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Zeitfenster im März: "Jupp" Messinger - frühes Opfer des Nationalsozialismus


03.03. 2016

ib - Das Zeitfenster des Stadtarchivs im März berichtet von dem frühen Opfer des Nationalsozialismus, dem Bonner Arbeiter und Kommunist Josef ("Jupp") Messinger (geboren am 12. Februar 1907 in Beuel). Er wurde am 11. Juli 1933 ermordet. Seit 2003 erinnert ein Stolperstein vor seinem ehemaligen Wohnhaus in Bonn-Limperich, Am Finkenberg 1, an ihn.

Josef Messinger leitete in den 1920er Jahren den "Kampfbund gegen den Faschismus". Im Zusammenhang mit seiner Teilnahme am sogenannten "blutigen Sonntag" (7. Dezember 1930) in Bonn, einem schweren Zusammenstoß zwischen Nationalsozialisten und Kommunisten, wurde er des Mordes an dem SA-Mann Klaus Clemens beschuldigt und festgenommen. In seinem Prozess im Jahre 1931 wurde er jedoch freigesprochen. Am 1. März 1933 wurde er zusammen mit seinem Bruder Hermann und anderen Kommunisten von den Nationalsozialisten verhaftet und erneut des Mordes an Clemens beschuldigt. Messinger saß im Gefängnis in der Wilhelmstraße ein. Zu Verhören wurde er in das Bonner Quartier der SS - in der damaligen Viktoriastraße (heute Heerstraße) - gebracht, das zuvor als Frauengefängnis gedient hat. Dort, im Keller des heutigen Oscar-Romero-Hauses, wurde Messinger zu Tode gefoltert. Es wurde behauptet, er habe den Freitod gewählt. In den Tageszeitungen war zu lesen: "Messinger hat sich in der Zelle erhängt" und "Messinger beging im Gefängnis Selbstmord durch Erhängen", obwohl seine Ermordung unbestritten war.

Das Schwarz-Weiß-Foto aus dem Jahre 1926 zeigt den damals 19-jährigen Josef Messinger (2. Reihe ganz rechts) und daneben seinen Bruder Hermann mit anderen Mitgliedern des "Beueler Rotfrontkämpferbundes". 

Interessant ist besonders auch das Plakat, vor dem sich die Gruppe mit Fahnen positioniert hat. Es handelt sich um ein Plakat des Bonner Künstlers und KPD-Stadtverordneten Fritz Faust (1880-1939), der als "Vater der kommunistischen Bewegung" in Bonn gilt. Vom Motiv dieses Plakats existiert eine Postkarte, die im Bonner Stadtarchiv aufbewahrt wird.

Das Stadtarchiv besitzt nicht nur Fotos von Josef Messinger, sondern auch eine 25-minütige Videokassette der "Geschichtswerkstatt Gesamtschule Bonn-Beuel" aus dem Jahre 1989 mit dem Titel "Jupp Messinger. Ermordet 11.07.1933" (Zugangsrummer: 4370), in dem unter anderem Zeitzeugen zu Wort kommen.

Im Zeitfenster stellt das Stadtarchiv monatlich ein Stück aus seinen Beständen vor. Mittelalterliche Urkunden, Beispiele aus der Bildsammlung, Fotos, Grafiken, Akten und andere Dokumente sowie historische Bücher sind mit einer kurzen Erklärung versehen und werfen Schlaglichter auf die lange Geschichte der Stadt Bonn. Sie sollen neugierig machen und zu Forschungen im Stadtarchiv ermuntern. Das Zeitfenster öffnet sich unter www.bonn.de/@zeitfenster.

 




 


 

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