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Bundesstadt Bonn

Verwaltung lernt in und von Rumänien

Wer Europa verstehen will, der muss Europa erleben und wer es erlebt hat, der sollte auch darüber reden. 22 Teilnehmende haben im Historischen Rathaus der Stadt Köln in einer eindrucksvollen Präsentation ihre Erfahrungen und Projektergebnisse eines gemeinsamen Berufsbildungsaufenthaltes in Rumänien vorgestellt.

Die Teilnehmenden am Bonner Berufsbildungsprogramm EurOpen in Klausenburg/Rumänien konnten Vorurteile ausräumen

Teilnehmende berichten von ihrem Berufsbildungsaufenthalt

Ziel der gemeinsamen Exkursion war die Kölner Partnerstadt Cluij, die zweitgrößte Stadt Rumäniens, die im vergangenen Jahrhundert noch den Namen Klausenburg trug.

Die Stadtdirektoren der Städte Bonn und Köln waren von der Tiefe der Einblicke in die Verwaltungs- und Lebensrealität in Rumänien und die hochwertige fachliche Aufarbeitung der Themen des Bildungsprogramms beeindruckt und lobten das Engagement aller Beteiligten. „Mit so motivierten und qualifizierten jungen Kolleginnen und Kollegen, muss man sich um die Zukunft unserer Verwaltungen keine Sorgen machen.“, waren sich Wolfgang Fuchs und Stephan Keller einig.

Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Ausländeramts und Berufsstarter der Stadtverwaltung Bonn sowie Auszubildende der Stadt Köln erarbeiteten sich während der zwei Wochen im Mai 2019 drei Schwerpunktthemen: den Umgang mit der Minderheit der Roma, Europaskepsis und Nationalismus in Rumänien und die Entwicklung des lokalen Tourismus.

Sie erlebten die Lebenswirklichkeit der Roma und Integrationsbemühungen aus erster Hand und konnten neue Anregungen für den Umgang mit Roma im Rahmen des eigenen Verwaltungsalltags mit in die heimische Verwaltung nehmen. „Für uns war es spannend zu lernen, dass das Bild der Roma, das wir zuhause wahrnehmen, in Wirklichkeit nur zu einem Teil zutrifft. Trotz der weit verbreiteten Vorurteile, ist der größere Teil in der rumänischen Gesellschaft integriert.“ Das nun tiefere Verständnis der Geschichte, der sozialen Ausgrenzung und Diskriminierung und die Bedeutung der Migration nach Europa für die Roma ermöglicht ein tieferes Verständnis dieses Themas.

Im zweiten Schwerpunkt führten die Exkursionsteilnehmer eine umfangreiche Umfrage unter jungen Rumänen zwischen 18 und 30 Jahren mit Hilfe selbständig erarbeiteter Fragebögen und einer Online Umfrage durch und analysierten die Ergebnisse. „Wir haben kaum junge Rumänen getroffen, die nicht pro Europa eingestellt sind.“ Die Umfrage war Anlass für angeregte Gespräche zwischen den jungen Europäern über die großen Gemeinsamkeiten in der Einstellung zum Leben, zu Europa und dem gesellschaftlichen Zusammenleben.

Durch die Perspektive eines europäischen Besuchers in Klausenburg erarbeiteten sie ein Konzept, das den Tourismus vor Ort international für junge Menschen als touristisches Ziel attraktiver machen soll. „Unsere Vorurteile haben sich gar nicht bestätigt. Die schöne Stadt, der studentische Lifestyle, das Nachtleben und das entspannte Lebensgefühl, haben uns besonders überrascht. Das zeigt nur, dass man offen für neue Länder und Kulturen sein soll.“ Die intensive Auseinandersetzung mit der Stadt Klausenburg, der Region und den Wünschen der Stadtverwaltung eröffneten einen tiefen Einblick in Land und Leute und die Praxis erfolgreichen Stadtmarketings.

Stadtdirektor Stephan Keller (Köln), Stadtdirektor Wolfgang Fuchs (Bonn) und Ausbildungsleiter Josef Johnen (Köln) überreichen die Teilnahmeurkunden im Historischen Kölner Rathaus

Stadtdirektoren aus Köln und Bonn arbeiten in der Berufsbildung zusammen

Unter dem Projektnamen EurOpen, der für ein offenes und freies Europa steht, organisiert die Stadt Bonn seit 2014 mit Erasmus+ geförderte Bildungsaufenthalte für Ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im europäischen Ausland. Nach einem Lernaufenthalt in der nordmazedonischen Hauptstadt Skopje wurde jetzt die zweite gemeinsame Reise nach Südosteuropa organisiert, um Vorurteile abzubauen und eine gesamteuropäische Zusammenarbeit zu erreichen. Während Skopje 2017 im Bonner Alten Rathaus präsentiert wurde, hatte jetzt Kölns Stadtdirektor Stephan Keller die Rolle des Gastgebers übernommen.

Die Stadt Bonn hat bisher Fördermittel der Europäischen Union aus dem Bildungsprogramm Erasmus + in Höhe von insgesamt 580.000 Euro eingesetzt. In mittlerweile über 30 EU-Projektpartnerstädten wurden bis heute 350 Auslandspraktika in Rathäusern, Kindergärten oder Feuerwachen und 22 gruppenorientierte Berufsbildungsprogramme EurOpen durchgeführt.

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Bildnachweise

  • Bundesstadt Bonn/Referat Stadtförderung
  • EurOpen
  • Bundesstadt Bonn/Referat Stadtförderung
  • Erasmus +

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