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Bundesstadt Bonn

Tag der Artenvielfalt 2020: Natur in Bonn entdecken

Am 22. Mai wird auf der ganzen Welt der Tag der Artenvielfalt gefeiert, in diesem Jahr unter dem Motto „Our solutions are in nature“ – „Die Natur hat die Lösung“. Pandemiebedingt fällt zwar der zentrale Aktionstag in den Botanischen Gärten am Sonntag, 24. Mai 2020, aus, aber die Bonner Naturschutzgebiete, Parks und Grünflächen laden auch jetzt zu besonderen Naturentdeckungen ein.

Rund 60 Prozent des Bonner Stadtgebiets stehen unter Natur- und Landschaftsschutz. Hinzu kommen weitere Grünflächen wie Grünstreifen oder Friedhöfe. Bonn ist eine Stadt, die von Natur im Stadtbild geprägt ist und vielfältige Möglichkeiten zum Naturerlebnis und zur Freizeitgestaltung in der Natur bietet – vom Ennert bis zum Kottenforst, von der Siegaue bis zum Südfriedhof, von der Obstwiese bis zum Eidechsenfelsen. Deshalb verwundert auch nicht, dass „Natürliche Ressourcen und Umwelt“ eines der sechs Handlungsfelder der Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Bonn ist, die 2019 beschlossen wurde.

Oberbürgermeister Sridharan, der sich als Präsident des internationalen Städtenetzwerks für Nachhaltigkeit (ICLEI) auch in der internationalen Biodiversitätsdebatte engagiert, sagt anlässlich des Tags der Artenvielfalt:

„Die Vielfalt der Arten und Lebensräume ist Lebensgrundlage der Menschheit und ganz besonders der Städte. Uns Bonnerinnen und Bonnern bieten Wälder, Parks und Auen Raum für Erholung, Sport und Freizeitaktivitäten – auch und gerade während der Corona-Pandemie. Ich bin froh und dankbar über das Geschenk der Natur vor unserer Haustür und engagiere mich gemeinsam mit vielen anderen Städten in der Welt dafür, Natur in der Stadt zu bewahren und ihren vielfältigen Nutzen sichtbar zu machen“.

Deshalb, so Sridharan, sei die Stadt Bonn auch im Programm „Cities with Nature“ von ICLEI und nehme derzeit als Mitglied des Globalen Aktionsbündnisses für Biodiversität in Städten und Regionen an den Online-Beratungen zu einem neuen weltweiten Aktionsplan für Städte und Regionen teil, der 2021 bei der nächsten Weltnaturschutzkonferenz in Kunming, China, verabschiedet werden soll.

Wildkräuter und Stauden statt Rasenflächen

Die Stadt Bonn wurde im vergangenen Jahr mit dem Label „Stadtgrün naturnah“ in Silber ausgezeichnet. Der Zertifizierung ging eine umfangreiche Bestandsaufnahme der bisherigen Maßnahmen im Grünflächen- und Waldmanagement voraus. Ein wesentliches Element ist die sogenannte „Extensivbewirtschaftung von Flächen“. Das bedeutet zum Beispiel, dass seltener gemäht wird und statt grüner Rasenflächen bevorzugt heimische Wildkräuter und Stauden gepflanzt werden. Wer sich derzeit im Stadtpark Bad Godesberg, im Hubertinumshof, am Windeckbunker oder am Rheinufer unterhalb der Beethovenhalle umsieht, wird neue Staudenmischpflanzungen entdecken.

Auf dem Südfriedhof ist besonders gut zu sehen, wie Totholzhaufen und Insektenhotels Lebensräume für Insekten bieten. Im Bonner Kottenforst, der bereits nach den Kriterien sowohl des Vereins Naturland wie auch des (in Bonn ansässigen) Forest Stewardship Council zertifiziert ist, wird die Stadt bis zum Jahr 2022 25.000 Bäume neu pflanzen. Dieses Vorhaben und Aktivitäten der Umweltbildung sind außerdem Teil der „Trees in Cities Challenge“ der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen in Europa (UNECE). Mehr Infos zur Auszeichnung und den ausgezeichneten Projekten in Bonn gibt es unter  https://www.bonn.de/themen-entdecken/umwelt-natur/labeling-stadtgruen-naturnah.php.  

