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BERICHT AUS BONN - Deutsche-Krebshilfe-Preise 2016 und 2017 verliehen


06.02. 2018

Bonn - Die Deutsche Krebshilfe mit Sitz in Bonn hat am 5. Februar 2018 im Rahmen eines Festakts die Deutsche-Krebshilfe-Preise 2016 und 2017 verliehen. Geehrt wurden die beiden Wissenschaftler Professor Dr. Dres. h.c. Gert Riethmüller und Professorin Dr. Dolores J. Schendel für ihre richtungsweisenden Arbeiten auf dem Gebiet der Immuntherapie. Ebenfalls ausgezeichnet wurde Professor Dr. Heribert Jürgens für seine großen Verdienste in der pädiatrischen Onkologie, insbesondere in der Entwicklung von Therapiestrategien beim Ewing-Sarkom. Dr. Fritz Pleitgen, Präsident der Organisation, überreichte die hochrangige Auszeichnung in der Redoute in Bonn-Bad Godesberg. Der Deutsche Krebshilfe Preis ist mit jeweils 15.000 Euro dotiert.

„Die Deutsche Krebshilfe zeichnet heute drei Wissenschaftler aus, die mit großem Engagement dazu beigetragen haben, die Heilungschancen krebskranker Menschen zu verbessern und unser Wissen über die Krankheit Krebs zu erweitern“, sagte Pleitgen. Mit der Verleihung des Deutsche-Krebshilfe- Preises an herausragende Ärzte und Wissenschaftler auf dem Gebiet der Onkologie wolle die gemeinnützige Organisation den großen Stellenwert der Krebsforschung im Kampf gegen die Krankheit zum Ausdruck bringen, aber auch das Engagement von Experten und Persönlichkeiten würdigen, die die Versorgung krebskranker Menschen entscheidend verbessert haben.

Seit den 1980er Jahren arbeiten Wissenschaftler weltweit daran, das körpereigene Immunsystem bei der Abwehr von Krebszellen zu stärken. „Fortschritte in der Forschung haben dazu geführt, dass die Immuntherapie in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen hat“, sagt Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe, anlässlich der Preisvergabe. „Große Erkenntnisgewinne in diesem Bereich sind maßgeblich auf die wissenschaftlichen Arbeiten von Herrn Professor Riethmüller und Frau Professorin Schendel zurückzuführen“, erklärte Nettekoven.

Professor Dr. Dres. h.c. Gert Riethmüller, emeritierter Direktor des Instituts für Immunologie der Ludwig-Maximilians-Universität München, wird für seine Pionierarbeit und bahnbrechenden Erfolge in der Entwicklung von therapeutisch einsetzbaren Antikörpern bei Krebserkrankungen ausgezeichnet. „Die wissenschaftlichen Erkenntnisse von Professor Riethmüller haben den Grundstein für die Tumorbehandlung durch das Immunsystem gelegt“, sagte Laudatorin Professorin Dr. Christine Falk vom Institut für Transplantationsimmunologie der Medizinischen Hochschule Hannover. „Ohne sie wäre eine Antikörpertherapie bei Krebs, wie wir sie heute kennen und anwenden, nicht denkbar.“

Professorin Dr. Dolores J. Schendel, ehemalige Leiterin des Instituts für Molekulare Immunologie am Helmholtz-Zentrum München, erhielt den Preis für ihre bedeutenden Beiträge zur Entwicklung hochinnovativer Immuntherapie-Technologien. „Die wissenschaftlichen Arbeiten von Frau Professorin Schendel stellen einen Meilenstein in der personalisierten Immuntherapie dar“, würdigte Laudator Professor Dr. Thomas Blankenstein, Direktor des Instituts für Immunologie der Charité in Berlin, die Verdienste der Preisträgerin. Professorin Schendel arbeitet nach wie vor an der weiteren Entwicklung von T-Zell-basierten Immuntherapien gegen Krebs, die individuell auf den Patienten zugeschnitten sind.

Träger des Deutsche-Krebshilfe-Preises 2017 ist Professor Dr. Heribert Jürgens, emeritierter Direktor der Abteilung Pädiatrische Hämatologie und Onkologie der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Münster. Mit der Preisverleihung würdigt die Deutsche Krebshilfe seine großen Verdienste in der pädiatrischen Onkologie, insbesondere in der Entwicklung von Therapiestrategien beim Ewing-Sarkom, einem häufigen Knochentumor im Kindes- und Jugendalter. „Mit Professor Jürgens zeichnet die Deutsche Krebshilfe einen Mediziner und Wissenschaftler aus, dem neben der Weiterentwicklung der Krebstherapie auch die psychosoziale Versorgung der Kinder und deren Familien besonders am Herzen lag“, so Professorin Dr. Angelika Eggert in ihrer Laudatio auf den Preisträger. Professorin Eggert ist Direktorin der Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Onkologie und Hämatologie an der Charité in Berlin sowie Vorsitzende der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie.

Mit der Verleihung des Deutsche-Krebshilfe-Preises kommt die Organisation dem letzten Wunsch von Dr. Wilhelm Hoffmann nach: Er hinterließ der Deutschen Krebshilfe im Jahr 1996 eine namhafte Erbschaft verbunden mit der Auflage, den Erlös zinsbringend anzulegen und aus den Erträgen einen jährlichen Preis für herausragende Arbeiten in der Onkologie zu vergeben.




 


 

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