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Bundesstadt Bonn

Citymanagement und Einzelhandel

Attraktive Einkaufsstadt

Die Bonner Innenstadt ist das Oberzentrum der Region Bonn/Rhein-Sieg/Ahrweiler. Ihr Einzugsbereich reicht von Much bis Rheinbach und von Wesseling bis Remagen. Gleichzeitig ist sie planungsrechtlich im Sinne des Einzelhandels- und Zentrenkonzeptes das A-Zentrum der Stadt Bonn; die drei nachgelagerten B-Zentren sind Bad Godesberg, Beuel und Duisdorf. Alle vier Zentren zeichnen sich durch eine hohe Aufenthaltsqualität und ein vielfältiges Angebot in Gastronomie und Einzelhandel aus.

Hohe Kaufkraft und Beschäftigung

Die Bevölkerung in der Region Bonn/Rhein-Sieg verfügte nach Angaben von MB Research 2021 über eine allgemeine Kaufkraft von etwa 24,7 Mrd. Euro, davon entfielen auf Bonn 9,0 Mrd. Euro. Pro Kopf lag die allgemeine Kaufkraft der Bonner Bevölkerung bei 26 925 Euro und somit etwa 870 Euro höher als die Kaufkraft im Rhein-Sieg-Kreis mit 26 055 Euro. Der Kaufkraftindex der Stadt Bonn lag mit 110,1 Punkten (Rhein-Sieg-Kreis: 106,5) deutlich über dem Bundesdurchschnitt (= 100 Punkte). Am 30. Juni 2020 arbeiteten im Bonner Handel insgesamt 14 334 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies Rückgang von -0,8 oder 109 Beschäftigten.

Studie „Vitale Innenstädte 2020“

Gemeinsam mit dem Einzelhandelsverband Bonn Rhein-Sieg Euskirchen hatte das Amt für Wirtschaftsförderung das Institut für Handelsforschung beauftragt, im September/Oktober 2020 insgesamt 1 000 Passant*innen in der Bonner Innenstadt zu befragen. Die Befragung fand an zwölf Standorten vom 24.9. bis zum 17.10.2020 – also vor dem zweiten Lockdown – statt. Insgesamt hatten sich 107 Städte und Gemeinden unterschiedlicher Größe an der Studie beteiligt, davon elf weitere Städte in der gleichen Größenordnung wie Bonn zwischen 200 000 und 500 000 Einwohner*innen. Die befragten Personen gaben der Bonner Innenstadt die überdurchschnittliche Gesamtnote 2,2 (Durchschnitt in der Vergleichsgrößenklasse 2,6). Mehr als drei Viertel vergaben die Schulnoten 1 und 2. 

Lediglich in den Themenfeldern „Erlebniswert“ und „Aufenthaltsqualität, beispielsweise durch Sitzgelegenheiten, Ruhe- und Verweilzonen, Stadtbegrünung, Springbrunnen oder Sport- und Spielgeräte“ wurden von rund 60 Prozent der befragten Personen mehrheitlich Verbesserungen gewünscht. Beim Einzelhandelsangebot wurden gute bis sehr gute Noten vergeben, vornehmlich bei Textilien, Schuhen, Uhren/Schmuck und Unterhaltungselektronik. Wohnen, Büro und Sport/Hobby sowie Lebensmittel erhielten lediglich ein „befriedigend“. Offensichtliche Unterschiede ergaben sich in Bezug auf die Besuche unterhalb der Woche und an Wochenenden: Donnerstags kamen 54,2 Prozent von außerhalb der Stadt Bonn, Samstags nur 38,8 Prozent. 

