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Bundesstadt Bonn

Reuterpark: Stadtrat beschließt Umsetzung des ersten Bauabschnitts

Der Rat der Stadt Bonn hat am Montag, 7. September 2020, beschlossen, den ersten Bauabschnitt zum Umbau des Reuterparks zu einem inklusiven Sport-, Spiel- und Freizeitplatz umzusetzen. Die Verwaltung wird nun das Vergabeverfahren einleiten.

Auf dem Gelände des Reuterparks soll ein offener Ort der Begegnung und Bewegung mit Angeboten für Menschen mit und ohne Behinderung entstehen. Damit soll der Reuterpark die erste inklusiv gestaltete Parkanlage in Bonn werden und ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur inklusiven Sportstadt sein: „Ein Platz für alle“. Das etwa 2,3 Hektar große Areal im Ortsteil Kessenich erstreckt sich zwischen Reuterstraße, Hausdorffstraße, August-Bier-Straße und Bonner Talweg.

Der erste Bauabschnitt mit etwa 15.000 Quadratmetern umfasst den zentralen sowie den südlichen Bereich des Parks. Darin befinden sich das Haus der Jugend, die Skate- und Pumptrack-Anlage, zwei Spielplatzinseln, die Boule-Insel, die große Liegewiese und eine Hundeauslaufwiese.

Baumbestand und Wege

Die Parkanlage besitzt einen großen Baumbestand, der erhalten bleiben soll. Die vorhandenen Bäume werden durch neue Bäume ergänzt, die sich dem Klimawandel und den klimatischen Bedingungen in der Stadt besonders gut anpassen sollen. Die Bäume umranden die Anlage, bieten Schatten und lassen den Park wie eine grüne Insel inmitten der Stadt erscheinen. Der Reuterpark soll zukünftig über drei barrierefreie Zugänge erschlossen werden. Nur im Bereich der Ecke Hausdorffstraße/August-Bier-Straße bleibt die bestehende Treppenanlage erhalten und wird ausgebessert, da ein Rampenbau an dieser Stelle einen starken Eingriff in den Baumbestand mit Veränderung des Parkcharakters erfordern würde.

Alle Wege des Parks werden asphaltiert und barrierefrei gestaltet, so dass Besucherinnen und Besucher, die auf Rollstühle oder Rollatoren angewiesen sind, den gesamten Park selbstständig erkunden können. Die Randabschlüsse der Wege werden leicht erhöht ausgebildet und so für sehbehinderte Personen gut taktil erkennbar. Der umlaufende asphaltierte Rundweg wird die zentrale Liegewiese umschließen und zu den Spielplätzen und der Boule-Insel führen.

Skate- und Pumptrack-Anlage

Diese Kombinationsanlage aus Beton ist einmalig in Bonn und Umgebung. Sie soll von Skatern, BMX- und Rollerfahrern und auch Rollstuhlfahrern genutzt werden können. Bei der Entwicklung der Anlage wird die Bonner Skaterszene eingebunden. Außerdem werden Bänke und ausreichend große Mülleimer aufgestellt. Im Hinblick auf die nahe liegende Wohnbebauung muss die Anlage immissionsschutzrechtlich geprüft werden.

Spielplatzinseln

Zwei große Spielplätze bieten Kleinkindern und größeren Kindern interessante Spielangebote. Bei der Auswahl der Spielgeräte, der Farbe und der Beläge war der inklusive Charakter der Inseln entscheidend. So erhält die größere Insel einen honigfarbenen Belag als Fallschutz, der von Kindern mit und ohne Rollstuhl problemlos überquert werden kann. Vom hellen Belag setzt sich ein großes, orangefarbenes Kletterspielgerät ab, das mit seinen schwarzen Seilen starke Kontraste für sehbehinderte Kinder bietet.

Die kleinere Insel wird mit Spielsand befüllt. Der Wasserspender und der Sandtisch werden so gestaltet, dass auch gehbehinderte Kinder an beiden Geräten spielen können.

An beiden Spielplätzen sollen ausreichend Sitzgelegenheiten installiert werden.

Boule-Insel und Liegewiese

Gegenüber der Liegewiese wird eine Boule-Insel entstehen, die Platz für Spiele auf professionellem Niveau bietet. Auf der Liegewiese sollen Liegebänke künftig zum Verweilen einladen. Angrenzend befinden sich große Staudenpflanzungen, die als Sinnesgärten erforscht, gerochen und ertastet werden dürfen.

Hundeauslaufwiese

Im innerstädtischen Bereich Bonns gibt es derzeit noch keine Hundeauslaufwiese. Mit einer umzäunten Anlage in der südwestlichen Ecke des Parks sollen sich Hunde ohne Leine bewegen können. Der Reuterpark wird damit entlastet und Konflikte durch freilaufende Hunde im gesamten Park vermieden.

Zweiter Bauabschnitt

Der nördliche zweite Bauabschnitt mit etwa 8.200 Quadratmetern grenzt an die Reuterstraße. In diesem Bereich des Reuterparks befinden sich derzeit noch temporäre Containerunterkünfte. Noch ist unklar, wann die Umgestaltung des nördlichen Parkabschnitts erfolgen kann, zumal die Fläche eventuell vorübergehend als Ausweichoption für das Clara-Schumann-Gymnasium benötigt werden könnte. Am Clara-Schumann-Gymnasium stehen durch die Rückkehr zu G9 Baumaßnahmen an, für deren Umsetzung ein Teil der Klassen ausgelagert werden muss. Daher ist der erste Bauabschnitt so geplant, dass er auch ohne sofortige Umsetzung des zweiten Abschnitts funktional ist.

Kosten

Die Gesamtkosten des ersten Bauabschnitts belaufen sich auf 3.066.000 Euro. Davon werden 2,1 Millionen Euro durch Fördermittel aus dem Investitionspakt „Soziale Integration im Quartier“ bezuschusst.

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Bildnachweise

  • Giacomo Zucca/Bundesstadt Bonn
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