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Bundesstadt Bonn

Bonn - Berlin: Wie viele Flüge gibt es tatsächlich?

230.000 oder 22.000? Wie viele dienstliche Flugreisen zwischen den Ministeriumsstandorten in der Bundeshauptstadt Berlin und der Bundesstadt Bonn gibt es tatsächlich pro Jahr?

Angesichts der alljährlich im Sommer auftauchenden Diskussion über die – gesetzlich festgelegte – Arbeitsteilung zwischen den beiden Städten kam die sechsstellige Zahl den Gegner dieses Miteinanders zweier politischer Zentren in der Bundesrepublik gerade recht.

Hier einige Erläuterungen:

Die exakt 229.116 Inlandsflüge, die das Bundesministerium des Inneren für 2018 registrierte, wurden von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aller Bundesministerien und ihrer nachgeordneten Verwaltung (Bundesbehörden) absolviert. Nicht eingerechnet wurden die Dienstreisen mit Bahn oder dem Pkw.

Dem stehen jene 22.330 Dienstreisen mit Verkehrsmitteln aller Art gegenüber, die 2017 (die Zahl für 2018 liegt noch nicht vor) zwischen den beiden Ministeriumstandorten Berlin und Bonn stattfanden. Quelle ist der Teilungskostenbericht für das Jahr 2017, den BMF und BMI herausgeben. Die Reisen stellen also 5,5 Prozent aller innerdeutschen Flugreisen dar. Die gesamten Reisekosten beliefen sich auf 5,33 Mio Euro, auf die Flüge entfielen davon 2,92 Mio Euro.

Nicht berücksichtigt sind dabei übrigens jene Flugreisen zwischen Berlin und Bonn, die auch entstünden, wenn alle Ministerien ihren Standort vollständig an die Spree verlagern würden. Denn auch in Bonn sind nachgeordnete Bundesbehörden angesiedelt, deren Belegschaft immer wieder „ins Mutterhaus“ muss oder umgekehrt. In Bonn betrifft das allein 30.000 Bedienstete.
Bonns Oberbürgermeister Ashok Sridharan: „Auch ich setze mich dafür ein, innerdeutsche Flugreisen zu vermeiden, wo immer es geht. Zug und Videokonferenzen sind in vielen Fällen gute Alternativen, die vermutlich noch intensiver genutzt werden könnten. Deshalb fordere ich auch eine Verbesserung der Zugverbindung zwischen Bonn und Berlin. Die Flugreisen allerdings als Argument für einen Umzug aller Ministerien an die Spree vorzuschieben, halte ich für vorgeschoben. Hier geht es nicht um ein Thema des Klimaschutzes, sondern um Föderalismus und Gesetzestreue.“ Sridharan wies darauf hin, dass nach einem Umzug der Ministerien nach Berlin alle Dienstreisen nach Brüssel mit dem Flugzeug absolviert werden müssten, die jetzt per Zug gemacht werden. Bei derzeit ca. 8 Mio. Euro jährlich für die Arbeitsteilung sei auch das Kostenargument nicht schlagkräftig. Für den Milliardenbetrag, den ein Umzug der Bonner Ministerien nach Berlin kosten würde, könnte die Arbeitsteilung noch hundert Jahre und länger finanziert werden. Sridharan: „Wir sollten auf Zahlenspielereien verzichten und die tatsächlichen faktischen und politischen Argumente austauschen.“

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Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • Michael Sondermann/Bundesstadt Bonn
  • tai111
  • Foto: Thilo Beu/Theater Bonn
  • Michael Sondermann/Bundesstadt Bonn
  • Birgit Rücker/S
  • Maridav - Fotolia

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