Die Befragung bestätigte auch den seit vielen Jahren bestehenden Einzugsbereich der Bonner Innenstadt: Es handelt sich im Wesentlichen um die Gesamtstadt Bonn, den Rhein-Sieg-Kreis und den Kreis Ahrweiler. 87,8% der Befragten sehen die Bonner Innenstadt als „touristisches Ausflugsziel“. Deutlich überdurchschnittlich ist der Anteil weiblicher Besucherinnen: 59,3 aller Besucherinnen der Bonner Innenstadt sind weiblich, im Durchschnitt der Vergleichsstädte sind es zwar auch mehr Frauen als Männer, aber lediglich 55,5 Prozent. Mehr als 80 Prozent der befragten Personen waren im „kaufkräftigen“ Alter zwischen 21 und 65 Jahre. Der überwiegende Grund zum Besuch der Bonner Innenstadt ist das Einkaufen. Samstags ist der zweitwichtigste Anlass der Besuch der Gastronomie, donnerstags ist dieser „Behördengang, Arztbesuch, Arbeiten“. 

18 Prozent der befragten Personen besuchen die City täglich, 46,1 % mindestens einmal wöchentlich; die Bonner Innenstadt verfügt also über eine treue Stammkundschaft. Auf die Frage nach Veränderungen des Einkaufsverhaltens aufgrund des Onlinehandels antworteten 55,3% der befragten Personen „Ich kaufe zwar online ein, aber besuche diese Innenstadt zum Einkauf unverändert häufig“. Nur 13,9% der Personen gaben an, verstärkt online einzukaufen und daher die Innenstadt seltener zu besuchen. 

Das meistgenutzte Verkehrsmittel zum Besuch der Bonner Innenstadt war im Jahr 2020 mit 40,3 % der private PKW, gefolgt von Bussen und Bahnen mit 31,0 %. Die Fußgänger*innen mit 15,2 % und Radfahrer*innen mit 13,5 % folgten mit weitem Abstand. Offenbar hat sich das Verhältnis der Verkehrsträger auf Grund der Corona-Pandemie verändert: Im Jahr 2016 kamen noch 42,6 % der Besucher*innen mit Bussen und Bahnen, 27,5 % mit dem Auto und 16,1 % mit dem Fahrrad, 13,7 % gingen zu Fuß. Besonders erfreulich für die Bonner Innenstadt ist der sogenannte Net Promoter Score (NPC), der die Wahrscheinlichkeit ermittelt, dass die befragten Personen die Innenstadt an Freunde oder Bekannte weiterempfehlen. Die Vergleichsstädte lagen bei einem NPC von 22,2 %, die Bonner Innenstadt erzielte einen sensationellen NPC von 69,0 %!

Folgen der Corona-Pandemie

Die Corona-Pandemie hat mit ihren nach außen hin sichtbaren Erscheinungsbildern, wie Lockdowns, Zugangsbeschränkungen in Geschäften und Gastronomie, Maskenpflicht etc., erheblich zu einer Beschleunigung von Entwicklungen beigetragen, die bereits vorher zu beobachten waren:

  • Das Wachstum des Einzelhandelsumsatzes hat fast ausschließlich im Internet stattgefunden
  • Ehemalige Einzelhandelsflächen wurden anderen Nutzungen, vor allem der Gastronomie, zugeführt

Frequenzen der Passant*innen in der Bonner City

Seit Mai 2018 gibt es in der Bonner Innenstadt drei Frequenzmessanlagen (www.hystreet.com), die rund um die Uhr die sich bewegenden Menschen zählen. Das City-Management der Wirtschaftsförderung wertet diese im Internet frei verfügbaren Daten regelmäßig aus. Die Daten sind eine sehr gute Grundlage zur Beobachtung der Frequenzen sowohl im Tagesablauf als auch über einen längeren Zeitraum hinweg.

Die Abbildung zeigt die Entwicklung der Passant*innenzahlen aus den Jahren 2019 (grün), 2020 (violett) und 2021 (rot): Mit dem ersten Lockdown sanken die Passant*innenzahlen deutlich ab und haben sich bis heute nicht mehr ganz erholt.

Kein gravierender Zuwachs von Leerständen

Weder in der Bonner Innenstadt noch in den Stadtbezirkszentren Bad Godesberg, Beuel und Hardtberg wurde eine gravierende Zunahme von Ladenleerständen beobachtet. Entstandene Leerstände – ob auf Grund der Corona-Pandemie oder aus anderen Gründen – wurden und werden rasch wieder mit neuen Nutzungen belegt.

Herr Arnulf Marquardt-Kuron

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