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Bundesstadt Bonn

19. bis 29. Juni 2020: Viktoriabrücke voll gesperrt

Für die laufende Sanierung der Viktoriabrücke wird die bereits angekündigte Vollsperrung des Brückenbauwerks vor den Sommerferien kürzer ausfallen als zunächst vorgesehen: Statt an 15 Tagen wird die Brücke an elf Tagen – vom 19. Juni bis einschließlich 29. Juni 2020 – nicht befahrbar sein.

Diese Maßnahme ist erforderlich, um zeitliche Verzögerungen bei der seit Sommer 2016 laufenden Erneuerung der Stahlbrücke aufgrund der Coronavirus-Pandemie und aufgrund geänderter bzw. nicht genehmigter Sperrpausen der Deutschen Bahn (DB) abzufedern. Dabei ist auch die DB Zwängen unterworfen. Denn durch die Vielzahl abzustimmender Baustellen im Bonner Raum und damit parallellaufender Arbeiten der DB wie für den Hauptbahnhof und die S13 in Beuel steht der DB nur ein sehr enger Spielraum für die Genehmigung von Sperrpausen zur Verfügung.

Umleitungsstrecke für Kfz-Verkehr

Ab Freitag, 19. Juni, ist die Viktoriabrücke nicht nur für alle motorisierten Verkehrsteilnehmer, sondern auch für Fußgänger und Fahrradfahrer voll gesperrt. Für den Kfz-Verkehr richtet das zuständige Tiefbauamt der Stadt Bonn eine großräumige Umleitung ein. Sie führt über die Straßen Am Hügel, Am Propsthof und Bornheimer Straße.

Umleitung für Radverkehr

In Abstimmung mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) wird eine spezielle Umleitung für den Radverkehr eingerichtet: Sie verläuft ab der Bornheimer Straße über die Straßen Am Propsthof, Babette-Koch-Weg, Steinweg, Erich-Hoffmann-Straße zur Bundesstraße 56 - und umgekehrt. Die übrigen Hauptachsen des Radverkehrs erhalten entweder einen Vorabhinweis zur Umleitung oder einen beschilderten Hinweis zur Nutzung der Südunterführung am Hauptbahnhof als Alternativroute.

Umleitung für Fußgängerinnen und Fußgänger

Für Fußgängerinnen und Fußgänger steht vom 19. bis 29. Juni lediglich die nicht barrierefreie Unterquerung der DB-Gleise an der Endenicher Straße/Herwarthstraße zur Verfügung. Die Unterführung wird täglich gereinigt, und während der Bauzeit soll ein Wachdienst täglich von 6.30 Uhr bis 21 Uhr die sichere Nutzung der Tunnelunterführung gewährleisten.

Mobilitätseingeschränkten Menschen wird empfohlen, bereits ab der Endenicher Straße (B56) mit dem ÖPNV zum Hauptbahnhof zu fahren und von dort ihre Fahrt zum Zielort fortzusetzen.

Gründe für Vollsperrung und Mehrkosten

Das vom Tiefbauamt für den derzeit laufenden Neubau der Osthälfte sowie den Abriss und Neubau der Westhälfte beauftragte Unternehmen hatte aufgrund der Corona-Krise Baubehinderungsanzeige gestellt und Mehrkosten angemeldet. Durch Beschränkungen in der Produktion, Personalmangel und –ausfälle sowie Wartezeiten an den Grenzen konnte zunächst Material nicht fristgerecht geliefert werden und ausländische Fachkräfte nicht einreisen.

Zwar sind diese Probleme zwischenzeitlich behoben, führten aber zu Verzögerungen und Nachträgen. Auch die Änderungen bei den von der Stadt beantragten Sperrpausen durch die DB erschweren den Bauablauf. Die DB hatte unerwartet 12 der aktuell beantragten 39 Sperrpausen aufgrund von Abstimmungen mit DB-eigenen Baumaßnahmen (S13 und Hauptbahnhof) nicht genehmigt bzw. vorverlegt. Dies war in diesem Umfang durch die Stadt nicht vorhersehbar. Auch intensiv geführte Verhandlungen mit der DB konnten aufgrund der oben beschriebenen eigenen DB-Baustellen daran nichts mehr ändern - und die Arbeiten an der Brücke mussten umgeplant werden.

