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Bundesstadt Bonn

Immobilienmakler, Darlehensvermittler, Bauträger, Baubetreuer, Wohnimmobilienverwalter

Überblick

Immobilienmakler, Darlehensvermittler, Bauträger, Baubetreuer und Wohnimmobilienverwalter benötigen zur Ausübung ihres Gewerbes eine Erlaubnis nach § 34c der Gewerbeordnung (GewO). Erst nach Erteilung dieser Gewerbeerlaubnis und der entsprechenden Gewerbeanmeldung (§ 14 GewO) bei der für die Betriebsstätte(n) zuständigen örtlichen Gewerbebehörde darf das Gewerbe ausgeübt werden.

Zuständigkeit
Die Zuständigkeit für die Erteilung der Gewerbeerlaubnis richtet sich nach dem Ort des Betriebssitzes. Der Wohnsitz ist hier nicht ausschlaggebend.
Sind mehrere Betriebssitze vorhanden, ist für die Erlaubniserteilung die Gewerbebehörde zuständig, in deren Zuständigkeitsbereich der Hauptsitz des Unternehmens liegt.

Antrag
Antragsberechtigt sind natürliche und juristische Personen (zum Beispiel GmbH, AG et cetera).
Gesellschaften ohne eigene Rechtspersönlichkeit (zum Beispiel GbR, OHG, KG einschließlich GmbH & Co. KG) erhalten selbst keine Gewerbeerlaubnis. In solchen Fällen benötigt jeder geschäftsführungsberechtigte Gesellschafter eine eigene Erlaubnis.
Das Antragsformular erhalten Sie bei der zuständigen Sachbearbeiterin beziehungsweise dem zuständigen Sachbearbeiter.

Die einzelnen Erlaubnispunkte
Erlaubnispflichtig sind Immobilienmakler-Tätigkeiten wie die

gewerbsmäßige Vermittlung oder der Nachweis der Gelegenheit zum Abschluss von Verträgen über

  • Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte
  • Wohnräume
  • gewerbliche Räume

aber auch

  • Darlehen (mit Ausnahme von Immobiliar-Verbraucherdarlehen gem. § 34i GewO) das heißt für Verbraucher-/ Konsumentenkredite (zum Beispiel für Autokauf, Wohnungseinrichtung et cetera)

darüber hinaus bestimmte Bauträgertätigkeiten wie die

Vorbereitung und Durchführung

  • von Bauvorhaben als Bauherrin oder Bauherr im eigenen Namen für eigene oder fremde Rechnung unter Verwendung von Vermögenswerten von Erwerberinnen und Erwerbern, Mieterinnen und Mietern, Pächterinnen und Pächtern oder sonstigen Nutzungsberechtigten oder von Bewerbern um Erwerbs- oder Nutzungsrechte

sowie die

wirtschaftliche Vorbereitung oder Durchführung

  • von Bauvorhaben als Baubetreuerin oder Baubetreuer im fremden Namen für fremde Rechnung

seit 01.08.2018 zudem die

  • Verwaltung von Wohnimmobilien (im Sinne des § 1 Abs. 2, 3, 5, und 6 des Wohnungseigentumsgesetzes - WoEigG oder im Sinne des § 549 des Bürgerlichen Gesetzbuchs – BGB).

Zu beachtende Vorschriften
Unter anderem

  • Gewerbeordnung (GewO)
  • Makler- und Bauträgerverordnung (MaBV)
  • Wohnungsvermittlungsgesetz (WoVermittG)
  • Wohnungseigentumsgesetz (WoEigG)
  • Preisangabenverordnung (PAngV)
  • Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)


Aktuelle Hinweise für Immobilenmakerinnen und Immobilienmakler und Wohnimmobilienverwalterinnen und Wohnimmobilienverwalter
Die gewerbliche Tätigkeit von Wohnimmobilienverwaltern war bisher erlaubnisfrei. Es war lediglich eine Gewerbeanmeldung erforderlich.
Ab 01.08.2018 benötigen Wohnimmobilienverwalter (darunter fallen auch Mietwohnungsverwalter) für die Ausübung ihrer Tätigkeit zuvor eine Gewerbeerlaubnis nach § 34c GewO. Die Verpflichtung zur Gewerbeanmeldung besteht aber weiterhin.
Neben den für die Erlaubniserteilung im Bereich des § 34c GewO benötigten Unterlagen für die gesetzlich vorgeschriebene gewerberechtliche Zuverlässigkeitsprüfung ist darüber hinaus eine bestehende Berufshaftpflichtversicherung nachzuweisen (siehe hierzu auch § 15 der Makler- und Bauträgerverordung – MaBV und § 34c Abs. 2 Nr. 3 GewO)

Übergangsregelung für bereits im Bereich der Wohnimmobilienverwaltung gewerblich tätige Gewerbetreibende (§ 161 GewO):
Gewerbetreibende, die vor dem 01.08.2018 Wohnimmobilien verwaltet haben und diese Tätigkeit nach dem 01.08.2018 weiterhin ausüben wollen, sind verpflichtet, bis zum 01.03.2019 eine Erlaubnis nach § 34c Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 zu beantragen.

Sowohl für Immobilienmakler als auch für Wohnimmobilienverwalter gibt es ab 01.08.2018 zudem folgende Neuerungen:
Der Bundesgesetzgeber hat darüber hinaus eine Verpflichtung zur Weiterbildung im § 34c Abs. 2a GewO festgeschrieben, die in § 15b MaBV und den Anlagen 1 bis 3 zu § 15b MaBV weiter konkretisiert wird.
Die Verpflichtung zur Weiterbildung gilt dabei nicht nur für den Gewerbetreibenden selbst, sondern auch für die unmittelbar bei der erlaubnispflichtigen Tätigkeit mitwirkenden beschäftigten Personen.

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