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Bundesstadt Bonn

Coronavirus: OB Sridharan „Wir setzen auf die Einsicht aller“

Mit weiteren Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Infektionen wird das öffentliche Leben, auch in Bonn, zunehmend eingeschränkt.

Oberbürgermeister Ashok Sridharan wandte sich deshalb an alle Bonnerinnen und Bonner: „Die immer größer werdenden Einschnitte in unser gesellschaftliches Leben verlangen viel Verständnis und Geduld von allen. Ich habe die herzliche Bitte: Bleiben Sie ruhig und aufmerksam, beachten Sie die Hinweise zur Hygiene, halten Sie Abstand und verzichten Sie vorerst auf größere gesellige Zusammentreffen. Üben Sie Solidarität und helfen Sie anderen. Jetzt wird sich zeigen, wie unsere Gesellschaft zusammenhält und auch schwierige Zeiten besteht. Bewahren Sie bitte Ruhe: Es gibt keinen Anlass für Hamsterkäufe, denn die Versorgung ist sichergestellt, das hat mir der Einzelhandel, mit dem ich in Kontakt stehe, bestätigt.“

Was zum Beispiel die angekündigten Schließungen von Geschäften und die Abendschließung von Restaurants angeht, so wartet die Stadt auf den Erlass der Landesregierung, der dann im Wege einer weiteren Allgemeinverfügung über das Amtsblatt der Stadt bekannt gemacht wird; er tritt dann am darauffolgenden Tag in Kraft.

Nur wenig Nachfrage nach Kinderbetreuung

Am Montag und Dienstag konnten die Eltern selbst entscheiden, ob sie ihre Kinder in die Kita bzw. die Schule schicken. Ab Mittwoch wird eine Bescheinigung der Arbeitgeber verlangt, dass beide Elternteile oder der/die Alleinerziehende in Berufen der kritischen Infrastruktur beschäftigt ist. „Zu unserer großen Überraschung kamen in alle städtischen Kindertagesstätten nur insgesamt 22 Kinder zur Betreuung“, so Carolin Krause, Dezernentin für Schule, Soziales und Jugend. In Kindergärten anderer Träger wurden rund 200 Kinder betreut.

Für Fragen rund um die Kinderbetreuung gibt es eine neue E-Mail-Adresse beim Amt für Kinder, Jugend und Familie:  corona-kinderbetreuungbonnde. Die angekündigte Hotline ist unter Tel. 0228 - 77 40 70 montags bis donnerstags von 9 bis 16 Uhr sowie freitags von 9 bis 13 Uhr erreichbar.

Auch in den Schulen sah es kaum anders aus als in den Kindertagesstätten: In 51 Gruppen an Grundschulen kümmerte man sich um 155 Kinder. An den weiterführenden Schulen gab es insgesamt 13 Gruppen mit insgesamt 25 Kindern.

Die für die kommenden Tage geplanten Informationsabende für die Eltern der Kinder, die im Jahr 2022 erstmalig schulpflichtig werden, fallen aus. Dies betrifft die Termine am heutigen 17. März in der KGS Bernhardschule, am 18. März in der GGS Ludwig-Richter-Schule, am 24. März an der GGS Robert-Koch-Schule, am 26. März an der KGS Holzlar, am 31. März an der GGS Adelheidisschule und am 1. April an der GGS Michaelschule. 

Spiel- und Bolzplätze

„Spiel- und Bolzplätze hätte ich gern offen gehalten“, so OB Sridharan, „aber die Aussagen der Kanzlerin und Ankündigungen der Landesregierung sind eindeutig: Wir müssen schließen.“ Die Kontrolle sei nicht einfach. „Ich appelliere auch in diesem Fall an die Einsicht der Erziehungsberechtigten, ihren Kindern die Notwendigkeit dieser Einschränkung zu erklären.“ Das gälte auch für Schülerinnen und Schüler, die jetzt verständlicherweise draußen ihre Freundinnen und Freunde treffen wollten. „Aber auch sie müssen verstehen, dass das kontraproduktiv ist: Wir schließen die Schulen, weil wir zu große Nähe und damit Ansteckungsgefahr vermeiden wollen.“ 

Allgemeinverfügung für Seniorenheime

Zum Schutz der Bewohnerinnen und Bewohner in Seniorenheimen, Einrichtungen der Eingliederungshilfe und ambulant betreute Wohngemeinschaften schränkt die Bundesstadt Bonn mit einer Allgemeinverfügung, die am Dienstag, 17. März 2020, öffentlich bekannt gemacht wird, Besuche zunächst bis zum 19. April ein.

Es gelten folgende Regelungen: Die Zugänge zu den Einrichtungen müssen minimiert werden. Gemeinschaftsaktivitäten mit Externen sind ab sofort untersagt, Besuche können im Einzelfall unter Auflagen zugelassen werden und dürfen nur noch auf dem Zimmer stattfinden und nicht mehr in Gemeinschaftsräumen. Besucherinnen und Besucher sowie Mitarbeitende müssen registriert werden. Personen, die sich in den letzten 14 Tagen in einem vom Robert-Koch-Institut definierten Risikogebiet aufgehalten haben, die direkten Kontakt mit einem Corona-Infizierten hatten, die Fieber haben oder an Husten/Atemnot leiden, die ein positives Testergebnis für das Coronavirus haben oder die vom Gesundheitsamt als Kontaktpersonen eingestuft wurden, ist das Betreten von Senioreneinrichtungen verboten.

