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Bundesstadt Bonn

Beethoven in Bewegung

Veranstaltungsinformationen

Datum & Uhrzeit

John Neumeier bringt mit dem Beethoven-Projekt ein abendfüllendes Ballett mit Musik von Ludwig van Beethoven auf die Bühne. Angeregt vor allem durch dessen Prometheus-Musiken taucht der Hamburger Chefchoreograf in den Klangkosmos des Großmeisters der Wiener Klassik ein.

Für sein BEETHOVEN-PROJEKT hat Ballettstar John Neumeier Ludwig van Beethovens Musik und Persönlichkeit ergründet und in assoziationsreiche
Choreografien übersetzt.

Der Tanz ist eine der intuitivsten Kunstformen überhaupt und vermag es, Musik kraftvoll und berührend in Bewegung zu übersetzen. Der Choreograf John Neumeier beherrscht diese Kunst meisterhaft und wird in seinen Balletten immer wieder aufs Neue zum packenden Geschichtenerzähler. Für sein Beethoven-Projekt hat sich der weltweit gefeierte Künstler intensiv mit der Musik und der Persönlichkeit Beethovens auseinandergesetzt und – inspiriert von seinen facettenreichen Werken – eine außergewöhnliche Mischung aus einem Handlungs- und einem sinfonischen Ballett entwickelt, die von seinem Hamburg Ballett eindringlich umgesetzt wird. Dabei war es Neumeiers Ziel, jene Emotionen, die die Musik bei ihm auslöst, in eine Choreografie zu übertragen. So sagt er: „Mein ursprüngliches, mein hauptsächliches Vorhaben bestand und besteht darin, zu seiner Musik zu tanzen – um so eine möglichst direkte choreografische Entsprechung zu Beethoven zu finden. Daher sollte das Ballett zuerst und vorrangig als sinfonisches Werk betrachtet werden – als Werk, in dem die Musik die auftretenden Figuren, Handlungen und Beziehungen bestimmt.“ Als musikalischen Rahmen hat Neumeier für den ersten Teil sehr unterschiedliche Werke von Beethoven ausgewählt, die gleichwohl alle durch Beethovens thematische Auseinandersetzung mit dem gleichen melodischen Material miteinander verbunden sind und die Neumeier für sein Ballett nun fragmentarisch aneinanderreiht. Am Beginn stehen die Eroica-Variationen Es-Dur op. 35, an die Ausschnitte aus dem zweiten Satz der Klaviersonate in D-Dur op. 10 Nr. 3 anschließen, gefolgt vom dritten Satz des Streichquartetts Nr. 15 a-Moll op. 132. Als Intermezzo ist Beethovens Komposition Die Geschöpfe des Prometheus op. 43 zu hören, bevor im zweiten Teil des Abends mit Beethovens Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 55 Eroica musikalisch der Bogen zum Anfang geschlagen wird. Eng an dieses farbenreiche Klangmosaik angelehnt, ergründet Neumeier in seinem Beethoven-Projekt tanzend die besondere Aura des Tonschöpfers. In einer virtuosen Mischung aus abstrakten und konkreten Passagen erschließt Neumeier dabei ebenso die brillante Architektur der Werke wie auch deren Gefühlstiefe und expressive Emotionalität. Neumeier selbst bezeichnet sein Beethoven-Projekt als „visuelle Tanz-Dichtung – der poetischen Dimension von Beethovens Musik entsprechend“. Beim Blick auf Beethovens reiches Werk und die zahlreichen Schilderungen seines Lebens reizte Neumeier dabei gerade das Widersprüchliche und Ambivalente. Diese Irritationen und Brüche hat er in skurril anmutende Tanzsequenzen übersetzt, die die Vielfalt an Stimmungen reizvoll ergänzen. Neben den dramatischen und existenziell berührenden Momenten spielt zudem auch der Humor eine große Rolle, den Neumeier als festen Bestandteil von Beethovens Musik erkannt hat. So bereichert mit dem Beethoven-Projekt ein faszinierend getanztes Porträt des Komponisten das Beethovenjahr, das intuitiv und eindringlich in den Bann zieht. 

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  • Heike Nickel
  • Heike Nickel