Inhalt anspringen

Bundesstadt Bonn

Deutscher Schulpreis: Bonner Marie-Kahle-Gesamtschule holt 2. Platz

Verantwortung und Vielfalt gehören zu den Leitideen an der Marie-Kahle-Gesamtschule in Bonn. Beim Lernen bestimmen die Schülerinnen und Schüler Tempo und Methode zu einem großen Teil selbst. Nach dem Buddy-Prinzip – einer hilft dem anderen – unterstützen sie sich dabei gegenseitig.

Große Freude bei der Marie-Kahle-Gesamtschule in Bonn: Die Einrichtung belegt einen der zweiten Plätze beim Deutschen Schulpreis. 81 Schulen aus 15 Bundesländern hatten sich um den Deutschen Schulpreis 2020 beworben. In zwei Jurysitzungen waren dann insgesamt 15 Schulen für das Finale nominiert worden. Die sechs besten Schulen wurden mit einem Preis ausgezeichnet. Den Hauptpreis hat die Otfried-Preußler-Schule in Hannover bekommen.

„Wir sind fast ein wenig fassungslos. Das war der erste Versuch, es gibt so viele tolle Schulen und wir wurden ausgezeichnet. Eine größere Anerkennung der Arbeit, die Eltern, Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer hier leisten, kann es kaum geben. Diese Schule ist eine Gemeinschaftsproduktion von Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften, Eltern, Partnern und der Stadt Bonn – danke an dieser Stelle aber besonders an alle, die man in erster Reihe nie sieht, - alle die, die immer wieder einfach noch etwas mehr geben, als sie müssten. Wir werden nicht aufhören zu glauben, dass wir uns immer zu unserem Guten verändern können“, sagt Schulleiterin Sabine Kreutzer.

An der Schule lernen derzeit 892 Kinder und Jugendliche in 33 Klassen von den Jahrgängen 5 bis 13. Insgesamt 95 Lehrkräfte sowie 43 weitere pädagogische Mitarbeitende sind dort tätig. Für den zweiten Platz bekommt die Schule nun 25.000 Euro. Zudem profitiert die Einrichtung von einem maßgeschneiderten zweijährigen Schulentwicklungsprogramm.

„Ich freue mich mit der ganzen Schulgemeinschaft der Marie-Kahle-Gesamtschule wirklich sehr über den 2. Platz beim diesjährigen Deutschen Schulpreis und gratuliere allen, die zu diesem großartigen Erfolg beigetragen haben, von ganzem Herzen! Die Auszeichnung mit diesem renommierten Preis würdigt das große Engagement und das beeindruckende pädagogische Konzept der Marie-Kahle-Gesamtschule, in der Chancengerechtigkeit, das gemeinsame Miteinander, das sich gegenseitige Unterstützen und Wertschätzen,  die Übernahme von Verantwortung füreinander und miteinander tagtäglich in vorbildlicher Weise gelebt werden.  Ich bin davon überzeugt, dass die Schule ihren so erfolgreichen Weg in ganz positiver Weise und höchst motiviert fortsetzen wird“, gratuliert der Bonner Oberbürgermeister Ashok Sridharan.

Das macht diese Schule besonders

Ein wichtiges Ziel der Schule ist es, trotz der häufig prekären Lebensumstände ihren Schülerinnen und Schülern einen erfolgreichen Schulabschluss zu ermöglichen. So ist die Leistungsentwicklung vieler Kinder und Jugendlicher an der Marie-Kahle-Gesamtschule erstaunlich. Seit der Gründung haben alle Jugendlichen die Schule mit einem Abschluss verlassen. Mehr als 50 Prozent erreichen die Qualifikation für die Oberstufe, obwohl weniger als ein Drittel der Schülerinnen und Schüler mit einer Gymnasialempfehlung an die Schule kommen. Die Schule ist auch Pilotschule der nordrhein-westfälischen Initiative „Kein Abschluss ohne Anschluss“.

Aus der Jury-Begründung: Das können andere von dieser Schule lernen

An der Marie-Kahle-Gesamtschule gibt es ein Lernzentrum. Zugang haben alle Schülerinnen und Schüler, die phasenweise oder dauerhaft Unterstützung brauchen. Im Lernzentrum findet individuelle Förderung auf fachlicher Ebene statt, es gibt außerdem Konzentrations- und Verhaltenstrainings. Kinder können eine Mitschülerin oder einen Mitschüler wählen, die oder den sie ins Lernzentrum mitbringen. So wird vermieden, dass das Lernzentrum zu einer Insel für Kinder und Jugendliche mit Förderbedarf wird.

