Inhalt anspringen

Bundesstadt Bonn

Die Wissenschaftsregion Bonn

Stand: April 2021

Gemeinsam kann man mehr erreichen, das stellen die Forschungsstätten und Wissenschaftseinrichtungen im Dreieck Aachen, Bonn und Köln („Cologne“), der „ABC-Region“, täglich in enger Zusammenarbeit unter Beweis. Nur wenige Ballungsräume in Deutschland verfügen über eine vergleichbar hohe Dichte an Bildungs- und Forschungsinstitutionen, die ABC-Region jedoch gilt sogar als die dichteste Forschungs- und Technologielandschaft Europas. Bonn hat sich in dieser guten Gesellschaft längst einen Namen als international bedeutender Wissenschaftsstandort gemacht. 

Wissenschaft und Internationalität

Wissenschaft und Internationalität gehen in Bonn Hand in Hand. Bonn ist Sitz des Vizerektorats der Universität der Vereinten Nationen (UNU-ViE). Hier am Rhein ist das UNU-Programm für Umwelt und menschliche Sicherheit (UNU-EHS) zu Hause. Die UN-Universität kooperiert eng mit der Universität und ihrem Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) sowie mit dem Geographischen Institut, das mit der UNU seit 2013 den ersten gemeinsamen Master-Studiengang der UNU mit einer staatlichen Hochschule überhaupt betreibt. 

Um die Zusammenarbeit zwischen BICC (Bonn International Center for Conversion), dem Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE), der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (H-BRS), der Universität der Vereinten Nationen - Institut für Umwelt und menschliche Sicherheit (UNU-EHS) und der Universität Bonn mit ihren Fakultäten sowie dem Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) weiter auszubauen, haben diese Einrichtungen unter Federführung der Universität Bonn im Rahmen der Weltklimakonferenz in Bonn 2017 die Bonner Allianz für Nachhaltigkeitsforschung gegründet. Der regionale Forschungsverbund hat das Ziel, die Forschung auf dem Gebiet der nachhaltigen Entwicklung und des globalen Wandels weiter zu stärken. Die sechs Allianz-Partner wollen gemeinsam eine Plattform für die gesamtgesellschaftliche Arbeit an einer nachhaltigen Zukunft schaffen und verschiedenste Ideen, Expertisen und Perspektiven zum Thema Nachhaltigkeit bündeln, Kompetenzen stärken und vernetzen.

Der Rat des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage (EZMW) hat entschieden, dass ab 2021 in Bonn ein neuer Standort der europäischen Behörde mit bis zu 350 Mitarbeitenden aufgebaut wird. Das EZMW ist wissenschaftlich weltweit führend in der globalen numerischen Wettervorhersage und Klimatologie und ein zentraler Bestandteil der europäischen Infrastruktur im Bereich Wettervorhersage und Klimaforschung. Die Universität Bonn, die Universität zu Köln und das Forschungszentrum Jülich haben flankierend ein gemeinsames Zentrum für Erdsystembeobachtung und rechnergestützte Analyse (Center for Earth System Observation and Computational Analysis, CESOC) gegründet. Dadurch entsteht im Rheinland ein international sichtbarer Schwerpunkt, um das System Erde global zu beobachten, umfassend zu verstehen und Veränderungen vorherzusagen.

Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Das internationale Flair der Bundesstadt prägt neben den in Bonn ansässigen UN-Organisationen und internationalen Organisationen auch ganz wesentlich und schon seit mehr als 200 Jahren die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Als eine von elf deutschen Exzellenzuniversitäten (und einzige Universität mit sechs Exzellenzclustern) hat sie enorme internationale Strahlkraft. Rund 5.000 der über 35.000 Studierenden kommen aus dem Ausland.

Die Universität pflegt intensive bilaterale Partnerschaften mit 70 Universitäten auf fünf Kontinenten und zählt in Deutschland zu den beliebtesten Zielen für internationale Forschende, die zum Beispiel mit Stipendien des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) oder der Alexander von Humboldt-Stiftung nach Deutschland kommen. Hinzu kommen mehrere Tausend gemeinsame Forschungsvorhaben mit Partnern rund um den Globus. Die Universität und das Universitätsklinikum Bonn (UKB) zählen mit zusammen rund 9.000 Mitarbeitenden nicht nur zu den größten Arbeitgebern der Region, sie bringen auch pro Jahr rund 4.500 hochqualifizierte Absolventinnen und Absolventen hervor.

Kernprofilbereiche in Forschung und Lehre

Ihr breites Fächerspektrum in ihren sieben Fakultäten reicht von den Agrarwissenschaften bis zur Zahnmedizin; zahlreiche Fächer nehmen im internationalen Wettbewerb eine Spitzenstellung ein. Neben starken Disziplinen bilden sechs fakultäts- und fächerübergreifende „Transdisziplinäre Forschungsbereiche“ (TRA) zudem Explorations- und Innovationsräume, in denen zentrale wissenschaftliche, technologische und gesellschaftliche Herausforderungen adressiert werden.

