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Bundesstadt Bonn

Existenzgründungen

Unternehmensgründungen sind von großer Bedeutung für die wirtschaftliche Dynamik und die Erneuerung der kommunalen Wissensbasis. Dabei ist zu unterscheiden zwischen gewerblichen und freiberuflichen Existenzgründungen.

Gewerbliche Gründungen – Saldo bleibt positiv

Die Zahl der Gewerbegründungen lag in Bonn im Jahr 2020 bei 2 080. Gegenüber dem Vorjahr haben die Gründungen in Bonn damit um -13,0% deutlich abgenommen, in NRW insgesamt fiel der Rückgang deutlich schwächer aus und lag bei -5,0%. Die Zahl der Gewerbeabmeldungen hat sich in Bonn im Jahr 2020 um -18,2% mit absolut 1 653 Abmeldungen stark verringert, während im Landesdurchschnitt die Abmeldungen mit -16,0% mit geringerer Dynamik rückläufig waren. Aufgrund verringerter Gewerbeanmeldungen und weniger –abmeldungen im Jahr 2020 ergab sich in Bonn ein deutlich positiver Saldo der Nettogründungen in Höhe von plus 427 (Vorjahr: +371). Ein größerer Wert wurde zuletzt im Jahr 2013 erzielt.

Freiberufliche Gründungen

Mit der Studie „Freiberufliche Existenzgründungen in Deutschland und seinen Regionen im Jahr 2014“ hat das Bonner Institut für Mittelstandsforschung (IfM) auf der Basis von Daten der Finanzverwaltung die Anzahl der Existenzgründungen in den Freien Berufen erstmals umfassend ermittelt. Das Gründungsgeschehen der Freien Berufe konzentriert sich vor allem auf die Großstädte, wobei die IfM-Forscher vermuten, dass diese dann besonders attraktiv für Gründungen der Freien Berufe sind, „…wenn die örtliche Nachfrage nach Dienstleistungen durch Regierungs-, beziehungsweise Verwaltungseinrichtungen, Unternehmenszentralen und/oder zahlreiche kulturelle Institutionen stimuliert wird. Zudem generieren ansässige Hochschulen sowie andere Bildungs- und Forschungseinrichtungen ein großes Arbeitskräftepotenzial für Freie Berufe mit tendenziell hoher Affinität zur Selbstständigkeit.“ 

Nach IfM-Daten wurden in der Bundesstadt Bonn im Jahr 2020 rund 585 Existenzgründungen in Freien Berufen registriert (Vorjahr: 740). Das entspricht Rang 20 aller etwa 400 deutschen kreisfreien Städte und Landkreise (Vorjahr: Rang 14). Bezogen auf die Raumordnungsregion Bonn, die sich aus der Stadt Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis zusammensetzt, liegt die Anzahl der Existenzgründungen im Jahr 2020 bei 1 201. Dieser Wert entspricht einer freiberuflichen Existenzgründungsintensität von 20,8 (Existenzgründungen pro 10 000 erwerbsfähigen Einwohner*innen). Im Vergleich zu allen 96 deutschen Raumordnungsregionen liegt die ROR Bonn damit auf Platz 6. Führend sind hier die ROR‘s Berlin (Existenzgründungsintensität von 50,0), Hamburg (32,6) und München (29,4).

„Die Beratung der Wirtschaftsförderung in der Gründungsphase hat mir auf dem Weg in die Selbstständigkeit viel Sicherheit gegeben und die Netzwerkkontakte waren sehr wertvoll.“ Brigitte Jacobs-Hombeuel, Unternehmensberaterin, Gute Leute Beratung

Weniger Insolvenzen

In Bonn stellten im Jahr 2020 insgesamt 42 Unternehmen einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens, 2019 waren es noch 71 Unternehmen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Insolvenzantragspflicht für zahlungsunfähige und überschuldete Unternehmen wegen der Corona-Pandemie bis 30.09.2020 vorübergehend ausgesetzt war; für überschuldete Unternehmen sogar bis Ende des Jahres 2020.

Selbstständigenquote weiter rückläufig

Die Selbstständigenquote erfasst den prozentualen Anteil der Selbstständigen an allen Erwerbstätigen am Arbeitsort. Die Zahl der Selbstständigen lag in Bonn – nach den derzeit aktuell vorliegenden Daten im Jahr 2019 bei 16 800 Personen (Vorjahr: 17 200); die der Erwerbstätigen bei 254 900. Dies entspricht einer gegenüber dem Vorjahr leicht gesunkenen Selbstständigenquote von 6,6% (Vorjahr: 6,8%) in Bonn. Dabei ist anzumerken, dass sich die Quote sowohl durch die absolut rückläufige Zahl der Selbstständigen verändert hat (-400) als auch durch die Veränderung der Bezugsgröße. So ist die Zahl der Erwerbstätigen zwischen 2018 und 2019 um 3 100 absolut angewachsen. Dabei geht das Wachstum vollständig auf Arbeitnehmer - gemäß der Definition des Statistischen Bundesamtes Arbeiter, Angestellte, Beamte, Soldaten und Auszubildende – zurück. Die Selbstständigenquote für NRW insgesamt liegt für 2019 bei 8,4%, sie ist im Vergleich zum Vorjahr damit – in gleicher Größenordnung wie in Bonn - um 0,2-Prozentpunkte rückläufig.

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