Damit die Kinder und Jugendlichen wissen, wo sie leistungsmäßig stehen, gibt es alle zehn Wochen Leistungsrückmeldungsgespräche zwischen Lehrkräften und den Schülerinnen und Schülern sowie deren Eltern. Außerdem findet nach jeder Klassenarbeit ein Auswertungsgespräch statt.

An der Marie-Kahle-Gesamtschule übernehmen die Kinder und Jugendlichen schon früh Verantwortung. Auch hier greift das Buddy-Prinzip. Das zeigt sich zum Beispiel beim Projekt „Netpiloten“ zur Förderung der Medienkompetenz. In einer viertägigen Ausbildung werden Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 bis 10 zu „Netpiloten“ qualifiziert und gehen dann in die unteren Klassen, um darüber aufzuklären, wie man mit sozialen Medien umgeht und wie man einer Mediensucht vorbeugen kann.

Der Deutsche Schulpreis

Die Robert Bosch Stiftung GmbH vergibt den Deutschen Schulpreis seit dem Jahr 2006 gemeinsam mit der Heidehof Stiftung. Er ist der bekannteste, anspruchsvollste und höchstdotierte Preis für gute Schulen im Land. Kooperationspartner sind die ARD und die ZEIT Verlagsgruppe. Seit dem Start des Programms haben sich rund 2.000 Schulen für den Preis beworben. Bei der Entscheidung über die Preisträger bewertet die Jury sechs Qualitätsbereiche: „Leistung“, „Umgang mit Vielfalt“, „Unterrichtsqualität“, „Verantwortung“, „Schulklima, Schulleben und außerschulische Partner“ und „Schule als lernende Institution“. Diese Merkmale sind inzwischen als Kennzeichen für gute Schulqualität allgemein anerkannt.

Auf Basis der umfangreichen Bewerbungsunterlagen nahm eine Jury aus Praktikern und Bildungswissenschaftlern 20 Schulen in die engere Auswahl. Sie wurden besucht und begutachtet. Dabei führten die Mitglieder der Jury Gespräche mit Schulleitung, Lehrern, Schülern und Eltern und nahmen an Unterrichtseinheiten und Projekten teil, um anschließend zu entscheiden, welche 15 Schulen für die diesjährige Preisverleihung nominiert werden.

Im vorigen Jahr belegte die Bonner Kettelerschule den zweiten Platz beim Deutschen Schulpreis. 2012 hatte die Paul-Martini-Schule auf dem Gelände der LVR-Klinik ebenfalls einen zweiten Platz beim Deutschen Schulpreis erreicht. Im Jahr 2008 gelang dies auch der Integrierten Gesamtschule Beuel. Weitere Informationen auch unter  www.deutscher-schulpreis.de.

Deutscher Schulpreis 20|21 Spezial

Mit dem Deutschen Schulpreis 20|21 Spezial reagieren die Robert Bosch Stiftung und die Heidehof Stiftung auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Gesucht werden zukunftsweisende Konzepte, die Schulen im Umgang mit der Krise entwickelt haben und die das Lernen und Lehren langfristig verändern können.

Für die aktuelle Ausschreibung wurde das Bewerbungsverfahren stark vereinfacht. Erstmals können auch Schülerinnen und Schüler, Eltern, Partner der Schule oder die Schulverwaltung eine Schule für den Preis empfehlen. Die Bewerbungsfrist endet am 15. Oktober 2020. Weitere Informationen unter  www.deutscher-schulpreis.de/aktuelles-wettbewerbsjahr 

Merken & teilen

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • Regionales Bildungsbüro/Bundesstadt Bonn
  • Stadtarchiv
  • rido/Fotolia.com
  • Pixabay

Wir verwenden auf der bonn.de ausschließlich technisch notwendige Cookies sowie zur statistischen Auswertung anonymisiert das Webanalysetool Matomo. Weitere Informationen und Hinweise zur Anpassung der Datenschutzeinstellungen finden Sie in der Datenschutzerklärung. Mehr erfahren...