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Bundesstadt Bonn

Zeitfenster

Fotos, Grafiken, Urkunden, Akten, Briefe oder historische Bücher: Im Depot von Stadtarchiv und Stadthistorischer Bibliothek lagert so manche Rarität. Die Reihe „Zeitfenster“ gewährt jeden Monat einen Blick in die Vergangenheit Bonns.

November 2022: Weihnachtsmarkt in Bonn

Weihnachtsmarkt auf dem Münsterplatz von oben zwischen 1985 und 1995 (Michael Sondermann, DB01_Y-88-04-01).

Im deutschsprachigen Raum reicht die Weihnachtsmarkttradition bis ins 14./15. Jahrhundert zurück. Der damals entstandene Nürnberger Christkindl- oder der Dresdener Striezelmarkt erfreuen sich heute noch an überregionaler Bekanntheit. Wann der erste Bonner Weihnachtsmarkt stattfand, ist nicht überliefert. Fest steht, dass die mittelalterlichen Märkte zur Weihnachtszeit wenig mit den Vergnügungsmärkten der Gegenwart gemeinsam haben. Damals deckte man sich dort mit den notwendigen Mitteln ein, um den Winter zu überstehen.

Im 17./18. Jahrhundert gewann das Weihnachtsfest insgesamt an Bedeutung und die Märkte wurden von Versorgungsmärkten zu bürgerlichen Familien- und Traditionstreffpunkten, sodass Speis- und Trank sowie Kinderspielzeug in den Mittelpunkt rückten. 

Das frühste bekannte Dokument zur Bonner Weihnachtsmarktgeschichte ist auf den 3. Dezember 1926 datiert. Es handelt sich dabei um einen Zeitzeugenbericht im Generalanzeiger. Dort wird der Nikolausmarkt „vor einem halben Jahrhundert“ beschrieben. Demnach wurden um 1876 an der Fontäne (gemeint ist der heutige Marktplatz) einige wenige Buden aufgestellt, die Spielwaren und Leckereien an die Kinder verkauften.

Nach dem zweiten Weltkrieg fand 1949 erstmals wieder ein Weihnachtsmarkt auf dem Münsterplatz statt. Daran erinnerte sich auch Peter Rieck am 4. Dezember 1982 im Generalanzeiger, Er betrieb dort das erste Fahrgeschäft: Ein handbetriebenes Kinderkarussell, das er für fünf Pfennige solange drehte, bis die Kinder zufrieden waren.

Ein aus heutiger Sicht ungewöhnliches Kinderkarussell und Zuckerwattenverkauf am 4. Dezember 1977 (Georg Munker, DC17_4168).

Den Weihnachtsmarkt auf dem Münsterplatz, wie wir ihn heute kennen, gibt es erst seit 1972. Über die Jahre hinweg wurden dort vor allem Tannenbäume verkauft. Erst auf Anregung des Schaustellerverbandes wurde im Stadtbezirksausschuss Bonn Anfang 1972 die Erweiterung zu einem Weihnachtsmarkt genehmigt. Allerdings bat CDU-Ausschussmitglied Wershoven darum, den Weihnachtsmarkt „in sinnvoller Weise zu begrenzen (Weihnachtsschmuck, Bäckereien)“.

Weihnachtsbaumverkauf auf dem Münsterplatz zwischen 1965 und 1975 (Georg Munker, DC17_4180)
Auszug aus einer Akte des Ordnungsamtes mit Übersicht der Verkaufs- und Imbissstände sowie Fahrgeschäfte (Zug. 1859/5

Der Bonner Weihnachtsmarkt wechselte in den letzten 150 Jahren nicht nur seinen Standort, sondern auch seine Funktion und sein Verkaufsangebot. Heute bietet er eine Verkaufsfläche für das Kunsthandwerk und Platz fürs Zusammensein in vorweihnachtlicher Stimmung. 

Verwendete Quellen:  

  • Zug. 1859/5: „Sonstige Märkte und Veranstaltungen“.
  • ZA 134/2271: „Trümmerlandschaft“ und ein Karussell. Der erste Weihnachtsmarkt nach dem Krieg – Peter Rieck war dabei.
  • ZA 61/61: Nikolaustag und Nikolausmarkt vor einem halben Jahrhundert.
  • Generalanzeiger vom 12. Dezember 1949.
  • Generalanzeiger vom 9. Dezember 1968.

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Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

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  • Francis Bacon Isabel Rawsthorne Standing in a Street In Soho, 1967. Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin
  • Stadtarchiv Bonn/Franz Fischer
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