Inhalt anspringen

Bundesstadt Bonn

Die Wissenschaftsregion Bonn

Stand: April 2020

Gemeinsam kann man mehr erreichen, das stellen die Forschungsstätten und Wissenschaftseinrichtungen im Dreieck Aachen, Bonn und Köln („Cologne“), der „ABC-Region“, täglich in enger Zusammenarbeit unter Beweis. Nur wenige Ballungsräume in Deutschland verfügen über eine vergleichbar hohe Dichte an Bildungs- und Forschungsinstitutionen, die ABC-Region jedoch gilt sogar als die dichteste Forschungs- und Technologielandschaft Europas. Bonn hat sich in dieser guten Gesellschaft längst einen Namen als international bedeutender Wissenschaftsstandort gemacht. 

Wissenschaft und Internationalität gehen in Bonn Hand in Hand. Bonn ist Sitz des Vizerektorats der Universität der Vereinten Nationen (UNU-ViE). Hier am Rhein ist das UNU-Programm für Umwelt und menschliche Sicherheit (UNU-EHS) zu Hause. Die UN-Universität kooperiert eng mit der Universität und ihrem Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) sowie mit dem Geographischen Institut, das mit der UNU seit 2013 den ersten gemeinsamen Master-Studiengang der UNU mit einer staatlichen Hochschule überhaupt betreibt. 

Um die Zusammenarbeit zwischen BICC (Bonn International Center for Conversion), dem Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE), der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (H-BRS), der Universität der Vereinten Nationen - Institut für Umwelt und menschliche Sicherheit (UNU-EHS) und der Universität Bonn mit ihren Fakultäten sowie dem Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) weiter auszubauen, haben diese Einrichtungen unter Federführung der Universität Bonn im Rahmen der Weltklimakonferenz in Bonn am 15. November 2017 die Bonner Allianz für Nachhaltigkeitsforschung gegründet. Der regionale Forschungsverbund hat das Ziel, die Forschung auf dem Gebiet der nachhaltigen Entwicklung und des globalen Wandels weiter zu stärken. Ende Juni 2019 nahm dafür der Innovations-Campus Bonn (ICB), angesiedelt an der Universität Bonn, seine Arbeit auf. Mit dem Innovations-Campus Bonn wollen die sechs Allianz-Partner eine Plattform für die gesamtgesellschaftliche Arbeit an einer nachhaltigen Zukunft schaffen und verschiedensten Partnern eine Basis dafür geben, sich mit Ideen, Expertisen und Perspektiven zum Thema Nachhaltigkeit einzubringen, Kompetenzen zu stärken und zu vernetzen. Zunächst liegt der Fokus dabei auf den drei Forschungsschwerpunkten „Digitalisierung und künstliche Intelligenz“, „Mobilität und Migration“ und „Bioökonomie“.

Die Universität als internationale Institution

Das internationale Flair der Bundesstadt prägt neben den in Bonn ansässigen UN-Organisationen und internationalen Organisationen auch die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Rund 5.000 der über 35.000 Studierenden kommen aus dem Ausland. Die Universität pflegt intensive bilaterale Partnerschaften mit 70 Universitäten auf fünf Kontinenten und zählt in Deutschland zu den beliebtesten Zielen für internationale Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler. Hinzu kommen mehrere Tausend gemeinsame Forschungsvorhaben mit Partnergruppen rund um den Globus. Die Universität und das Universitätsklinikum Bonn (UKB) zählen mit zusammen rund 9.000 Beschäftigten nicht nur zu den größten Arbeitgebern der Region, sie bringen auch pro Jahr rund 4.000 hochqualifizierte Absolventinnen und Absolventen hervor. 

Bereits vor 200 Jahren war das Streben nach höherer Bildung in Bonn ein Thema – zunächst an der kurfürstlichen Akademie, dann an der neugegründeten preußischen Rheinuniversität. Heute ist die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität der Motor der Wissenschaftsstadt Bonn. Tradition und Modernität stellen dabei keinen Gegensatz dar: Hinter vielen historischen Fassaden im Stadtbild verbergen sich Institute der modernen Forschungsuniversität mit internationaler Ausrichtung.

