Warum schadet es der Natur, wenn Mountainbikerinnen und Mountainbiker „querfeldein“ fahren?

Der Waldboden verdichtet sich im Bereich der häufig genutzten Trails stark, so dass Regenwasser dort nicht mehr aufgenommen werden kann und oberflächlich abfließt. Somit können die Bäume das Wasser nicht verwerten, was mit Blick auf immer häufiger auftretende Trockenphasen problematisch ist.

Zudem können Wurzelschäden dazu führen, dass Bäume wichtige Nährstoffe nicht mehr aufnehmen und dadurch absterben können. Beim Anlegen von Tracks werden häufig Äste und kleinere Bäume beseitigt, um den Weg nutzen zu können. Wenn Äste entfernt werden, kann das aber zu dauerhaften Schäden an den Bäumen führen. Insbesondere Naturverjüngungen – die nächste Generation der Bäume – sind hier die Verlierer.

Tiere wie die Wildkatze benötigen ruhige Schutzzonen.

Hinzu kommt, dass Wildtiere gestört werden: Manche sind so scheu, dass sie die häufig genutzten Trails nicht mehr passieren, wodurch ihr Lebensraum kleiner wird. Die meisten Tiere sind nacht- und dämmerungsaktiv und brauchen vor allem tagsüber ruhige Schutzzonen. Die Wildkatze beispielsweise ist eine besonders geschützte und störempfindliche Tierart in den Bonner Wäldern, die zusammenhängende und ungestörte Waldbereiche braucht. Gebiete wie etwa der Kottenforst und der Ennert als Teil des Siebengebirges stehen aufgrund ihrer Besonderheiten sogar unter Europäischem Schutz als Teil des Schutzgebiets-Netzwerkes „Natura-2000“.

Swing Cards sollen sensibilisieren.

Was unternimmt die Stadt gegen das Fahren abseits der Wege und den Bau von Trails?

Die Stadtförsterei baut die illegalen Trails regelmäßig zurück, eine dauerhafte Lösung ist dies allerdings nicht. In Zusammenarbeit mit dem Amt für Umwelt und Stadtgrün, dem Stadtordnungsdienst und dem Regionalforstamt Wald und Holz gibt es Aktionstage mit Kontrollen - dabei werden Flyer verteilt, um Aufklärungsarbeit zu leisten und die Menschen für das Thema zu sensibilisieren. Mountainbiker, die auf illegalen Trails unterwegs sind, erhalten ein Bußgeld in Höhe von 55 Euro.

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