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Bundesstadt Bonn

Pflegenden Angehörigen von Menschen mit Demenz eine Stimme geben

Rathausgespräch in Bad Godesberg ermöglicht Dialog zwischen pflegenden Angehörigen und Akteuren aus der Kommune.

Dies ist eine Pressemitteilung der Bezirksvertretung Bad Godesberg

„Demenz ist ein Thema, das in die Mitte der Gesellschaft gehört.“, da waren sich alle Beteiligten des Bad Godesberger Rathausgespräches einig, welches am Mittwoch, den 8. September 2021 von 16 bis 19 Uhr stattgefunden hat.

Dies war das 14. von 16 geplanten Rathausgesprächen des groß angelegten Forschungsprojektes des Instituts für Gerontologie der Universität Heidelberg. Aufgrund der Corona-Pandemie fand das Rathausgespräch in einem digitalen Format statt. Das tat dem eigentlichen Thema des Abends, dem Diskurs über innovative Unterstützungsmöglichkeiten und deren Auswirkung auf die Lebenssituation von pflegenden Angehörigen von Menschen mit Demenz, allerdings keinen Abbruch. 

Zu Beginn des Nachmittages begrüßte Bezirksbürgermeister Christoph Jansen alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer und forderte, dass das Thema Demenz mehr Raum in der Gesellschaft und Öffentlichkeit benötigt. Er wünsche sich eine demenzfreundliche Kultur, zu der auch das Leben in einer Kommune gehöre. Außerdem bedankte er sich bei allen Akteuren aus der Kommune für ihre Teilnahme, aber vor allem für den Mut der pflegenden Angehörigen, den diese aufbrachten, um über ihre Lebenssituation und über ihre Anliegen vor der Bürgerschaft und den Bad Godesberger Akteuren zu sprechen.

In den folgenden drei Gesprächsrunden wurde sich über Unterstützungsmöglichkeiten für die Begleitung von Menschen mit Demenz und der Bedeutung bürgerschaftlichen Engagements ausgetauscht. In der ersten Runde kamen vier pflegende Angehörige zusammen, die ihre Wünsche, Bedarfe und Bedürfnisse äußerten. Die Runde der pflegenden Angehörigen brachte zum Ausdruck, dass Informationsmaterialien, die alltägliche Tipps für den Umgang mit demenziell Erkrankten und mögliche Anlaufstellen in der Kommune bereithalten, hilfreich wären. Zu diesem Thema wurden bereits während des Rathausgesprächs einige Ideen gesammelt, wie die jeweiligen Angebote in die Öffentlichkeit getragen werden sollten. Pflegende Angehörige bemängelten die Parkplatzsituation in der Stadt und sprachen sich für die Möglichkeit eines Fahrdienstes sowie eine größere Anzahl an Betreuungsangeboten aus. Gleichzeitig gaben einige an, dass man - sofern man weiß an wen man sich wenden muss - an sehr kompetente und engagierte Ansprechpartnerinnen oder Absprechpartner gelangt. 

In einer zweiten Runde diskutierten sieben Akteure aus Bad Godesberg bzw. Bonn. Unter ihnen waren Gabriel Kunze, stellvertretender Bezirksbürgermeister von Bad Godesberg, Heike Oepen, Sachgebietsleiterin der Bonner Fachstelle Alter und Pflege, Petra Banger der Bürgerstiftung Rheinviertel, Dr. Adrian Reinert von der VHS Bonn, Petra Schliebitz alias Demenzclownin Augusta, Nadine Schwarz-Kühle, Sozialkoordinatorin für SeniorInnen der AWO in Bad Godesberg und Birgit Ratz, Vorsitzende des Wohnprojektes LeA.

In der 3. Runde fand dann ein gemeinsamer Austausch der Akteure und der pflegenden Angehörigen statt. Übereinstimmend wurde festgehalten, dass das Ehrenamt gestärkt werden muss, um neue Sorgestrukturen zu schaffen. Zudem hilft eine stärkere Sensibilität, Offenheit und Akzeptanz in der Gesellschaft gegenüber der Thematik Pflege und Demenz, sodass Betroffene mit ihren Angehörigen ganz selbstverständlich am öffentlichen Leben teilhaben können und sich angenommen fühlen. Ein weiterer Aspekt: Mindestens genauso wichtig wie Dienstleistungen, Aufklärungsarbeit und Unterstützungsangebote sind der Ausgleich für pflegende Angehörige. Dies können Bewegungsangebote, Kuraufenthalte, Gesprächskreise, der Kontakt zu Tieren oder auch Veranstaltungen in der Nachbarschaft sein.

Fazit des bis dahin bereits bereichernden nachmittags waren einige Aha-Momente und sicherlich auch, dass viele der Teilnehmenden zum weiteren Nachdenken und Handeln angeregt wurden. 

 

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