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Bundesstadt Bonn

Energieversorgung und -erzeugung.

Die Stadt Bonn nutzt erneuerbare Energien zur Energieversorgung und -erzeugung: Vom Ökostrom in der Stadtverwaltung, Photovoltaikanlagen auf städtischen Dächern, Verwendung von Klärgas zur Stromproduktion bis zur Erwärmung des Beckenwassers städtischer Freibäder durch Solarabsorber.

Ökostrom in der Stadtverwaltung

Bereits seit 2012 beliefern die Stadtwerke Bonn Energie und Wasser das Stadthaus, das Alte Rathaus und die Stadtentwässerung (Kläranlage, Pumpwerke) mit Ökostrom aus Wind, Sonne, Wasser und Biomasse (Naturstrom-Grüner Strom Label Gold). Seit 2014 gilt diese Vereinbarung darüber hinaus auch für alle anderen Abnahmestellen der Bundesstadt Bonn.

Photovoltaik

Die ersten Photovoltaikanlagen auf städtischen Dächern wurden im Jahr 1996 errichtet. Photovoltaik-Anlagen werden prinzipiell installiert, sofern die örtlichen Gegebenheiten es zulassen und die Wirtschaftlichkeit nachgewiesen ist. Mindestens sind aber städtische Dächer statisch so auszulegen, dass eine Photovoltaikanlage nachgerüstet werden kann, soweit dies von der Lage und Ausrichtung her möglich ist.

Zurzeit sind 62 Photovoltaikanlagen auf städtischen Dächern installiert, vorwiegend auf Schulen, aber auch auf Verwaltungsgebäuden, Sportstätten und Kindergärten sowie an der Kennedybrücke. Die installierte Leistung beträgt 867 kWp. Bisher wird der Strom zu 100 Prozent eingespeist.

Bürgerenergiegenossenschaften

Bürgerinnen und Bürger aus Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis können sich durch eine Beteiligung an der BürgerEnergie Rhein-Sieg eG an einer umweltfreundlichen Energiegewinnung und an der regionalen Erzeugung von Strom beteiligen. Mit einer Einlage ab 1.000 Euro können Sie sich an der Energiegenossenschaft beteiligen. Mitglied werden können Privatpersonen und Unternehmen in der Region. Zu den Tätigkeiten der BürgerEnergie Rhein-Sieg eG zählen unter anderem die Errichtung und den Betrieb von Anlagen zur Gewinnung regenerativer Energien, insbesondere Photovoltaikanlagen. Hierfür stellt auch die Stadt Bonn geeignete Flächen, zum Beispiel Schuldächer, zur Verfügung.

Klärgas treibt zwei Blockheizkraftwerke auf städtischen Kläranlagen an

Auf den Kläranlagen Salierweg und Duisdorf wird das in den Faulbehältern entstehende Klärgas zur Stromproduktion genutzt. In je einem Blockheizkraftwerk treibt das aufbereitete Faulgas über einen Verbrennungsmotor einen Generator an. Der  so produzierte Strom wird direkt auf den Anlagen verbraucht. Auch die entstehende Abwärme wird ausgekoppelt und einer Nutzung zugeführt.

Leistung elektrisch Leistung thermisch
Kläranlage Salierweg 150 kWel 204 kWth
Kläranlage Duisdorf 110 KWel 170 kWth

Solarabsorber

In vier von sechs städtischen Freibädern wird mit Hilfe von Absorberanlagen das Beckenwasser erwärmt. Dabei werden Matten aus hitze- und UV-beständigem schwarzen Kunststoff auf den Dächern der Umkleidekabinen ausgelegt. Darin integriert sind Schläuche, durch die das Schwimmbadwasser direkt hindurchgepumpt und durch die Sonnenstrahlung erwärmt wird. Solarabsorber haben einen um etwa ein Drittel geringeren Wirkungsgrad als Kollektoren, durch ihre einfache Konstruktion sind sie aber deutlich preisgünstiger. Außerdem ist zum Betrieb keinerlei zusätzliche Flüssigkeit zur Wärmeübertragung notwendig.

Die vier in den städtischen Freibädern installierten Absorberanlagen sorgen mit insgesamt 3.205 Quadratmetern Fläche für jährlich rund 800.000 Kilowattstunden umweltfreundliche Wärmeenergie.

Holzhackschnitzel Schulzentrum Pennenfeld

Seit 1. September 2006 gibt es im Schulzentrum Pennenfeld die erste Heizungsanlage in einem städtischen Gebäude, die mit Holzhackschnitzeln nachwachsende Rohstoffe nutzt. Die Anlage, die im Jahr 2.000 Megawattstunden an Wärme erzeugt, ersetzt eine alte Koksheizung. Damit wird der jährliche Ausstoß an CO2 um 457 Tonnen gesenkt. Aber nicht nur der Umwelt kommt der Einsatz von Biomasse zugute. Nach einer vergleichenden Wirtschaftlichkeitsberechnung werden nach der Abschreibungszeit der Anlage - verglichen mit einer Gasheizung - 46.000 Euro auf der Habenseite stehen. Dabei investiert das Städtische Gebäudemanagement (SGB) als Eigentümer des Gebäudes keinen Cent in die moderne Heizungsanlage. Möglich macht dies ein spezieller Vertrag (Contracting) mit der Gesellschaft für Energie- und Gebäudemanagement (EGM), von der die Investition und die Verantwortung für den Bau, Betrieb und die Wartung der Anlage übernommen werden. Die Finanzierungskosten trägt das SGB aus den Minderausgaben für die eingesparte Energie.

Scheitholzkessel für die Stadtförsterei in der Waldau

Im Mai 2009 nahm das Amt für Stadtgrün die neue Stadtförsterei in der Waldau in Betrieb, die mit einem Scheitholzkessel beheizt wird. Der Kessel verfügt über eine Heizleistung von 6,5 bis 26 Kilowatt. Zum Heizen wird ausschließlich Brennholz aus eigener Produktion verwendet, somit arbeitet die Anlage CO2-neutral. Das bedeutet, dass bei der Verbrennung nur so viel CO2 ausgestoßen wird, wie vorher durch die Pflanzen gebunden wurde. Das neue Gebäude unterschreitet außerdem den zur Bauzeit geltenden höchstzulässigen Primärenergiebedarf für die Beheizung um 30 Prozent.

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