Die Universität Bonn gehört zu den bedeutendsten Forschungsuniversitäten in Deutschland und genießt auch weltweit einen sehr guten Ruf. Im Rahmen der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder wurde Bonn 2019 eine von nur elf Exzellenzuniversitäten in Deutschland und von zwei in Nordrhein-Westfalen. Zusammen mit den im September 2018 eingeworbenen sechs Exzellenzclustern in der zweiten Förderlinie der Exzellenzstrategie ist die Universität Bonn somit die erfolgreichste Universität im deutschlandweiten Exzellenzwettbewerb.

Digital Hub unterstützt Gründungswillige

Um Forschungsergebnisse für die Gesellschaft nutzbar zu machen, setzt die Universität Bonn auf Wissenstransfer und Wissenschaftskommunikation. Sie ist dadurch ein Motor gesellschaftlichen und technologischen Fortschritts. Die Optimierung von Computerchips mit den Methoden der diskreten Mathematik oder die Entdeckung und Nutzung des Lotus-Effekts für schmutzabweisende Oberflächen sind Erfolgsgeschichten der Universität Bonn. Zahlreiche Unternehmen sind schon in Kooperation mit Universitätsinstituten gegründet worden, Hunderte Erfindungen und Schutzrechte wurden angemeldet. Die Formen der Zusammenarbeit mit der Wirtschaft sind vielfältig und reichen vom Sponsoring über die gemeinsame Einrichtung von Stiftungsprofessuren bis hin zu Stipendien und Projekten der Auftragsforschung. Durch das im Rahmen des Exzellenzuniversitätsantrags neu konzipierte Transfer Center enaCom werden diese Transferaktivitäten weiter ausgebaut. 

Mit dem „Digital Hub Region Bonn AG“ haben Wirtschaft, die Universität Bonn, die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, die Stadt Bonn und der Rhein-Sieg-Kreis 2016 eine neue Plattform gegründet, die wachstumsorientierte Gründungswillige im Bereich digitaler Anwendungen auf dem Weg zum eigenen Unternehmen unterstützt. Aus dem Umfeld des Digital Hub sind bereits zahlreiche Start-Ups hervorgegangen.

Stadt und Universität sind eng verbunden

Die Stadt Bonn und Universität Bonn sind seit Bestehen der Hochschule eng miteinander verflochten. Im Jahr des 200-jährigen Universitätsjubiläums haben sich die Bezüge der beiden Partner noch einmal intensiviert. Die Stadt und die Universität Bonn haben ihre Zusammenarbeit auf eine neue vertragliche Grundlage gestellt. In einem 2018 unterzeichneten „Memorandum of Understanding“ wurden strategische Handlungsfelder definiert. Die fünf Kernthemen lauten:

  • Stadtentwicklung und universitäre Infrastruktur, hier vor allem die Entwicklung der Campi
  • Internationalität, UN- und Nachhaltigkeitsthemen
  • Dual Career und Familie
  • Wissens- und Technologietransfer
  • Kommunikation und Informationsaustausch.

Wissenschaftsregion mit neurowissenschaftlichem Schwerpunkt

Die Entscheidung des Bundestages, Deutschlands Hauptstadt und Regierung nach Berlin zu verlagern, hatte für die Region Bonn weitreichende Folgen. Aus der darauf folgenden Umbruchsphase gingen Stadt und Region gestärkt hervor, nicht zuletzt deshalb, weil sie auch auf Wissenschaft als Zukunftsfaktor setzten. 

Auf Grundlage des 1994 verabschiedeten Berlin/Bonn-Gesetzes hat sich die Region Bonn zu einem Zentrum der Wissenschaft entwickelt. Ein Schwerpunkt war dabei die Gründung der Stiftung „caesar“ – das „center of advanced european studies and research“, das heute mit der Max-Planck-Gesellschaft assoziiert auf dem Gebiet der Neurowissenschaften aktiv ist. Den neuro- und lebenswissenschaftlichen Schwerpunkt der Wissenschaftsregion Bonn ergänzen die ebenfalls mit Ausgleichsmitteln finanzierte Forschungsplattform „LIFE & BRAIN“.

und das 2009 gegründete Deutsche Zentrum für die Erforschung Neurodegenerativer Erkrankungen (DZNE) als Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren. Derzeit untersuchen rund 1.000 Mitarbeitende bundesweit die Ursachen von Erkrankungen des Nervensystems und entwickeln Maßnahmen zur Prävention, Therapie und Pflege. Rund die Hälfte davon sind am DZNE-Hauptsitz auf dem Bonner Venusberg tätig, in unmittelbarer Nähe zu den relevanten Instituten und Kliniken des Universitätsklinikums Bonn. 

Hochschulen in der Region

Mit der Gründung neuer Hochschulstandorte an Rhein, Sieg und Ahr wurde das Ausbildungsangebot der Region vervollständigt. Die Hochschulen für Angewandte Wissenschaften haben sich sehr gut entwickelt, bilden dringend benötigte akademische Fachkräfte aus und kooperieren eng mit der regionalen Wirtschaft. Am RheinAhrCampus in Remagen, der zur Hochschule Koblenz gehört, sind die Fachbereiche „Betriebs- und Sozialwirtschaft“ und „Mathematik und Technik“ angesiedelt. Das Studienangebot reicht von Betriebswirtschaft über Sportmanagement bis Logistik.

