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Bundesstadt Bonn

Tagespflege wird gestärkt

Rat beschließt die Neufassung der Satzung. Neu sind die Verankerung des Wunsch- und Wahlrechts der Eltern, eine Steigerung der Qualität sowie die Anpassung der Geldleistungen für Tageseltern.

Der Landtag Nordrhein-Westfalen hat im Dezember 2019 das Gesetz zur qualitativen Weiterentwicklung der frühen Bildung (KiBiz) beschlossen. Ein Schwerpunkt der Reform liegt auf der Stärkung der Kindertagespflege als eine besonders für unter dreijährige Kinder wichtige Säule der Kindertagesbetreuung. Das Gesetz tritt zum 1. August 2020 in Kraft und macht einige Anpassungen der Satzung der Bundesstadt Bonn über die Förderung der Kindertagespflege erforderlich. Diese Neufassung hat der Rat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen.

Neuerungen gibt es zum Beispiel beim Wunsch- und Wahlrecht der Eltern. Das bedeutet, dass Mütter und Väter, deren Kind einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz hat, das zur Verfügung stehende örtliche Tagesbetreuungsangebot und den zeitlichen Umfang des Betreuungsanspruchs nach ihrem individuellen Bedarf im Rahmen des zur Verfügung stehenden Angebotes wählen können. Bisher musste jeweils mit Nachweis begründet werden, wenn eine höhere Betreuungszeit in Anspruch genommen werden sollte. 

Zudem wird die Betreuungspauschale in der Tagespflege deutlich angehoben. Zum Kindergartenjahr 2020/2021 bekommen Tagesmütter und Tagesväter fünf Euro pro Kind und pro Wochenstunde. Dies bedeutet eine durchschnittliche Erhöhung um 4,7 %. Außerdem wurden auch die Pauschalen für den Mietanteil und die Fahrkostenpauschale angehoben, um die allgemeine Kostensteigerung abzufedern. Zukünftig werden die Pauschalen in der Tagespflege jährlich analog den Pauschalen in den Kindertageseinrichtungen angehoben. Ab dem Kindergartenjahr 2021/2022 geschieht dies jährlich unter Berücksichtigung der tatsächlichen Kostenentwicklungen.

Eine weitere Änderung betrifft die Steigerung der Qualität in der Kindertagespflege. Tageseltern müssen zukünftig, sofern sie über keine Praxiserfahrung verfügen, an insgesamt 300 Stunden Qualifizierungsmaßnahmen teilnehmen. Grundlage dafür ist ein wissenschaftlich entwickeltes Curriculum. Bisher war die vorgegebenen Anzahl 165 Stunden. Die Neuerung greift ab dem Kitajahr 2022/2023. Bis dahin gilt eine Übergangsfrist.

Darüber hinaus müssen Kindertagespflegemütter und –väter nach dem neuen KiBIz an Fortbildungsveranstaltungen von mindestens fünf Stunden jährlich teilnehmen. Da die pädagogischen Inhalte in der Kindertagespflege in Bonn eine besondere Priorität haben, sollen alle im Stadtgebiet Bonn tätigen Tageseltern sogar an mindestens 15 Fortbildungsstunden jährlich teilnehmen. 

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  • Foto: Michael Sondermann/Bundesstadt Bonn
  • Staatskanzlei des Landes NRW