Nur durch die Vollsperrung noch vor den Sommerferien besteht nun die Chance, die Sperrpause Anfang August zu erreichen und den ohnehin schon engen Zeitplan für die Fertigstellung der Brücke bis Ende 2021 annähernd zu halten.   

Die ab 19. Juni geltende Vollsperrung wird im Laufe des Montags, 29. Juni 2020, wieder aufgehoben, und die neugebaute Brückenhälfte auf der Ostseite steht für alle Verkehrsarten zur Verfügung. Für den Kfz-Verkehr gibt es jeweils eine Fahrspur pro Richtung. Für Fußgängerinnen und Fußgänger ist dann ein 2,50 Meter breiter Gehweg angelegt, der für Radfahrende in beiden Richtungen freigegeben ist.

Umplanung und Arbeitsverdichtung werden voraussichtlich Mehrkosten in sechsstelliger Höhe für das derzeit noch mit 45 Millionen Euro kalkulierte Gesamtprojekt bedeuten. Insgesamt ist der Zeitplan für die Brückensanierung sehr eng und steht unter der Prämisse, dass die weiteren DB-Sperrpausen erreicht werden.

Koordination mit Arbeiten am „Endenicher Ei“

Ein weiterer Grund für die Terminierung der Vollsperrung der Viktoriabrücke noch vor den Sommerferien sind die von Straßen.NRW geplanten Arbeiten am so genannten Endenicher Ei über der A565 während der gesamten Sommerferien. Dann werden die Autobahn-Anschlussstellen am Endenicher Ei geschlossen. Die beiden Projekte von Stadt und Straßen.NRW bedeuten einen so großen Eingriff in den innerstädtischen Verkehr, dass sie nicht parallel stattfinden können, zumal die Route über das „Endenicher Ei“ eine weitere potenzielle Umleitungsstrecke für die gesperrte Viktoriabrücke darstellt.

Sperrpausen für Abbrucharbeiten der Westseite

Der eigentliche Abbruch der Westseite der Brücke, auf der derzeit der Verkehr fließt, erfolgt unter Nutzung genehmigter DB-Sperrpausen ab Ende Juni und im August 2020. Bereits von Montag, 29. Juni, bis Freitag, 10. Juli, und von Montag, 20. Juli, bis Mittwoch, 29. Juli 2020, sind nächtliche Sperrpausen von jeweils 0.40 bis 5.20 Uhr mit Sperrungen von einzelnen Gleisen vorgesehen. In dieser Zeit werden tagsüber Beton- und Fahrbahnabbrucharbeiten fortgesetzt, und nachts finden die Arbeiten in Gleisbereichen wie am Geländer, den Kragarmen und dem Leitungsschutz statt. Vom 3. bis 8. August ist dann unter Vollsperrung aller Gleise das Herausheben der Träger über dem Bahnkörper eingetaktet.

Verzögerung bei der Rampe zum Kreisel Alter Friedhof

Bei der Planung der Rampe zum Kreisverkehr am Alten Friedhof haben sich unerwartet Probleme aufgetan. Vorgesehen war, das erforderliche Planfeststellungsverfahren im Frühjahr 2020 zu beantragen. Jetzt liegen Berechnungen in der Statik vor, die die Lage des Rampenfundaments weiter an die DB-Trasse rücken würden als bislang geplant. Dies würde zumindest einen Gestattungsvertrag mit der DB erforderlich machen, was aufgrund der Erfahrungen der Stadt einen erheblichen Zeitverlust verursachen würde. Um dies zu verhindern, verändern derzeit Tiefbauamt und Planungsbüro die Planung für das Fundament, damit kein DB-Grund in Anspruch genommen werden muss.

Ziel ist, das Planfeststellungsverfahren noch im Sommer 2020 zu beantragen. Für die Dauer dieses Verfahrens ist etwa ein Jahr einzukalkulieren. Der Bau der Rampe wird ein weiteres Jahr dauern. Dadurch wird die Rampe nicht - wie ursprünglich vorgesehen - mit der Fertigstellung der Brücke gebaut sein, sondern erst Mitte 2022 zur Verfügung.

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Bildnachweise

  • Giacomo Zucca/Bundesstadt Bonn
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  • Giacomo Zucca / Bundesstadt Bonn
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