Kontakt zur Stadtverwaltung

Oberbürgermeister Sridharan appellierte ein weiteres Mal, die persönlichen Kontakte zur Stadtverwaltung auf ein Mindestmaß zu beschränken und vorher einen Termin zu machen. „Bitte rufen Sie uns an oder schicken Sie uns eine E-Mail – das dient Ihrem Schutz und dem unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“ Die Bürgerinnen und Bürger bräuchten ab sofort in allen Dienststellen der Stadtverwaltung einen Termin. Sridharan: „Wir können es nicht mehr zulassen, dass Menschen unkontrolliert zu uns kommen.“

Somit wird auch in der Ausländerabteilung wird der Zugang beschränkt: „Wer telefonisch einen Termin vereinbart hat, kann das Gebäude betreten. Wer einen dringenden Termin braucht, bekommt ihn natürlich auch“, so der zuständige Dezernent, Stadtdirektor Wolfgang Fuchs. Hinsichtlich des Dienstleistungszentrums bat er darum, nur wirklich nötige Termine anzufragen: „Bitte machen Sie keine Termine, die zu diesem Zeitpunkt nicht erforderlich sind, nur weil Sie jetzt wegen der Einschränkungen in Ihrem Beruf Zeit haben.“

Die Verwaltung erarbeitet derzeit eine einheitliche Regelung für den Zugang zu den Verwaltungsbereichen. In den nächsten Tagen wird sie auch prüfen, welche Dienstleistungen aufrechterhalten werden könnten. 

Solidarfonds für freie Kulturszene

Oberbürgermeister Sridharan kündigte zur Unterstützung der freien Szene einen Solidarfonds in Höhe von 200.000 Euro an: „Wir verzichten auf eigene Veranstaltungen des Kulturamts wie zum Beispiel den geplanten „Opernrasen“, das „Vielfalt“-Fest, die Stadtgarten-Konzerte und Käpt’n Book“. Zum Modus der Verteilung werden politische Beschlüsse herbeigeführt.

Für die Schülerinnen und Schüler der Musikschule soll ab Mittwoch ein Angebot per Skype, WhatsApp usw. zur Verfügung stehen. Die Volkshochschule prüft ein „Lernen via Cloud“.

Die Stadtbibliothek setzt vorerst die Mahnverfahren aus. Die Außenrückgabe am Gebäude Bottlerplatz wird geschlossen, um niemanden zu ermuntern, in die Stadt zu fahren, aber auch aus Platzmangel in den Regalen. Die Zentralbibliothek (Tel. 772277 und 775242) und die Zweistellen Bad Godesberg, Beuel, Brüser Berg, Tannenbusch und die Musikbibliothek sind montags bis freitags von 10 bis 16 Uhr telefonisch erreichbar, nicht jedoch die ehrenamtlich organisierten Zweigstellen in Endenich, Dottendorf und Auerberg. „Auch hier ermuntere ich alle Nutzer, die digitalen Angebote der Stadtbibliothek wie eMedien, Zeitungs- und Zeitschriftenportale usw. zu nutzen“, so Sport- und Kulturdezernentin Dr. Birgit Schneider-Bönninger.

Rückgabe gekaufter Tickets

Die Theaterkassen des Theaters Bonn (Windeckstraße 1 sowie im Schauspielhaus Bad Godesberg, Am Michaelshof 9) bleiben zunächst geschlossen. Zur Rückgabe bereits gekaufter Tickets für Vorstellungen des Theaters und des Orchesters, die vom Vorstellungsausfall betroffen sind, gibt es Hinweise auf der Homepage des Theaters (https://www.theater-bonn.de/de/vorstellungsausfall) bzw. des Beethoven-Orchesters Bonn (www.beethoven-orchester.de). Für Vorstellungen bis zum 19. April gibt es das Geld zurück oder auch einen Gutschein. „Vielleicht überlegen sich manche ja, auf die Rückzahlung zu verzichten und das Geld der freien Szene zukommen zu lassen“, hofft Schneider-Bönninger.

Auch die Bonn-Information schließt und steht nur noch telefonisch zur Verfügung. Alle öffentlichen Stadtrundgänge bis Ende April, bei denen die Bonn-Information Veranstalter ist, sind abgesagt. Alle Gäste werden, sofern möglich, vorab informiert. Tickets können zurückgegeben oder für einen späteren Termin umgetauscht werden.

Alle Veranstaltungen der Stadt Bonn im Rahmen des Girls' & Boys' Day am Donnerstag, 26. März 2020, fallen aus. Die Angebote für Mädchen und Jungen, zum Beispiel in den Kläranlagen, der Stadtförsterei, der Stadtbibliothek oder den Kindertagesstätten, finden daher nicht statt. 

Geschlossen werden die Trauerhallen auf den städtischen Friedhöfen, Beerdigungen finden statt, sollten aber die Anzahl der Trauernden eng begrenzen.

Die Kantine im Stadthaus ist ab sofort für externe Besucherinnen und Besucher geschlossen. 

Appell an Ärztinnen und Ärzte im Ruhestand

Mit Blick auf die Hotline 0228 – 7175 sagte OB Sridharan: „Ich richte hiermit einen Appell an alle Ärztinnen und Ärzte im Ruhestand: Bitte unterstützen Sie uns beim Telefondienst im Gesundheitsamt.“ Wer sich dazu bereitfindet, kann sich im Gesundheitsamt der Stadt melden. 

64 bestätigte Coronavirus-Infektionen

Mit Stand Dienstag, 17. März 2020, 13 Uhr lag die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle bei 64, die Zahl der Influenza-Fälle bei 538. Im Diagnostikzentrum, dessen zweite Etage am kommenden Wochenende eröffnet werden soll, wurden 56 Personen per Abstrich getestet. 

Stadt informiert im Internet

Die Stadt Bonn informiert tagesaktuell auf ihrer Internetseite über die Situation zum Coronavirus in der Bundesstadt:   www.bonn.de/coronavirus.

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Bildnachweise

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