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Bundesstadt Bonn

Zeitfenster

Fotos, Grafiken, Urkunden, Akten, Briefe oder historische Bücher: Im Depot von Stadtarchiv und Stadthistorischer Bibliothek lagert so manche Rarität. Die Reihe „Zeitfenster“ gewährt jeden Monat einen Blick in die Vergangenheit Bonns.

April 2020: Kommersbuch Aennchen Schumacher

Kommersbuch von Aennchen Schumacher

Aennchen Schumacher war eine bei Studenten beliebte Gastwirtin und wurde auch gerne „Lindenwirtin“ genannt. Sie sammelte für ihre eigene Liedersammlung Liedgut, das in einem Kommersbuch zusammengetragen wurde. Kommersbücher sind Liederbücher, die von Studentenverbindungen für Kneipen, eine traditionelle Studentenfeier, und Kommerse, eine offizielle Feier, genutzt wurden. Das Liedgut wurde ursprünglich nur mündlich oder handschriftlich weitergegeben.

Die älteste Sammlung von Liedern der Studentenverbindungen ist die „Niederrheinische Liederhandschrift“ von 1574, das erste gedruckte Liederbuch „Studentenlieder“ erschien 1781 in Halle und stammt von Christian Wilhelm Kindleben. Das heute bekannteste Kommersbuch, das „Allgemeine Deutsche Kommersbuch“, wurde 1858 zum 300-jährigen Bestehen der Universität Jena veröffentlicht. Die Brüder Moritz und Hermann Schauenburg gründeten einen Verlag und schrieben alle deutschen Universitäten an, um zu erfahren, welche Lieder die beliebtesten unter den Studenten waren. In der aktuellsten 166. Ausgabe von 2013 (Stand 17.03.2020) sind auf 780 Seiten 716 Lieder verzeichnet. Dabei werden die Lieder nicht als reine Texte wiedergegeben, sondern als Notenpartitur angezeigt.  

Titelbild des Kommersbuchs

Der Einband eines Kommersbuchs ist häufig mit Biernägeln versehen. Diese erhöhten Ziernägel sollen verhindern, dass das Buch mit verschüttetem Alkohol in Berührung kommt, wenn es flach auf dem Tisch liegt. Auch das Kommersbuch von Aennchen Schumacher hat solche Biernägel. Vorne auf dem Einband ist ein Bild der Godesburg zu sehen, das Titelbild zeigt eine Perspektive, welche die Godesburg und den Drachenfels zeigt, einen Baum, der die einzelnen Farben der regionalen Studentenverbindungen trägt und die Gaststätte von Aennchen Schumacher.

Auf 412 Seiten werden 465 Lieder wiedergegeben, alle mit Notenpartitur. Zwischen den Liedern befinden sich auf mehreren Seiten Bilder der Studentenverbindungen. Der Journalist, Schriftsteller und Politiker Josef Buchhorn beschreibt auf den ersten zwei Seiten seine Studentenzeit in Bonn. In Gedichtform preist er das Studentenleben an der Bonner Universität, den Rhein, Godesberg und natürlich Aennchen - „Freundin allen und Mutter und – Führerin vor allen durch das Labyrinth des jungen Suchens und Sehnens. In Rat und Tat…“ - sowie die Einheit aller Studentenverbindungen in der Gaststätte bei Aennchen.

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Bildnachweise

  • (c) Klaus Pawlak/Stadtarchiv Bonn
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