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Bundesstadt Bonn

Beethoven-Filmfest: Zwischen Mythos und Entmythologisierung

Dem Thema Beethoven im Film widmet sich das Beethoven-Filmfest des Stadtmuseums Bonn in Kooperation mit dem REX-Lichtspieltheater Bonn. Vom 23. bis 30. September ist bei dem von der Beethoven Jubiläums Gesellschaft BTHVN2020 geförderten Projekt im REX-Kino, Frongasse 9, eine Auswahl der schönsten Spiel-, Dokumentar- und Musikfilme über den in Bonn geborenen Komponisten zu sehen. Am Sonntag, 20. September, ist zudem ein Freiluft-Auftakt auf der Rheinterrasse des Ernst-Moritz-Arndt-Hauses geplant.

Der Stummfilm „Der Märtyrer seines Herzens” von 1917/1918 von Emil Justitz mit Fritz Kortner in der Hauptrolle als Beethoven (Donnerstag, 24.9., 18 Uhr) wird zum ersten Mal in einer neuen digitalen Tonspur gezeigt, die Studierende der D‘Drive School voor Creative industrie en Pedagogisch werk am Friesland College im niederländischen Leeuwarden eigens für die Vorführung in Bonn erstellt haben.

Schlicht „Beethoven“ lautet der Titel des zweiten Stummfilms aus dem Jahr 1927, bei dem ebenfalls Fritz Kortner die Hauptrolle spielt. Die Vorführung wird live am Klavier vom Pianisten Markus Kreul begleitet, der für das Filmfest eine eigene musikalische Fassung erstellt hat, die hier zum ersten Mal zu hören ist. Der Film ist nicht nur im REX (25.9., 18 Uhr) zu sehen, sondern auch als Freiluftaufführung bei der Auftaktveranstaltung auf der Terrasse des Arndt-Hauses, Adenauerallee 79 (20.9., 17 und 20 Uhr).

Beethoven entmythologisieren wollte der 1931 in Buenos Aires geborene und 2008 in Köln gestorbene Komponist, Dirigent, Librettist und Regisseur Mauricio Kagel in seiner Fernseh-Produktion „Ludwig van“ (29.9., 18 Uhr), die im Jubiläumsjahr 1970 im WDR ausgestrahlt wurde. Darin lässt er Beethoven in Gestalt eines Kameramanns in der Kleidung um 1800 in das Bonn der 1960er Jahre reisen, um sein Geburtshaus zu besuchen, wo er durch ein fiktives, als Wohnung mit Bad, Wohnzimmer, Kinderzimmer, Abstellraum etc. gestaltetes Museum geführt wird, das Kagel von Künstlern der deutschen Fluxus-Bewegung gestalten ließ. Kagel lässt den Film konsequent mit einer Sequenz enden, in der die hundert Beethoven-Büsten unterschiedlichsten Materials, die vorher im fiktiven Badezimmer abgestellt waren, zerschlagen werden. In den Film einführen wird Professor Dr. Peter Moormann, Professor für Medienästhetik an der Universität Köln.

Zum Abschluss steht „Un Grand Amour de Beethoven” des französischen Filmpioniers Abel Gance aus dem Jahr 1936 mit Harry Baur als Beethoven und dem jungen Jean-Louis Barrault als Karl van Beethoven auf dem Programm (30.9., 20 Uhr, französisch, keine Untertitel). Gance baute seinen Film in leitmotivisch besetzten Szenen auf, die 1801 im Leben von Beethoven einsetzen und mit seinem Tod enden. Dem Regisseur ging es nicht um biographische Wahrheiten, sondern um den ganz auf sein musikalisches Genie „zurückgeworfenen” ertaubten Musiker. Als Referent ist abermals Professor Moormann zu Gast, der die Einführung übernehmen und einen exemplarischen Blick auf das Thema „Beethoven im Film“ werfen wird.

Stadtmuseum Bonn konzipierte das Filmfest

Konzipiert und organisiert wurde das Beethoven-Filmfest vom Stadtmuseum Bonn. Außer bei „Ludwig van“ und „Un Grand Amour de Beethoven“ übernimmt Museumsleiterin Dr. Ingrid Bodsch als Kuratorin des Filmfests jeweils die Einführung in die Filme. Karten für die Vorführungen im REX zum Preis von 8 Euro, ermäßigt 7 Euro, gibt es online unter  www.rex-filmbuehne.de/inhalt/rex/plan. Tickets für den Auftakt am 20.9. auf der Terrasse des Ernst-Moritz-Arndt-können per E-Mail an  anmeldungen-smbbonnde bestellt werden. Das komplette Programm des Beethoven-Filmfestes findet man unter  https://www.rex-filmbuehne.de/inhalt/vorschau.

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Bildnachweise

  • StadtMuseum Bonn
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