Inhalt anspringen

Bundesstadt Bonn

Zeitfenster

Fotos, Grafiken, Urkunden, Akten, Briefe oder historische Bücher: Im Depot von Stadtarchiv und Stadthistorischer Bibliothek lagert so manche Rarität. Die Reihe „Zeitfenster“ gewährt jeden Monat einen Blick in die Vergangenheit Bonns.

April 2021: Ostergruß 1906 aus dem Kurort (Bad) Godesberg am Rhein

Mit dem diesjährigen April-Zeitfenster wünschen Stadtarchiv und Stadthistorische Bibliothek allen Nutzerinnen und Nutzern ein frohes und vor allem gesundes Osterfest 2021!

Der hier gezeichnete Ostergruß entstand durch den Wismarer Maler und Lithografen Friedrich Bremer (1860 bis 1924), der sich 1906 als Patient in Dr. Franz Müllers „Sanatorium Schloß Rheinblick“ in Godesberg aufhielt. Ein Postkartenalbum mit 202 Zeichnungen des Künstlers hat sich im Stadtarchiv in der Sammlung „Aennchen Schumacher“ (SN 152) erhalten. Die überwiegend postkartengroßen Malereien und Zeichnungen zeigen überwiegend Wismarer- und Küstenmotive, darunter befinden sich aber auch einzelne Rhein- und Godesberger Ansichten.

Bremer betrieb in Wismar eine Druckerei und Lithografieanstalt und fertigte Postkarten mit überwiegend Wismarer Ansichten unter anderem des Wismarer Hafens. Nach seinem Sanatoriumsaufenthalt hatte der morphium- und alkoholkranke Maler weiterhin Beziehungen nach Bad Godesberg. So wohnte er 1908 sowie 1914 bis 1918 wiederum hier, und seine Schwester Ida Bremer, verwitwete Trendelburg, lebte später ebenfalls in Bad Godesberg.

Der Sammlungsbestand „Aennchen Schumacher“ umfasst hauptsächlich Fotografien und Postkarten, aber auch Briefe und Zeitungsartikel sowie Bücher mit Autorenwidmungen und dokumentiert das (studentische) Leben in Bonn und Bad Godesberg vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis in die Zeit vor, während und nach dem Ersten Weltkrieg. Die umfangreiche Sammlung hatte Aennchen Schumacher bereits 1930 der Stadt Bad Godesberg vermacht, die 1931 ein Aennchen-Museum einrichtete. Durch Kriegszerstörung wurde das Museum nach dem Zweiten Weltkrieg nicht wiederaufgebaut. 1971 gelangte die Sammlung ins Stadtarchiv.

Anna Sibylla Schumacher, genannt „Aennchen“ wurde am 22. Januar 1860 in Godesberg geboren. Nach dem frühen Tod Ihres Vaters Wilhelm Schumacher übernahm sie mit nur 18 Jahren zusammen mit ihrer Halbschwester Gertrud Rieck die Führung der Gaststätte „Lindenwirtschaft“. Wegen der günstigen Lage am Fuße der Godesburg, aber auch wegen der Lindenwirtin selbst war die Gaststätte eine sehr beliebte Studentenkneipe.

1925 wurde Aennchen Schumacher die Ehrenbürgerwürde der Stadt Bad Godesberg verliehen. Sie starb am 26. Februar 1935 und wurde unter großer Anteilnahme der Bevölkerung auf dem Burgfriedhof beerdigt.

Die biografischen Informationen zum Wismarer Maler und Lithografen Friedrich Bremer verdanken wir überwiegend dem Stadtgeschichtlichen Museum Wismar.

Merken & teilen

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • Stadt Bonn
  • Stadtarchiv Bonn
  • Stadtarchiv Bonn
  • Stadtarchiv Bonn
  • Stadtarchiv Bonn
  • Stadtarchiv

Wir verwenden auf der bonn.de ausschließlich technisch notwendige Cookies sowie zur statistischen Auswertung anonymisiert das Webanalysetool Matomo. Weitere Informationen und Hinweise zur Anpassung der Datenschutzeinstellungen finden Sie in der Datenschutzerklärung. Mehr erfahren ...