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Bundesstadt Bonn

Stadt kündigt neue Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus an

Mit erhöhten Auflagen wird die Stadt Bonn auf die steigenden Corona-Neuinfektionen reagieren. Verschiedene Maßnahmen werden jetzt mit dem Land abgestimmt und anschließend über eine ordnungsbehördliche Allgemeinverfügung erlassen.

In den vergangenen sieben Tagen wurden in Bonn 115 Neuinfektionen registriert. Dies entspricht 34,85 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Nach dem von Bund und Ländern eingeführten Notfallmechanismus gegen steigende Infektionszahlen sind Kommunen und Kreise ab einem Wert von 35 verpflichtet, in Abstimmung mit den Landesbehörden weitere Maßnahmen zu ergreifen. 

Zu diesen Maßnahmen, die die Stadt dem Land vorschlagen wird, gehört unter anderem eine Reduzierung der Gästezahl bei privaten Feiern im öffentlichen Raum oder in angemieteten Räumen auf 50 Personen. Bei öffentlichen Veranstaltungen in geschlossenen Räumen wird verstärkt die Einhaltung von Hygienekonzepten sowie die Einhaltung von Abständen kontrolliert. 

Eindringlicher Appell

„Wir appellieren eindringlich an die Bürgerinnen und Bürger, die AHA-Regeln (Abstand – Händewaschen – Alltagsmaske) weiterhin einzuhalten, die Corona-Warn-App auf ihren Mobiltelefonen zu installieren sowie viel zu lüften“, betont Stadtdirektor Wolfgang Fuchs, Leiter des Krisenstabs, angesichts der steigenden Infektionszahlen und mit Blick auf die Herbst- und Wintermonate. Die Stadt empfiehlt darüber hinaus das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes an den weiterführenden Schulen sowie auf öffentlichen Plätzen in Bonn.

Situation an den Schulen

Aufgrund der zunehmenden Zahl der von Infektionen betroffenen Schulen hat die Stadt beschlossen, künftig nicht mehr alle Kontaktpersonen ersten Grades testen zu lassen, sondern nur solche, die typische Symptome aufweisen. Außerdem sollen künftig nicht mehr in jedem Fall komplette Schulklassen in Quarantäne geschickt werden. Insbesondere dann, wenn Abstände und Hygienevorschriften in den Klassen eingehalten und Mund-Nasen-Bedeckungen getragen wurden, will die Stadt von der Empfehlung des Robert-Koch-Instituts abweichen und Quarantäne-Entscheidungen differenziert betrachten.

Im Zusammenhang mit der Frage, unter welchen Voraussetzungen Schulsport wieder in den Schulturnhallen stattfinden kann, hofft die Stadt weiterhin auf eine bundesweite Regelung. 

In den Bonner Schulen lassen sich insbesondere in den Klassenräumen überall ausreichend Fenster und Türen öffnen, so dass regelmäßig gelüftet werden kann. Ausnahme ist das Friedrich-List-Berufskolleg, wo dies in vier Räumen nicht ausreichend möglich ist. Für diese Schule wurden deshalb Hochleistungsluftreinigungsgeräte angeschafft. Nach aktuellem Stand sind das die einzigen erhältlichen Geräte, die einen gleichzeitig virologisch wirksamen, wartungsfreien und für einen Schulbetrieb ausreichend leisen Luftaustausch gewährleisten. Bei einem Preis von etwa 4.500 Euro pro Gerät und über 4.000 Klassenzimmern in Bonner Schulen ist eine Anschaffung nur im Einzelfall möglich. Nach aktuellen Erkenntnissen reicht in der Regel regelmäßiges, drei- bis fünfminütiges Stoßlüften in Verbindung mit einer Querlüftung aus, um die Luft auszutauschen.

Kontrollen des Stadtordnungsdienstes

Seit Inkrafttreten der aktuellen Coronaschutzverordnung zum 1. Oktober 2020 hat der Stadtordnungsdienst in 27 Gaststätten Listen mit Kontaktdaten kontrolliert. Von insgesamt 273 überprüften Namenseinträgen waren 15 Angaben falsch. Diese Gäste müssen nun mit einem Bußgeldverfahren und dem vom Land NRW festgelegten Bußgeld von 250 Euro rechnen. Vier Gastwirte erwartet aufgrund eines erheblichen Verstoßes gegen die Auflagen der Coronaschutzverordnung ein Verfahren mit einem Bußgeld von 1000 Euro. Als erhebliche Verstöße gelten unter anderem falsche bzw. fehlende Listen zur Kontaktdatenrückverfolgung, fehlende bzw. fehlerhafte Raumskizzen, fehlendes Desinfektionsmaterial oder Desinfektionspläne. In acht Gaststätten wurden leichtere Verstöße gegen die Vorgaben festgestellt. 

Bei weiteren Kontrollen in Bussen und Bahnen hat der Stadtordnungsdienst in neun Fällen Anzeige erstattet, weil Fahrgäste keine Mund-Nasen-Bedeckung trugen. Zwölfmal wurden Verstöße gegen die zulässige Gruppengröße im öffentlichen Raum festgestellt. 

Insgesamt hat die Bußgeldstelle in Zusammenhang mit dem Coronavirus inzwischen 1.700 Anzeigen erhalten und 1.150 Bußgeldescheide erlassen.

Aktuelle Zahlen

Aktuell sind 118 Personen in Bonn nachweislich mit dem Coronavirus infiziert (Stand Mittwoch, 7. Oktober 2020). Seit 28. Februar 2020 wurden insgesamt 1367 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet. Neun Menschen sind im Zusammenhang mit Covid-19 verstorben, 1240 Personen sind wieder genesen.

In den vergangenen sieben Tagen sind in Bonn 115 Neuinfektionen registriert worden; dies entspricht 34,85 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Mit dem von Bund und Ländern eingeführten Notfallmechanismus gegen steigende Infektionszahlen von 35 neuen Infektionsfällen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen liegt die Grenze für die Bundesstadt Bonn mit mehr als 330.000 Einwohnern bei 116 Fällen.

Am Mittwoch, 7. Oktober 2020, wurde dem Gesundheitsamt eine positiv getestete Person am Friedrich-List-Berufskolleg gemeldet. Die Person kommt nicht aus Bonn.

Tagesaktuelle Informationen zum Coronavirus findet man auf  www.bonn.de/coronavirus.

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