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Bundesstadt Bonn

Bonn engagiert sich für Klimaschutz und Klimaanpassung

Stand: April 2020

Die Stadt Bonn engagiert sich seit Mitte der 1990er Jahre im Klimaschutz und seit 2011 auch im Bereich Klimaanpassung. Ziel aller Maßnahmen im Klimaschutz ist die Senkung der lokalen CO2-Emissionen. Der Weg dorthin führt über eine Reduzierung des Energieeinsatzes, die effiziente Nutzung von Energie und die Substitution von fossilen durch erneuerbare Energien. Den nicht mehr abwendbaren Folgen des Klimawandels versucht die Stadt durch eine angepasste Planung, die insbesondere der stadtklimatischen Situation Rechnung trägt, zu begegnen. 

Für eine Stadt wie Bonn gibt es für den Klimaschutz und die Klimaanpassung Einfluss- und Steuerungsmöglichkeiten in unterschiedlichen Handlungsfeldern. Sie reichen von der Stadtplanung über die Energieversorgung und die Öffentlichkeitsarbeit bis hin zum politischen Engagement in Städtenetzwerken.

Leitstelle Klimaschutz

Um die Aktivitäten zu Klimaschutz und Klimaanpassung zu koordinieren, hat die Stadtverwaltung eine eigene Leitstelle Klimaschutz eingerichtet. Sie steuert zum Beispiel das stadtinterne Klimaschutzmanagement und wird dabei von Vertreterinnen und Vertretern verschiedenster Fachbereiche unterstützt. Über die Klimaschutzkampagne werden die Bonner Bürgerinnen und Bürger für den Klimaschutz sensibilisiert und Handlungsalternativen aufgezeigt.

Ziele:

Im Rahmen des Konvents der Bürgermeister für Klima und Energie hat sich die Stadt Bonn dazu verpflichtet, die CO2-Emissionen in Bonn bis zum Jahr 2030 um mindestens 40 Prozent zu senken. Diese Zielvorgabe wurde auch im neuen „Leitbild der Stadt Bonn zu Klimaschutz und Klimaanpassung“ übernommen.  Im November 2019 hat der Rat der Stadt darüber hinaus das Ziel verabschiedet, dass die Stadt bis 2035 klimaneutral werden soll.

In der Klimaanpassung verfolgt die Stadt Bonn das Ziel, sich kontinuierlich zu einer klimaresilienten Stadt zu entwickeln. Die Schwerpunktmaßnahmen sind:

  • CO2-Monitoring: Seit 2008 betreibt die Stadt Bonn ein differenziertes CO2-Monitoring. Die aktuelle Bilanz zeigt, dass der CO2-Ausstoß bis 2016 im Vergleich zum Jahr 1990 um 25 Prozent pro Kopf gesunken ist. Damit liegen die CO2-Emission der Bonnerinnen und Bonner noch bei jährlich 6,9 Tonnen pro Einwohnerin und Einwohner. Der noch immer steigende Verkehrssektor macht mit 41 Prozent den größten Anteil aus. Es folgen die Privaten Haushalte mit 29, Gewerbe und Dienstleistungen mit 20, Industrie mit 7 und kommunale Anlagen inkl. Gebäude mit 3 Prozent. 
  • Energieeffiziente Neubauten: Seit 1997 stellt die Stadt Bonn erhöhte Anforderungen - im Vergleich zum gesetzlichen Standard - an die Energieeffizienz von Neubauten. Sie werden beim Verkauf städtischer Grundstücke und in Verträgen mit Investoren verbindlich und überprüfbar vereinbart. Aktueller Standard ist das KfW-Energieeffizienzhaus55. Bei größeren Bauvorhaben werden Energiekonzepte unter Berücksichtigung erneuerbarer Energien erstellt. Für städtische Gebäude, insbesondere für Schulen und Kindertagesstätten, geht die Stadt noch einen Schritt weiter. Hier gilt grundsätzlich der KfW55-Standard mit Passivhauskomponenten mit dem Ziel eines sehr niedrigen Energieverbrauchs.
  • Energetische Altbausanierung: Der größte Hebel zur CO2-Einsparung liegt im Altbaubereich. Nicht energetisch sanierte Altbauten verbrauchen ein Vielfaches an Energie gegenüber einem Gebäude nach Neubaustandard. Zur Erschließung dieses Potenzials hat die Stadt Bonn gemeinsam mit 20 Organisationen, mit einem Schwerpunkt im Handwerk, 2012 die Bonner Energie-Agentur gegründet. Sie bündelt die Expertise von Energieberaterinnen und Energieberatern, Planerinnen und Planern sowie des spezialisierten Handwerks für eine qualifizierte Beratung.
  • Solardachkataster: Ein weiterer Service der Stadt: Bonnerinnen und Bonner können sich online mit dem Solardachkataster darüber informieren, ob auf ihrem Haus eine Photovoltaikanlage oder eine solarthermische Anlage installiert werden kann.
  • Anpassung an den Klimawandel: Mit Förderprojekten mit Partnern aus der Wissenschaft und Praxis hat die Stadt Bonn Grundlagen zur Klimaanpassung im Themenfeld Hitze erarbeitet. Als Ergebnis stehen nun eine hochaufgelöste Klimaanalyse und Klimaszenarien zur Verfügung, ebenso wie Planhinweiskarten als Abwägungsgrundlagen in der Bauleitplanung.  Als Ergebnis eines Projektes mit dem Deutschen Wetterdienst und dem Landesamt für Umwelt, Natur und Verbraucherschutz NRW steht – auch für andere NRW Kommunen – ein Planungsinstrument zur Simulierung der Auswirkungen von Klimaanpassungsmaßnahmen in unterschiedlichen Baustrukturen zur Verfügung.

