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Bundesstadt Bonn

Stadtrat beschließt neuen qualifizierten Mietspiegel

In seiner Sitzung am 1. September 2020 hat der Rat der Bundesstadt Bonn den neuen qualifizierten Mietspiegel 2020 beschlossen.

Der Mittelwert der Nettokaltmieten beträgt 8,87 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche und liegt damit rund neun Prozent über dem Mittelwert des Mietspiegels 2016. Dies entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Steigerung von rund zwei Prozent. Im Vergleich ist der Verbraucherpreisindex Deutschland in diesem Zeitraum um durchschnittlich rund 1,1 Prozent jährlich gestiegen. 

Quelle: Bundesstadt Bonn

Beispielhafte Segmente des Mietmarktes

  • Wohnung (Baujahr 1955) in einfacher/mittlerer Lage und 65 m² Wohnfläche: 6,75 €/m² (unsaniert), 8,50 €/m² (saniert)
  • Wohnung (Baujahr 1975) in mittlerer/guter Lage und 65 m² Wohnfläche: 8,10 €/m² (unsaniert), 9,60 €/m² (saniert)
  • Neubauwohnung in mittlerer / guter Wohnlage mit guter Ausstattung und 80 m² Wohnfläche: 10,90 €/m²
  • Neubauwohnung in sehr guter Wohnlage und sehr guter Ausstattung mit 120 m² Wohnfläche: 12,75 €/m²
  • Gründerzeithaus, sehr gute Wohnlage (Südstadt, Villenviertel): 10,10 €/m² (unsaniert), 11,40 €/m² (saniert)

Befragung zwischen Juli 2019 und März 2020

Die Datenerhebung für den Mietspiegel 2020 fand zwischen Juli 2019 und März 2020 statt. Mieterinnen und Mieter wurden durch geschulte Interviewerinnen und Interviewer vor Ort befragt, die vermittelten Daten mittels Tablet erfasst und direkt zentral auf den Servern der Stadt sicher gespeichert. Vermieterinnen und Vermieter füllten ihre Fragebögen selbst aus. So konnten insgesamt rund 3450 Fragebögen (1650 von Mieterinnen/Mietern und 1800 von Vermieterinnen/Vermietern) gesammelt und anschließend statistisch ausgewertet werden. 
Erhoben wurden aufgrund einer Gesetzesänderung im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) nur Daten aus Mietverhältnissen, die in den letzten sechs Jahren eingegangen wurden oder ältere Mietverhältnisse, die in den letzten sechs Jahren eine Mietanpassung erfahren haben. Bisher wurden bei der Erstellung eines Mietspiegels die letzten vier Jahre herangezogen. 

Geltungsbereich des Mietspiegels

Der Mietspiegel gilt für nicht preisgebundene Mietwohnungen im gesamten Bonner Stadtgebiet. Er bietet eine Übersicht über die üblichen Entgelte für Wohnungen in Mehrfamilienhäusern mit einer Wohnfläche von 18 bis 170 Quadratmetern. Für vermietete Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern kann der Mietspiegel aufgrund der Heterogenität solcher Wohnungstypen keine Aussage treffen.

Qualifizierter Mietspiegel vermeidet Vielzahl von Rechtsstreitigkeiten

Laut BGB muss ein qualifizierter Mietspiegel nach anerkannten wissenschaftlichen Grundsätzen erstellt und von der Kommune oder von den Interessenvertretern der Vermieterinnen/Vermietern und Mieterinnen/Mietern anerkannt worden sein. Er muss auf Basis einer repräsentativen Zufallsstichprobe der Grundgesamtheit aller Wohnungen erstellt werden. 

Das BGB schreibt dem qualifizierten Mietspiegel die Vermutungswirkung zu. Das bedeutet, dass die im Mietspiegel ausgewiesene Miete als ortsübliche Vergleichsmiete anerkannt wird und somit keine weiteren Gutachten im Einzelfall erstellt werden müssen. 

Für Mieterinnen und Mieter sowie Vermieterinnen und Vermieter bringt der Mietspiegel erhebliche Rechtssicherheit bei der Feststellung der ortsüblichen Vergleichsmiete, besonders bei Mieterhöhungen. Der Mietspiegel hat somit eine hohe Befriedungsfunktion und vermeidet eine Vielzahl von Rechtsstreitigkeiten und damit auch Kosten. 

Auch die Stadt Bonn profitiert in vielen Bereichen vom Mietspiegel. Zum Beispiel bei der rechtlich korrekten und auf der Basis eines qualifizierten Mietspiegels auch transparenten Festlegung der Angemessenheitsgrenze, wenn sie Kosten der Unterkunft übernimmt.

Arbeitskreis Mietspiegel

Herausgeber des Mietspiegels ist die Bundesstadt Bonn. Erarbeitet wurde er einvernehmlich im Arbeitskreis Mietspiegel, dem 

  • der Mieterbund Bonn/Rhein-Sieg/Ahr, 
  • der Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümerverein Bonn/Rhein-Sieg, 
  • der Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümerverein Bad Godesberg, 
  • die regionale Arbeitsgemeinschaft Bonn/Rhein-Sieg des Verbands der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Rheinland Westfalen
  • sowie die Stadt Bonn 

angehören.

Die Koordinierung der Datenerhebung und die statistische Auswertung übernahm das Amt für Bodenmanagement und Geoinformation der Bundesstadt Bonn. Das Institut Wohnen und Umwelt (IWU), Darmstadt, hat den gesamten Prozess wissenschaftlich begleitet.

 www.bonn.de/mietspiegel

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Bildnachweise

  • Entwicklung der Nettokaltmiete.
  • Bundesstadt Bonn
  • Foto: Andrey Popov/Fotolia.com
  • Photo-Mix/Pixabay.com