Kernprofilbereiche in Forschung und Lehre

Die Universität Bonn hat Profilbereiche geschaffen, in denen die führenden Köpfe verschiedener Disziplinen ihre Expertise bündeln, um Lösungen für aktuelle wissenschaftliche und gesellschaftliche Herausforderungen zu erarbeiten. Diese Kernprofilbereiche sind:

  • Mathematik, Modellierung und Simulation komplexer Systeme
  • Bausteine der Materie und grundlegende Wechselwirkungen
  • Leben und Gesundheit
  • Individuen, Institutionen und Gesellschaften
  • Vormoderne Ordnungen und ihre Konfigurationen im transkulturellen Vergleich. Kontinuitäten und Dynamiken
  • Innovation und Technologie für eine nachhaltige Zukunft

Die Universität Bonn gehört zu den bedeutendsten Forschungsuniversitäten in Deutschland und genießt auch weltweit einen sehr guten Ruf. Dies wird durch den Erfolg innerhalb der Exzellenzstrategie untermauert. Mit der Exzellenzstrategie stärken Bund und Länder die universitäre Spitzenforschung. Am 19. Juli 2019 wurde bekannt gegeben, dass das Zukunftskonzept unter dem Antragstitel „WE invest in people, WE foster networks, WE create impact“ die Exzellenzkommission in der Förderlinie um den Titel einer Exzellenzuniversität überzeugt hat. Die Universität Bonn ist somit eine von nur elf Exzellenzuniversitäten in Deutschland und von zwei in Nordrhein-Westfalen. Zusammen miit den im September 2018 eingeworbenen sechs Exzellenzclustern in der zweiten Förderlinie der Exzellenzstrategie ist die Universität Bonn somit die erfolgreichste Universität im deutschlandweiten Exzellenzwettbewerb.

Digital Hub unterstützt Gründungswillige

Über die reine Grundlagenforschung hinaus hat der Transfer von Erkenntnissen der Forschung in die Praxis in den vergangenen Jahren auch in Bonn an Bedeutung gewonnen. Neben so bedeutenden wissenschaftlichen Innovationen wie der Optimierung von Computerchips mit den Methoden der diskreten Mathematik oder der Entdeckung des Lotus-Effekts als Prinzip für die Gestaltung immer sauberer Oberflächen wurden an der Universität Bonn viele kleine und große Erfolgsgeschichten geschrieben. Seit 2000 sind mehr als 100 Unternehmensgründungen aus der Universität heraus entstanden, in wissenschaftlicher Kooperation mit einem Uni-Institut oder durch Initiativen von Studierenden und Bediensteten. 

Mit dem „Digital Hub Bonn“ haben Wirtschaft, Hochschulen und Kommunen 2016 eine neue Plattform gegründet, die Gründungswillige auf dem Weg zum eigenen Unternehmen unterstützt. Aus dem Umfeld des Digital Hub sind bereits zahlreiche Gründungsinitiativen hervorgegangen.

Stadt und Universität sind eng verbunden

Die Stadt Bonn und Universität Bonn sind seit Bestehen der Hochschule eng miteinander verflochten. Im Jahr des 200-jährigen Universitätsbestehens haben sich die Bezüge der beiden Partner noch einmal intensiviert. Die Stadt und die Universität Bonn haben ihre Zusammenarbeit auf eine neue vertragliche Grundlage gestellt. Im November 2018 setzten Oberbürgermeister Ashok Sridharan und Rektor Prof. Dr. Dr. h.c. Michael Hoch ihre Unterschriften unter ein „Memorandum of Understanding“ zwischen der Kommune und der Universität. Die Stadt und Universität haben in dieser Vereinbarung die strategischen Handlungsfelder definiert, in denen sie künftig noch enger zusammenarbeiten wollen.

Die fünf Kernthemen lauten:

  • Stadtentwicklung und universitäre Infrastruktur, hier vor allem die Entwicklung der Campi
  • Internationalität, UN- und Nachhaltigkeitsthemen
  • Dual Career und Familie
  • Wissens- und Technologietransfer

Wissenschaft als wichtiger Faktor des gelungenen Strukturwandels

Die Entscheidung des Bundestages, Deutschlands Hauptstadt und Regierung nach Berlin zu verlagern, hatte für die Region Bonn weit reichende Folgen. Aus der darauf folgenden Umbruchphase gingen Stadt und Region gestärkt hervor, nicht zuletzt deshalb, weil sie auch auf Wissenschaft als Zukunftsfaktor setzten. 