Starkregen/Hochwasservorsorge

Die Stadt Bonn hat zahlreiche Projekte zur Klimaanpassung der Infrastruktur hinsichtlich der Starkregen- und Hochwasservorsorge in Angriff genommen. Seit dem ersten Extremereignis der jüngeren Vergangenheit im Jahr 2010 wurde neben der Mitwirkung in Forschungsprojekten (z.B. gemeinsam mit dem DIFU) ein ganzes Maßnahmenpaket zur Klimaanpassung der Stadt initiiert, angefangen beim Aufbau eines Warnsystems bei Bachhochwässern über umfangreiche bauliche Maßnahmen bis hin zur Beratung der Bürgerinnen und Bürgern und Optimierungen der operativen Abläufe. Auch bei neuen Baugebieten und selbst bei vorhandenen Siedlungsbereichen spielt die Starkregen-Resilienz inzwischen eine tragende Rolle.

Mobilität

Im Handlungsfeld Mobilität fördert die Stadt Bonn den Umstieg auf das Fahrrad und hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil der Fahrradfahrten von derzeit 15 Prozent in der Zukunft deutlich zu erhöhen.

Durch den Ausbau der Infrastruktur wird das Radfahren attraktiver und der Anteil der Fahrradfahrten erhöht. Neben der Öffnung von Einbahnstraßen für den Radverkehr, der Einrichtung von Schutzstreifen und dem kontinuierlichen Ausbau von Fahrradabstellanlagen in den Stadtbezirken sowie an den Haltstellen des Öffentlichen Nahverkehrs wurden bisher mehr als 50 Fahrradstraßen eingerichtet. Die Hauptrouten des Radverkehrs wurden mit einer Knotenpunkt-Wegweisung versehen, die über den Radroutenplaner des Landes zur Planung von Fahrten genutzt werden kann. Im Jahr 2018 ist die neue Radstation am Hauptbahnhof eröffnet worden, die mit einem automatischen Zugang einen 24-Stunden-Service bietet. Seit Herbst 2018 gibt es ein Fahrradmietsystem. In einem Förderprojekt baut die Stadt  Radwege zu Radschnellrouten aus und richtet Mobilstationen in der Innenstadt ein.

Außerdem setzt die Stadt Bonn auf Elektromobilität: In den letzten Jahren ist im städtischen Fuhrpark mit dem schrittweisen Umstieg auf elektrische Antriebe begonnen worden. Die städtische Tochtergesellschaft Stadtwerke Bonn betreibt Stromtankstellen im Stadtgebiet und setzt Elektrobusse im öffentlichen Nahverkehr ein. Bis 2030 ist die komplette Umstellung auf Elektrobusse vorgesehen. 

Übrigens verfügt die Stadt Bonn im Vergleich zu anderen Städten ihrer Größenordnung über eines der dichtesten ÖPNV-Netze in Deutschland. Die Stadtwerke Bonn bieten mit Stadtbahn, Straßenbahn, Bussen und einem Fahrradmietsystem gleich vier verschiedene Verkehrsmittel an. Das ÖPNV-Netz wird kontinuierlich an den steigenden Bedarf angepasst, das Fahrplanangebot immer weiter verdichtet. 

Auch das regionale Eisenbahnnetz wird stetig ausgebaut. So kamen in den letzten Jahren mehrere neue Haltepunkte hinzu, wie z. B. der Haltepunkt „Bonn UN Campus“. Auf der rechten Rheinseite wird zurzeit am Bau zusätzlicher Gleise für die Verlängerung der S-Bahnlinie 13 von Troisdorf über Beuel bis Bonn-Oberkassel gearbeitet. Die Stadt Bonn setzt sich für einen weiteren Ausbau der Strecken und Elektrifizierung der S 23 ein.

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Bildnachweise

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  • www.pexels.com
  • Beate Schwesig/Bundesstadt Bonn
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  • Joachim Helbig/Bundesstadt Bonn
  • Foto: SGB/Bundesstadt Bonn

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