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Bundesstadt Bonn

Seilbahn: Verwaltung legt dem Rat die nächsten Planungsschritte vor

Für die Bundesstadt Bonn ist die geplante Seilbahn ein bedeutender Baustein bei der Mobilitätswende. Die Verwaltung möchte nun die Planung weiter konkretisieren. Dazu sollen erste Gutachten zu Klima, Naturschutz und anderen Fragen beauftragt werden. Auch der Beteiligungsprozess der Bürger*innen soll fortgesetzt werden.

Die Verwaltung schlägt in einer Beschlussvorlage dem Rat der Stadt für seine Sitzung am 9. Juni 2022 die weiteren Planungsschritte vor. Vorher bereits werden der Ausschuss für Mobilität und Verkehr (25. Mai) sowie die Bezirksvertretungen von Beuel (1. Juni) und Bonn (7. Juni) die entsprechende Vorlage beraten. 

Konkretere Planungen und erste Gutachten

In einem der nächsten Schritte soll der Längenschnitt der Seilbahn aus dem Jahr 2019 den aktuellen Erkenntnissen aus anderen Seilbahnprojekten sowie auf Basis des aktuellen Standes der Technik überarbeitet werden. Gleichzeitig sollen erste Vorabstimmungen mit Behörden und so genannten Trägern Öffentlicher Belange beginnen. Hierzu zählen z.B. das NRW-Verkehrsministerium, die für die Planfeststellung zuständige Bezirksregierung Köln, städtische Fachdienststellen, die zuständigen Denkmalbehörden und der Urheberrechteinhaber der Rheinaue.

Damit Seilbahnhersteller im Rahmen der funktionalen Ausschreibung aussagekräftige Angebote abgeben können, sollen im Vorfeld notwendige Gutachten erstellt werden. Ist ein Seilbahnhersteller gefunden, müssen diese Gutachten auf Basis seiner Ausführungsplanung aktualisiert werden, damit das Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden kann. Dazu soll der Rat der Stadt Bonn zu gegebener Zeit einen entsprechenden Beschluss fassen. Ist das Planfeststellungsverfahren erfolgreich durchlaufen, besteht Baurecht für die Seilbahn.

Kommunikationskonzept

Die zweitägige Informationsveranstaltung Anfang April 2022 auf dem Münsterplatz hat gezeigt: Eine große Mehrheit der Bonner Stadtgesellschaft steht dem Projekt positiv gegenüber. Auch weiterhin ist geplant, die weiteren Schritte zum Bau der Seilbahn im Kontext der Verkehrswende intensiv zu begleiten und zu kommunizieren. Das bestehende Kommunikationskonzept soll zusammen mit der beauftragten Agentur ifok weiterentwickelt und auf die nächsten Planungsschritte abgestimmt werden.

Zum Hintergrund

Nach einer Machbarkeitsstudie (2016/2017), die feststellte, dass die Seilbahn technisch möglich ist, ergab im Herbst 2021 die Standardisierte Bewertung vorläufig: Die Seilbahn ist gesamtwirtschaftlich sinnvoll. Auf dieser Basis beschloss der Stadtrat im Dezember die Anmeldung der Seilbahn für den ÖPNV-Bedarfsplan des Landes. Der Regionalrat stimmte dem später zu. Der Verkehrsausschuss des Landtags nahm im März 2022 die Seilbahn in den Bedarfsplan und den darauf aufbauenden ÖPNV-Infrastrukturfinanzierungsplan auf.

Die Seilbahn soll vom rechtsrheinischen Stadtbezirk Beuel über den Rhein hinweg hinauf zum Venusberg führen. Sie hat eine Länge von knapp 4,3 Kilometern, umfasst nach derzeitigem Planungsstand 34 Stützen und wird über fünf Stationen verfügen: Schießbergweg in Beuel-Ramersdorf, Post Tower, UN Campus, Loki-Schmidt-Platz und Universitätsklinikum Bonn.

Die Seilbahn soll in den Öffentlichen Personennahverkehr integriert werden. Bonn wäre damit die erste Stadt in Deutschland mit einer Seilbahn als Teil des Nahverkehrs. Das heißt: Sie könnte mit den regulären Tickets und Fahrscheinen für Busse und Bahnen genutzt werden.

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