Themenschwerpunkt Wald

Nach und nach ist es in den vergangenen Jahren gelungen, große Teile der Fichten-Monokulturen durch Mischwald standortgerechter Arten zu ersetzen, die Lebensraum für viele Tier- und Insektenarten sind. Ergänzend werden Bäume, die besonderen Artenreichtum ermöglichen, als sogenannte „Spechtbäume“ markiert und erhalten. Wer aufmerksam durch den Kottenforst wandert, wird dort den einen oder anderen solchen Baum entdecken.

Der Wald ist in diesem Jahr ein besonderer Themenschwerpunkt in Bonn. Am Sitz des Europäischen Waldinstituts EFI soll im Herbst die Europäische Waldkonferenz stattfinden. Die geplante Veranstaltungsreihe „Bonner Waldgespräche“ gibt es aktuell angesichts der Pandemie vorerst nur online.  https://www.efi.int/bonnwaldgespraeche

Artenvielfalt in der Stadt

Die Untere Naturschutzbehörde hofft ab September in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule in der Reihe „Biologische Vielfalt in der Stadt“ wieder Vorträge anbieten zu können. Auf dem neu erstellten „Lehrpfad Artenvielfalt“ können Bonnerinnen und Bonner innerstädtische Naturlebensräume und deren Bewohner kennenlernen, die in Baumhöhlen, Mauern oder Wänden leben.

Und bereits die Kleinsten können – sofern es die Pandemie zulässt – im Projekt „Blüten für Insekten“ selbst pflanzen und erleben, wie ihr Beet zum beliebten Insektentreff wird. Beim Familienspaziergang finden sich übrigens in der ganzen Stadt kleine Insekteninseln, liebevoll gepflegt von Beetpatinnen und -paten im Rahmen der Initiative „Bonn blüht und summt“. Weitere Informationen finden sich unter  https://www.bonn.de/themen-entdecken/umwelt-natur/artenvielfalt-in-der-stadt.php.

Biodiversitätsforschung in Bonn

Das aktuelle Motto zum Tag des Artenschutzes „Die Natur hat die Lösung“ kann auch die Wissenschaft bestätigen. Nicht nur Medikamente, sondern auch vielfältige Technologien verdanken wir der Natur. Lacke zum Beispiel machen sich die natürlichen Eigenschaften von Pflanzen zunutze, die Schmutz abweisen. Dieser sogenannte Lotus-Effekt wurde schon vor langer Zeit von Wissenschaftlern des Nees-Instituts für Biodiversität der Pflanzen an der Universität Bonn entdeckt.

In der Deutschen Stadt der Vereinten Nationen, in der die Bonner Konvention für wandernde, wildlebende Tierarten (CMS) und der wissenschaftliche Weltbiodiversitätsrat IPBES zuhause sind, hat die Biodiversitätsforschung eine etablierte Plattform. Dazu zählt auch das BION-Netzwerk, dem auch die Stadt Bonn angehört. Viele der BION-Mitglieder wie die Botanischen Gärten der Universität Bonn (aktuell eingeschränkt geöffnet) oder das Zoologische Forschungsmuseum Alexander Koenig (derzeit nur Online-Angebote) verbinden wissenschaftliche Arbeit und interessante Angebote für Groß und Klein.

Natur als Lösung gilt auch für die Ernährung. 2019 wurde die Stadt Bonn Mitglied der Biocities-Initiative zur Förderung von biologischem Lebensmittelanbau. Seitdem werden die Anteile von Bio-Lebensmitteln in allen städtischen Einrichtungen stetig erhöht, zum Beispiel auch in Seniorenheimen.

Weitere Informationen zu Biodiversität und Artenschutz in Bonn gibt es unter  https://www.bonn.de/themen-entdecken/umwelt-natur/naturschutz-artenschutz.php.

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Bildnachweise

  • Martin Rudolph/kommbio
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  • Naturpark Rheinland
  • Carmen Neff/Bundesstadt Bonn

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