Im März 1994 gab der Bundestag mit dem Berlin/Bonn-Gesetz grünes Licht für den Ausbau der Region Bonn zu einem Zentrum der Wissenschaft; rund 60 Prozent der insgesamt 1,43 Milliarden Euro Ausgleichsmittel waren für diesen Zweck bestimmt. Der größte Anteil floss in die Stiftung „caesar“ – das „center of advanced european studies and research“. Heute – nach einer inhaltlichen Neuausrichtung – forscht man in dem mit der Max-Planck-Gesellschaft assoziierten Forschungszentrum caesar auf dem Gebiet der Neurowissenschaften. Caesar ergänzt damit den neuro- und lebenswissenschaftlichen Schwerpunkt der Wissenschaftsregion Bonn, zu dem auch die ebenfalls mit Ausgleichsmitteln finanzierte Forschungsplattform „LIFE & BRAIN“ beiträgt. Als Zentrum auf dem Gebiet der angewandten Biomedizin führt LIFE & BRAIN Expertise aus den Gebieten Genomforschung, Transgene Modelle, Stammzelltechnologie und Kognitive Hirnforschung zusammen. Das Zentrum auf dem Venusberg beherbergt universitäre Forschergruppen, Mitarbeiter der LIFE & BRAIN GmbH und einen „Inkubator“ für Ausgründungen aus dem Forschungsbetrieb.

DZNE erforscht von Bonn aus neurodegenerative Erkrankungen

Zur Stärkung der nationalen neurowissenschaftlichen Forschung wurde 2009 das „Deutsche Zentrum für die Erforschung Neurodegenerativer Erkrankungen“ (DZNE) als Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren gegründet. Gleichzeitig ist es eines von sechs Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) zur Bekämpfung der wichtigsten Volkskrankheiten eingerichtet wurden. Insgesamt 60 Millionen Euro wird der Bund künftig jedes Jahr für das Zentrum, bestehend aus dem Hauptsitz in Bonn und acht weiteren Standorten in Deutschland, bereitstellen. Neben dem Universitätsklinikum und der Universität Bonn sind u.a. die Universität zu Köln, das Forschungszentrum Jülich und das Forschungszentrum caesar an dem Zentrum beteiligt. Derzeit untersuchen rund 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bundesweit die Ursachen von Erkrankungen des Nervensystems und entwickeln Maßnahmen zur Prävention, Therapie und Pflege. Der auf dem Bonner Venusberg entstandene Neubau des DZNE-Hauptsitzes in unmittelbarer Nähe zu relevanten Universitätsinstituten und –kliniken, wurde am 15. März 2017 im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel und der damaligen NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze feierlich eröffnet. Dort sind heute rund 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig. 

Hochschulstandorte in der Umgebung runden das Angebot ab

Mit der Gründung neuer Hochschulstandorte an Rhein, Sieg und Ahr wurde das Ausbildungsangebot der Region vervollständigt. Die Hochschulen für Angewandte Wissenschaften haben sich sehr gut entwickelt, bilden dringend benötigte akademische Fachkräfte aus und kooperieren eng mit der regionalen Wirtschaft. Am RheinAhrCampus in Remagen, der zur Hochschule Koblenz gehört, sind die Fachbereiche „Betriebs- und Sozialwirtschaft“ und „Mathematik und Technik“ angesiedelt. Das Studienangebot reicht von Betriebswirtschaft über Sportmanagement bis Logistik. Die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg mit ihren drei Standorten Sankt Augustin, Rheinbach und Hennef umfasst die Fachbereiche Wirtschaftswissenschaften, Informatik, Elektrotechnik, Maschinenbau, Technikjournalismus, Angewandte Naturwissenschaften und Sozialversicherung. Durch die Kooperation mit der regionalen Wirtschaft und mit anderen Forschungsinstituten und Hochschulen ermöglicht die Hochschule einen lebhaften Wissens- und Technologietransfer, der die Innovationskraft der Region stärkt. Zu den jüngeren Hochschulen der Region gehört die IUBH Internationale Hochschule in Bad Honnef, eine staatlich anerkannte, private Hochschule mit Studienprogrammen in Luftverkehrs-, Hotel-, Tourismus- und Eventmanagement sowie Internationalem Management. Die Alanus-Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter bietet neben künstlerischen und pädagogischen Fächern auch die Studiengänge Architektur und Betriebswirtschaft an. Die Hochschule der Sparkassen-Finanzgruppe in Bonn, die Philosophisch-Theologische Hochschule SVD Sankt Augustin, Hochschulen insbesondere für berufsbegleitende Studiengänge, das Bonner Zentrum der Fernuniversität Hagen und die FOM Hochschule in Bonn runden das breite Hochschulspektrum der Wissenschaftsregion Bonn ab.