Die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg mit ihren drei Standorten Sankt Augustin, Rheinbach und Hennef umfasst die Fachbereiche Angewandte Naturwissenschaften, Elektrotechnik, Maschinenbau und Technikjournalismus, Informatik, Sozialpolitik und Soziale Sicherung sowie Wirtschaftswissenschaften. Durch die Kooperation mit der regionalen Wirtschaft und mit anderen Forschungsinstituten und Hochschulen ermöglicht die Hochschule einen lebhaften Wissens- und Technologietransfer, der die Innovationskraft der Region stärkt. 

Zu den weiteren Hochschulen der Region gehört die IU Internationale Hochschule in Bad Honnef, eine staatlich anerkannte, private Hochschule mit Studienprogrammen in Luftverkehrs-, Hotel-, Tourismus- und Eventmanagement sowie Internationalem Management. Die Alanus-Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter bietet neben künstlerischen und pädagogischen Fächern auch die Studiengänge Architektur und Betriebswirtschaft an. Die private, staatlich anerkannte Hochschule für Finanzwirtschaft und Management in Bonn, die Kölner Hochschule für Katholische Theologie (KHKT)  in Sankt Augustin, Hochschulen insbesondere für berufsbegleitende Studiengänge, das Bonner Zentrum der Fernuniversität Hagen und die FOM Hochschule in Bonn runden das breite Hochschulspektrum der Wissenschaftsregion Bonn ab.

Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen

Dass Hightech und Know-how „made in Bonn“ schon seit vielen Jahren erfolgreiche Exportartikel der Region sind, ist auch ein Verdienst der hier ansässigen Forschungseinrichtungen. Dazu gehören die Fraunhofer-Institute SCAI, IAIS und FIT in Sankt Augustin, wo Forschungsprojekte auf hochaktuellen Gebieten wie der Robotik, der Bioinformatik und der Informations- und Kommunikationstechnik verfolgt werden. Die Fraunhofer-Institute FHR und FKIE in Wachtberg sind u.a. im Bereich Sicherheitsforschung und Radartechnik tätig. Das Fraunhofer-Institut FKIE betreibt seit 2016 einen zusätzlichen Institutsstandort in Bonn.

Das Spektrum wird ergänzt durch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln-Porz und Bonn-Oberkassel. Die Max-Planck-Gesellschaft unterhält in Bonn die Max-Planck-Institute für Mathematik, für Radioastronomie und zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern. caesar ist ein neurowissenschaftliches Forschungsinstitut, das mit der Max-Planck-Gesellschaft assoziiert istZur Leibniz-Gemeinschaft gehören das Zoologische Forschungsmuseum Alexander Koenig, das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung und die Zweigstelle des Deutschen Museums in Bonn.

Wissenschaftsmittler- und förderorganisationen sowie Einrichtungen der Bildungspolitik

Neben den zahlreichen Ausbildungs- und Forschungsstätten ist die Region Bonn auch der Sitz einer Reihe der führenden deutschen Mittler- und Förderorganisationen der Wissenschaft. Hier werden Entscheidungen von großer Tragweite für die deutsche Forschungslandschaft vorbereitet und gefällt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat seinen ersten Dienstsitz in Bonn. In der Kennedyallee in Bonn-Bad Godesberg hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die Selbstverwaltungsorganisation der deutschen Wissenschaft, ihre Geschäftsstelle. Die DFG betreibt die wettbewerbliche Förderung und Finanzierung der besten Forschungsvorhaben von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an Hochschulen und Forschungsinstituten.

Unweit zur DFG ist die weltweit größte Förderorganisation für den internationalen Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern, der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), untergebracht. Weitere Organisationen sind im und rund um das Wissenschaftszentrum des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft an der Ahrstraße in der Nähe zu DFG und DAAD ansässig, u.a. Geschäftsstellen der Gesellschaft für Informatik und der Hochschulrektorenkonferenz (HRK). Die Alexander-von-Humboldt-Stiftung AvH, die Studienstiftung des deutschen Volkes, die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) von Bund und Ländern und das Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder (KMK) sind ebenfalls in Bonn beheimatet.

Bundeseinrichtungen

In Bonn sind außerdem nationale Bildungsinstitute und Bundeseinrichtungen mit Schwerpunkten im Bereich Forschung und Wissenschaft zu Hause, darunter das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung (DIE), das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und das Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp).

Merken & teilen

Erläuterungen und Hinweise

Wir verwenden auf der bonn.de ausschließlich technisch notwendige Cookies sowie zur statistischen Auswertung anonymisiert das Webanalysetool Matomo. Weitere Informationen und Hinweise zur Anpassung der Datenschutzeinstellungen finden Sie in der Datenschutzerklärung. Mehr erfahren ...