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Bundesstadt Bonn

Zweite Bonner City-Konferenz

Am 25. Oktober 2021 führte das Amt für Wirtschaftsförderung online die zweite Bonner City-Konferenz durch. Unter der Moderation von Professor Theo Kötter, Universität Bonn, wurde die Frage diskutiert, wie klimaresilient die Bonner Innenstadt sei und wie sie die Klimakrise bewältigen könne.

Oberbürgermeisterin Katja Dörner betonte in ihrer Eröffnungsrede, dass sich die Bonner Innenstadt in stadtklimatischer Hinsicht nicht wesentlich von anderen Innenstädten unterscheide: Weltweit seien die Städte, insbesondere ihre Stadtkerne, von der Klimakrise betroffen. Sie seien sogenannte Hitzeinseln, also mehrere Grade wärmer als ihr Umland. Und Überschwemmungen, Dürren, Hitzeperioden und Wirbelstürme würden gefühlt nicht nur weit weg irgendwo in der Dritten Welt stattfinden, sondern auch hier bei uns.

Victoria Appelbe, Wirtschaftsförderin der Stadt Bonn, konnte an Hand von automatisierten Passant*innenzählungen belegen, dass sommerliche Hitzeperioden und Starkregenereignisse zusätzliche Beeinträchtigungen für das Leben und Arbeiten in den Innenstädten bedeuten. In der Hitzeperiode Juli/August 2019 und während der Starkregentage Mitte Juli 2021 hatte sich die Anzahl der Passant*innen in der Bonner Innenstadt sehr deutlich reduziert. Auch in der Bonner City führen solche Ereignisse somit zu weniger Umsätzen in Handel und Gastronomie. Es besteht also Handlungsbedarf.

Die beiden anschließenden Vorträge richteten sich zum einen an die Eigentümer*innen von öffentlichen und privaten Gebäuden, zum anderen behandelten sie den (städtischen) öffentlichen Raum. Professorin Nicole Pfoser stellte in ihrem Vortrag die verschiedensten Arten von Fassaden- und Dachbegrünungen vor: „Es gibt für fast alle Fassaden und Dächer eine passende technische Lösung für eine Begrünungsmaßnahme“. Neben den technischen Details legte sie auf zwei Schwerpunkte besonderen Wert:

  • Begrünungsmaßnahmen reduzieren an Sommertagen die Temperatur der Fassaden um mehrere Grad, die begrünten Fassaden heizen sich weniger auf, strahlen weniger Wärme zurück, sorgen für Belüftung und Verdunstungskühle und filtern Feinstaub aus der Luft. Alle diese Maßnahmen führen zur einer Verbesserung der Aufenthaltsqualität in den Gebäuden und in der Stadt.
  • Auch bei monetärer Betrachtung von Kosten und Nutzen schneiden Begrünungsmaßnahmen positiv ab: Sie reduzieren gesundheitliche Probleme vor allem vulnerabler Bevölkerungsgruppen, Hitze- und Hagelschäden an Dächern und Fassaden, den sommerlichen Energieverbrauch durch den Verzicht von Klimaanlagen, Investitions- und laufende Wartungskosten für technische Infrastrukturen.

Beispiele und eine detailliertere Darstellung sind auch der themenbezogenen Publikation  „Grüne Architektur“ (Öffnet in einem neuen Tab) des Netzwerks Innenstadt NRW zu entnehmen.

Im Anschluss stellte der Leiter des Amtes für Umwelt und Stadtgrün der Stadt Bonn, David Baier, die Aktivitäten der Stadt Bonn in und um die Bonner Innenstadt dar. Im Rahmen des Projektes „Zukunftsorientierte Vulnerabilitäts- und Risikoanalysen als Instrument zur Förderung der Resilienz von Städten und urbanen Infrastrukturen“ (ZURES) waren von 2016 bis 2019 für Bonn Planungsgrundlagen zum Thema Stadtklima entwickelt worden, insbesondere Temperaturkarten, die die Hotspots in den Innenstadtbereichen zeigen. 

Für die künftige Planung soll in Bezug auf die Anpassung an den Klimawandel insbesondere berücksichtig werden:

  • Erhöhung des Grünflächenanteils
  • Reduzierung des Versiegelungsanteils und Erhöhung der Regenwasserversickerung
  • Beschattung z.B. durch Baumpflanzungen unter Verwendung von klimaresilienten Baumarten
  • Übergrünung z.B. von Tiefgaragenzufahrten

Der Masterplan Innere Stadt enthält die Projekte, die in den kommenden Jahren im öffentlichen Raum der Bonner City und ihrer näheren Umgebung umgesetzt werden sollen:

  • Rheinufer
  • Budapester Straße/Windeckstraße/Windeckbunker
  • Brüdergasse

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Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • Giacomo Zucca/Bundesstadt Bonn

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