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Bundesstadt Bonn

Entwicklung der Wirtschaftsbranchen

Die Wirtschaftszweiggliederung (WZ 2008) unterscheidet 21 Wirtschaftsabschnitte, die häufig zu Analysezwecken weiter zusammengefasst werden. So verfügt der Bereich der „Öffentlichen und privaten Dienstleistungen (ohne Öffentliche Verwaltung)“ mit 62.788 Personen in der Stadt Bonn über die meisten sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, das entspricht einem Anteil von 34,2 Prozent. Nicht enthalten sind die Mitarbeitenden in der Öffentlichen Verwaltung, die gesondert ausgewiesen sind: Mit 11,8 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist dieser Bereich in Bonn nach wie vor von hoher Relevanz und umfasst 21.684 Beschäftigte. Die freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen machen 11,6 Prozent aller Beschäftigten aus, das entspricht 21.281 Personen. Mit 19.771 Angestellten ist mehr als jeder Zehnte (10,8 Prozent) im Bereich Information und Kommunikation tätig. In der Summe können alleine diese vier Bereiche über zwei Drittel aller Beschäftigen (absolut 125.524) in Bonn auf sich vereinen.

Wissensorientierte Dienstleistungen bauen Beschäftigung auf

Zwischen 2020 und 2021 konnten die freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen mit plus 884 Beschäftigten (+4,3 Prozent) absolut deutlich wachsen. Einen noch größeren Beitrag zum Aufbau von Beschäftigung leisteten mit plus 1.660 Beschäftigten (+2,7 Prozent) die öffentlichen und privaten Dienstleister (ohne öffentliche Verwaltung).

Wie in den Vorjahren auch, ist hier vor allem das Gesundheits- und Sozialwesen mit deutlichen Beschäftigungsimpulsen hervorzuheben. Auch die Öffentliche Verwaltung legte mit 869 Beschäftigten (+4,2 Prozent) deutlich zu. Den absolut und prozentual größten Verlust musste die Branche des Gastgewerbes hinnehmen. Hier gingen insgesamt 672 sozialversicherungspflichte Angestellte beziehungsweise etwa jeder zehnte Beschäftigte (-10,4 Prozent) verloren. Eine negative Entwicklung, die sich bereits im Vorjahr zeigte. Deutliche Verluste von -3,5 Prozent sind ebenfalls beim Verarbeitenden Gewerbe (-303 Beschäftigte) beziehungsweise dem Handel mit -2,5 Prozent zu sehen (-374 Beschäftigte).

Beschäftigung in Bonn zwischen 20/21 deutlich gewachsen

Zusammenfassend ist anzumerken, dass die Entwicklungen in den einzelnen Branchen mit ihren jeweiligen Gewinnen und Verlusten zwischen 2020 und 2021 zu einem deutlichen Wachstum an Beschäftigung von plus 2,0 Prozent beziehungsweise absolut von plus 3.547 Beschäftigten in Bonn geführt haben. Im Land NRW ging die Entwicklung ebenfalls – mit etwas geringerer Dynamik – um 1,8 Prozent aufwärts. Insgesamt ist die Stadt Bonn damit wieder auf die dynamische „Vor-Corona-Entwicklung“ zurückgekehrt.

Die Strukturveränderungen der vergangenen Jahre zeigen, dass das Beschäftigtenwachstum in Bonn insbesondere durch den Dienstleistungssektor (DL) initiiert worden ist und hier die größten Wachstumsimpulse beziehungsweise neuen Arbeitsplätze zu sehen sind. Deshalb haben sich die Anteile des DL-Sektors an allen Beschäftigten in den vergangenen Jahren systematisch auf nun 92,8 Prozent vergrößert. Demgegenüber hat das Produzierende Gewerbe insgesamt an Bedeutung in der Wirtschaftsstruktur eingebüßt, allerdings weniger durch die absolute Veränderung der Beschäftigtenzahlen (diese schwanken zwischen 13.000 und 14.000 Beschäftigten), als vielmehr durch das starke dynamische Beschäftigtenwachstum in ausgewählten Branchen des Dienstleistungssektors.