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Bundesstadt Bonn

Seilbahn

Der Venusberg ist ein Bonner Viertel, das sich zu einem zukunftsträchtigen Arbeits- und Wohnstandort entwickelt hat. Die einzigen beiden Zufahrten für den Kraftverkehr stehen schon jetzt unter hoher Last, auch Parkplätze werden knapp. Abhilfe könnte eine Seilbahn schaffen.

Die beiden möglichen Trassenführungen "Nordtrasse" und "Südtrasse".

Aktueller Stand

Die Stadt Bonn prüft die Realisierung eines seilgeführten öffentlichen Verkehrsmittels, das eine Verbindung zwischen dem Venusberg mit der Wohnsiedlung, den Naherholungsflächen und den Kliniken mit dem im Tal liegenden Siedlungsbereichen mit seinen ÖPNV-Trassen herstellt. Diese mögliche Verbindung wurde erstmalig im Rahmen des Verkehrsentwicklungsplanes (VEP 2020) für einen Teilabschnitt angeregt und einer groben Untersuchung unterzogen. Die heutige verkehrliche Situation auf dem Venusberg sowie die geplanten Erweiterungsmaßnahmen des Universitätsklinikums führten zu weiteren Diskussionen einer Seilbahnverbindung zwischen dem Venusberg und dem zukünftigen SPNV-Haltepunkt im Bundesviertel. Weiterhin ergaben sich durch eine Verlängerung über den Rhein mit Anschluss an die dortigen Schienentrassen zusätzliche zu untersuchende verkehrliche Potentiale.

Im September 2015 hat der Hauptausschuss der Stadt Bonn daher beschlossen diese weiterführenden Planungsansätze im Rahmen einer Machbarkeitsstudie zu untersuchen. Die durchgeführte Machbarkeitsstudie hat die grundsätzliche technische Machbarkeit bestätigt. Begleitend zu der Machbarkeitsstudie wurde zusätzlich eine Bürgerbeteiligung auf der Plattform  Bonn-macht-mit durchgeführt. Deren Erkenntnisse werden in der Weiterentwicklung der Planung berücksichtigt.

Als Grundlage für anstehende Entscheidungen wird zurzeit, aufbauend auf den Ergebnissen der Machbarkeitsstudie und angepassten Rahmenbedingungen, eine Nutzen-Kosten-Untersuchung in Anlehnung an die Verfahrensanleitung zur Standardisierten Bewertung von Verkehrswegeinvestitionen im öffentlichen Personennahverkehr erstellt.

Die Nutzen-Kosten-Untersuchung dient dazu,

  • die gesamtwirtschaftliche Vorteilhaftigkeit des betreffenden Investitionsvorhabens und damit die Förderwürdigkeit durch öffentliche Zuwendungsgeber nachzuweisen und
  • dem Aufgabenträger bzw. Antragsteller die ihn betreffenden finanziellen Auswirkungen in Form einer Folgekostenrechnung aufzuzeigen.

Nur in Kenntnis der durch das Investitionsvorhaben gegebenenfalls verursachten zusätzlichen Haushaltsbelastungen können die zuständigen Aufgabenträger entscheiden, ob sie das der Nutzen-Kosten-Untersuchung zugrunde gelegte Bedienungsangebot langfristig finanzieren können.

Standardisierte Bewertung 

Die von einem darauf spezialisierten Büro im Auftrag der Stadt Bonn erarbeitete Nutzen-Kosten-Untersuchung liegt im Entwurf vor und kommt zu einem positiven Ergebnis für die Wirtschaftlichkeit der Seilbahn.

Um Landes-Fördermittel erhalten zu können, werden Nutzen-Kosten-Untersuchungen für Verkehrsprojekte nach der sog. „standardisierten Bewertung“ vorgenommen und darin verschiedene Annahmen zugrundegelegt. Dieser Standard hat den Vorteil, dass das Land Verkehrsprojekte im Hinblick auf ihre Wirtschaftlichkeit einheitlich beurteilen und priorisieren kann. Die standardisierte Bewertung ist allerdings auf die bekannten Verkehrsprojekte wie zum Beispiel den Neubau einer U-Bahn angelegt, nicht auf eine Seilbahn. Bislang gibt es in Deutschland noch keine standardisierte Bewertung für eine urbane Seilbahn in Abstimmung mit dem Fördergeber. Daher müssen angesichts technischer Besonderheiten des Seilbahnsystems bestimmte Annahmen getroffen und Parameter angesetzt werden, die dem Standard möglichst gerecht werden.

Die Stadtverwaltung befindet sich daher kontinuierlich in Abstimmung mit dem Zweckverband Nahverkehr Rheinland und dem Landesverkehrsministerium, um Annahmen zu verifizieren. Erst nach diesem Abstimmungsprozess mit den Fördergebern steht das verbindliche Ergebnis der volkswirtschaftlichen Nutzen-Kosten-Untersuchung fest. Die Verwaltung hat größtes Interesse daran, diesen Klärungsprozess schnellstmöglich abschließen zu können.

Information zur Machbarkeitsstudie

Eine Seilbahn zum Venusberg - und in Verlängerung über den Rhein nach Beuel - ist technisch machbar und führt grundsätzlich zu einer Verkehrsentlastung. Zu diesem Schluss kommt das Gutachter-Team bestehend aus den Unternehmen VSU GmbH, Intraplan Consult GmbH und Ingenieurbüro Sehnal.

Die Experten schlagen für eine Realisierung die so genannte Nordtrasse vor: Sie würde vom Uni-Klinikum auf dem Venusberg über den Hindenburgplatz zum neuen DB-Haltepunkt UN Campus verlaufen und - als Option - in Verlängerung mit einer Zwischenstation in der Rheinaue über den Rhein zum künftigen S-Bahn-Haltepunkt Beuel-Ramersdorf (Schießbergweg) führen.

Die Gutachter haben die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie im Auftrag der Stadt Bonn zusammen mit Vertretern der Stadtverwaltung beim dritten Bürgerdialog am 16. Mai den Bürgerinnen und Bürgern vorgestellt und erläutert. Die Machbarkeitsstudie wurde beim vierten Bürgerdialog am 22. Juni 2017 diskutiert und bewertet.

Was sind die Vorteile einer Seilbahn?

Seilbahnen können ohne massive Eingriffe in die Landschaft ein hohes Aufkommen an Personen zu einem oder mehreren Zielpunkten befördern. Als jüngstes Beispiel hat die Rheinseilbahn in Koblenz internationales Aufsehen erregt. Im Alltagsverkehr kann sie in einem Entfernungsbereich bis zu fünf Kilometern große Höhenunterschiede auf der Luftlinie überwinden. Im Gegensatz zum Straßen- oder Schienenbau greifen Masten und Seile fast nicht in den Naturraum ein. Einzig die Stationen brauchen am Boden etwas Platz.

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Bildnachweise

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  • Giacomo Zucca / Bundesstadt Bonn
  • Sascha Engst/Bundesstadt Bonn
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