Renommierte Forschungseinrichtungen

Dass Hightech und Know-how „made in Bonn“ schon seit vielen Jahren erfolgreiche Exportartikel der Region sind, ist auch ein Verdienst der hier ansässigen Forschungseinrichtungen. Dazu gehören die Fraunhofer-Institute SCAI, IAIS und FIT in Sankt Augustin, wo Forschungsprojekte auf hochaktuellen Gebieten wie der Robotik, der Bioinformatik und der Informations- und Kommunikationstechnik verfolgt werden. Die Fraunhofer-Institute FHR und FKIE in Wachtberg sind u.a. im Bereich Sicherheitsforschung und Radartechnik tätig. Das Fraunhofer-Institut FKIE betreibt seit 2016 einen zusätzlichen Institutsstandort in Bonn. Das Spektrum wird ergänzt durch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln-Porz und Bonn-Oberkassel. Die Max-Planck-Gesellschaft unterhält in Bonn die Max-Planck-Institute für Mathematik, für Radioastronomie und zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern. Die Stiftung caesar ist eine assoziierte Einrichtung der Gesellschaft. Zur Leibniz-Gemeinschaft gehören das Zoologische Forschungsmuseum Alexander Koenig, das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung und die Zweigstelle des Deutschen Museums in Bonn.

Förderorganisationen und Stiftungen arbeiten von Bonn aus weltweit

Neben den zahlreichen Ausbildungs- und Forschungsstätten ist die Region Bonn auch der Sitz einer Reihe der führenden deutschen Mittler- und Förderorganisationen der Wissenschaft. Hier werden Entscheidungen von großer Tragweite für die deutsche Forschungslandschaft vorbereitet und gefällt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat seinen ersten Dienstsitz in Bonn. In der Kennedyallee in Bonn-Bad Godesberg hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die Selbstverwaltungsorganisation der deutschen Wissenschaft, ihre Geschäftsstelle. Die DFG betreibt die wettbewerbliche Förderung und Finanzierung der besten Forschungsvorhaben von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an Hochschulen und Forschungsinstituten.

Unweit zur DFG ist die weltweit größte Förderorganisation für den internationalen Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern, der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), untergebracht. Weitere Organisationen sind im und rund um das Wissenschaftszentrum des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft an der Ahrstraße in der Nähe zu DFG und DAAD ansässig, u.a. Geschäftsstellen der Gesellschaft für Informatik und der Hochschulrektorenkonferenz (HRK). Die Alexander-von-Humboldt-Stiftung AvH, die Studienstiftung des deutschen Volkes, die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) von Bund und Ländern und das Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder (KMK) sind ebenfalls in Bonn beheimatet.

In Bonn sind außerdem nationale Bildungsinstitute und Bundeseinrichtungen mit Schwerpunkten im Bereich Forschung und Wissenschaft zu Hause, darunter das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung (DIE), das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und das Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp).

Merken & teilen

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • Dr. Thomas Mauersberg/Universität Bonn
  • Giacomo Zucca / Bundesstadt Bonn
  • Giacomo Zucca/Bundesstadt Bonn
  • Michael Sondermann/Bundesstadt Bonn
  • Michael Sondermann/Bundesstadt Bonn
  • Giacomo Zucca/Bundesstadt Bonn

Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass diese Seite Cookies verwendet. Mehr erfahren ...