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Bundesstadt Bonn

Friedhof Beuel Platanenweg

Auf einer ehemaligen Kiesgrube entstand 1907 der Friedhof Beuel Platanenweg, weil der Friedhof an der Combahnstraße zu klein wurde. Der Friedhof Beuel Platanenweg ist durch eine öffentliche Straße in einen größeren und einen kleineren Bereich geteilt. Die hohen Bäume lockern die Grabfelder auf und verleihen dem Areal einen waldartigen Charakter. Auf dem neuen Teil befindet sich die Friedhofskapelle aus dem Jahr 1971.

Friedhof Beuel Platanenweg
Größe: 5,85 ha
Denkmalschutz: Der Friedhof steht nicht unter Denkmalschutz

 

Auf dem Friedhof steht ein transloziertes Kriegerehrenmal, das von Professor Karl Menser 1926 geschaffen wurde. Bis 1960 hatte es seinen Platz im Rathausgarten. Die sehr auffälligen und zahlreichen Sinti- und Roma-Gräber im südöstlichen Teil des Friedhofes weisen eindeutig auf eine andere Bestattungskultur hin. Beerdigungen finden hier seit Ende der 1960er Jahre statt. Die Gräber sind aufwendig gestaltet, was sowohl die Architektur als auch die Bildwerke angeht. Besonders hervorzuheben ist das Grabmal des Sinti- und Roma-Königs Ferko Czori. Seine Grabstätte aus indischem Granit spiegelt die gesellschaftliche Stellung des Königs wider. Eine Krone ruht auf einem Podest unter einem Dachaufbau. An der Seite steht ein Heiligenhäuschen mit einer Madonna. Davor befindet sich eine Andachtsbank mit einem Tisch und einem Sitzplatz, auch für den Toten. Es heißt, die Seele kommt nachts aus dem Grab. Dafür stellen die Angehörigen dann etwas zu essen hin. Es gibt außerdem eine mannsgroße Skulptur des Verstorbenen. Die Grabstätte ist mit Pflanzen begrünt, die Ferko Czori in seinem Leben besonders gern gehabt hat.

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Bildnachweise

  • Claudia Feldhaus
  • Claudia Feldhaus
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