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Bundesstadt Bonn

Ministerin Ina Scharrenbach übergibt Zuwendungsbescheid für Carillon

Das Glockenspiel im Kurpark Bad Godesberg ist dringend restaurierungsbedürftig. Dank des Heimat-Förderprogramms des Landes Nordrhein-Westfalen erhält Bonn 102.190 Euro über das Förderinstrument „Heimat-Zeugnis“. Damit wird unter anderem der Erhalt von Bauwerken unterstützt, die lokale Identifikation ermöglichen.

Übergabe des Zuwendungsbescheids: (v.l.) Bezirksbürgermeister Christoph Jansen, Prof. Dr. Eckhard Freyer, Ministerin Ina Scharrenbach, Oberbürgermeisterin Katja Dörner und die Carilloneure Georg Wagner, Rolf Linden sowie Ariane Toffel.

Mit ganz besonders erfreulicher Post im Gepäck war Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen, am Mittwoch, 21. September 2022, zu Gast in Bonn. Genauer gesagt im Kurpark Bad Godesberg. Dort traf sie mit Oberbürgermeisterin Katja Dörner sowie weiteren Gästen zusammen. Mit dabei waren auch der Bad Godesberger Bezirksbürgermeister Christoph Jansen, die Carilloneure Georg Wagner, Rolf Linden und Ariane Toffel sowie Vorstandsmitglieder des Vereins Bürger.Bad.Godesberg, darunter Vorsitzender Prof. Dr. Eckhard Freyer.

Treffpunkt war das Carillon, jenes Glockenspiel, das anlässlich der Bundesgartenschau 1979 in der Rheinaue aufgestellt und später 1981 im Kurpark Bad Godesberg weiter erhalten wurde. Mit dabei hatte die Ministerin einen Zuwendungsbescheid über 102.190 Euro. Dieses Geld kommt der dringend notwendigen Restaurierung des Carillons zu Gute. Ermöglicht wird die Förderung über das „Heimat-Zeugnis“.

Ministerin Scharrenbach: „Das Glockenspiel im Kurpark Bad Godesberg ist wichtiger Bestandteil der regionalen Kulturgeschichte und bedeutender Ort für das Kulturerbe unseres Bundeslandes. Durch die Förderung der Restaurierung und Aufwertung will die Landesregierung Nordrhein-Westfalen dazu beitragen, dass der Klang der Glocken auch für künftige Generationen hörbar und erlebbar bleibt. Dafür gibt es die Nordrhein-Westfalen-Initiative ‚Heimat. Zukunft. Nordrhein-Westfalen.‘“

„Die Konstruktion des Bad Godesberger Carillons als sieben Meter hoher Metallturm mit einer ebenerdigen gläsernen Spielerkabine ist unter den derzeit rund 350 in Europa existierenden Carillons einzigartig. Das hat uns überzeugt, es grundlegend zu renovieren und die seit der Erbauungszeit fehlenden Bassglocken und Pedalklaviatur zu ergänzen und somit das Instrument zu vervollständigen“, sagte Oberbürgermeisterin Katja Dörner.

Sie dankte der Ministerin sowie dem Verein Bürger.Bad.Godesberg, der sich - neben zahlreichen anderen Aktivitäten im Stadtbezirk - sehr für den Erhalt des Carillons eingesetzt hat. So kamen durch eine Spendenaktion über Glockenpatenschaften rund 32.000 Euro zusammen. Dank der großzügigen Förderung durch das Ministerium sowie einem im Haushalt bereit gestellten städtischen Eigenanteil von zehn Prozent kann die Restaurierung nun beauftragt werden. Die Gesamtkosten betragen rund 150.000 Euro.

Carilloneur Georg Wagner spielt das Glockenspiel.

Das Carillon im Kurpark

Carilloneur Georg Wagner spielte für die Gäste zwei kurze Stücke auf dem besonderen Instrument. Das Carillon ist ein Glockenspiel, bei dem die Glocken rein mechanisch über eine spezielle Klaviatur angespielt werden. Das Bad Godesberger Carillon verfügt über 23 Glocken bei einem Tonumfang von zwei Oktaven. Damit können nicht nur Melodien gespielt werden, sondern auch anspruchsvolle Kompositionen.

Der Zustand des Carillons ist nach nun 42 Jahren desolat. Außer Schönheitsreparaturen mit oftmaligem Farbanstrich fand bisher keine Instandsetzung oder regelmäßige Wartung statt. Die metallene Konstruktion ist daher in wesentlichen Teilen korrodiert, die Spielerkabine vollkommen marode. Das Instrument konnte bisher nur mit viel Mühe und ehrenamtlichem Engagement spielbereit gehalten werden.

Die hohe musikalische Qualität der Glocken des international renommierten Glockengießers Royal Eijsbouts und die ausgesprochen breite Resonanz in der Bevölkerung haben die Stadt Bonn als Eigentümerin überzeugt, eine grundlegende Renovierung samt Vervollständigung in Angriff zu nehmen. Maßgeblich unterstützt wird dies durch den Verein Bürger.Bad.Godesberg.

Der Verein und die Bundesstadt Bonn wollen das Carillon von Bad Godesberg als Bezugspunkt für die Identifikation der Einwohner zu ihrer Heimat und zur Geschichte Bonns bewahren und stärken. So finden am Wochenende oder zu besonderen Anlässen regelmäßig Konzerte statt. Seit langem schon hat das Carillon seinen Platz als verbindendes Element im Kulturviereck Stadthalle/Trinkpavillon, Kleines Theater, Musikschule, Redoute/Haus an der Redoute gefunden.

Über das „Heimat-Zeugnis"

Das „Heimat-Zeugnis“ gehört zur Nordrhein-Westfalen-Initiative "Heimat. Zukunft. Nordrhein-Westfalen. Wir fördern, was Menschen verbindet". Bezugspunkte lokaler Identität und Identifikation sind häufig die lokale und regionale Geschichte oder besondere und prägende Bauwerke, Gebäude oder entsprechende Orte in der freien Natur.

Das Wissen um lokale, identitätsstiftende Besonderheiten gehört zur Bildung aller Generationen und ermöglicht Erfahrungen an besonderen öffentlichen Orten, die dadurch auch zu „Lern-Orten“ werden. Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen unterstützt diejenigen, die sich um solche Orte und Bauwerke, „Zeugen“ ihrer Heimat kümmern und die die dazugehörige Geschichte oder Tradition in zeitgemäßer und interessanter Form aufarbeiten beziehungsweise präsentieren.

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  • Benjamin Westhoff/Bundesstadt Bonn
  • Benjamin Westhoff/Bundesstadt Bonn