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Bundesstadt Bonn

Oberbürgermeister Ashok Sridharan zur Karstadt-Kündigung

Oberbürgermeister Ashok Sridharan wandte sich direkt an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: „Ich bin bestürzt, dass all unsere Anstrengungen keinen Erfolg hatten. Ihre gute Arbeit und Ihr Service haben Karstadt in Bonn zu einem Anziehungspunkt gemacht, der in unserer Innenstadt eine Lücke reißt. Ich hoffe sehr, dass viele von Ihnen ein gutes Angebot von Galeria Karstadt Kaufhof bekommen oder anderswo schnell eine neue Aufgabe finden.“

Gemeinsame Pressemitteilung Aachener Grundvermögen und Stadt Bonn:

Trotz massiver Zugeständnisse von Vermieterin Aachener Grundvermögen und Stadt: Karstadt schließt Filiale in Bonn.

Trotz intensiver Verhandlungen und dem Angebot eines neuen Mietvertrags zu einer um mehr als die Hälfte reduzierten Miete schließt Karstadt seine Filiale auf der Poststraße Ende Oktober dieses Jahres. Der Insolvenzverwalter von Galeria Kaufhof Karstadt hat sich damit gegen einen Doppelstandort in Bonn mit der nur rund 300 Meter entfernten Kaufhof-Filiale entschieden. Vermieterin Aachener Grundvermögen hatte zuletzt einen 20-jährigen Mietvertrag zu einer um mehr als die Hälfte reduzierten Miete angeboten, um das Traditionskaufhaus mit seinen verdienten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Bonn zu halten. Zu dieser weiteren deutlichen Senkung der angebotenen Miethöhe hatte Oberbürgermeister Ashok Sridharan gemeinsam mit dem Bonner Stadtrat per Dringlichkeitsentscheidung die Erbbauzinsen um ein Drittel gesenkt, die Aachener Grund jährlich als Grundstückspacht an die Stadt entrichten muss. Der reguläre Mietvertrag endet Mitte 2026, heute ist nun die vorzeitige Kündigung seitens Karstadt zum 31.10.2020 eingegangen.

„Wir bedauern es sehr, dass Karstadt sich in Bonn trotz unseres mehrfachen und sehr deutlichen Entgegenkommens für eine Schließung entschieden hat“, so der Geschäftsführer der Aachener Grundvermögen, Dr. Frank Wenzel. „Unser Angebot eines neuen 20-jährigen Mietvertrags mit einer um mehr als die Hälfte reduzierten Miete war ein klares Bekenntnis zu Karstadt und zum Standort Bonn. Am Ende ging es bei Karstadt nicht mehr um die Mietkonditionen – im Vordergrund stand die Schließung des Doppelstandortes,“ erklärt Wenzel. Für Oberbürgermeister Sridharan ist die Entscheidung von Galeria Karstadt Kaufhof absolut unverständlich: „Ich bin enttäuscht, dass die unbestritten massiven Reduzierungen, die auch die Stadt Bonn angeboten hat, das Unternehmen nicht umstimmen konnten, obwohl das Bonner Haus zu den erfolgreicheren Filialen gehört. Immerhin geht es um 120 Menschen, die jetzt ihren Arbeitsplatz verlieren werden.“

Nun gehe es darum, eine bestmögliche Nachnutzung für das auf ein Warenhaus ausgelegte Gebäude zu erarbeiten, so Wenzel: „Wir hatten bis zuletzt die Hoffnung, Karstadt in Bonn halten zu können. Deshalb liegt noch kein fertiges Konzept vor, wie es mit der Immobilie weitergehen könnte.“ Wenzel und Sridharan zeigen sich jedoch zuversichtlich, langfristig eine Lösung zu finden, die der TopEinkaufslage gerecht werde. „In Zusammenhang mit den Schließungsplänen von Galeria Kaufhof Karstadt hat die Landesregierung angekündigt, 70 Millionen Euro für ein Sofortprogramm der Innenstädte und Zentren in Nordrhein-Westfalen zur Verfügung zu stellen. Diese Unterstützung der Innenstädte ist der richtige Weg, weil uns diese in die Lage versetzt, uns dezidiert und mit externer Unterstützung Gedanken über die Fortentwicklung unserer Innenstadt zu machen. Wir wollen frühzeitig zusammen mit den Beteiligten Ideen entwickeln,“ erklärt der OB.

Die Aachener Grundvermögen Kapitalverwaltungsgesellschaft mbH mit Sitz in Köln ist eine 1973 gegründete Immobilieninvestmentgesellschaft für institutionelle Anleger, überwiegend aus dem kirchlichen und gemeinnützigen Bereich. Die Gesellschaft verfolgt für ihre Anleger in rechtlich selbstständigen Sondervermögen eine konservative, sicherheitsorientierte und langfristige Anlagestrategie. Der Vermögensverwalter erwirbt Immobilien grundsätzlich für den dauerhaften Eigenbestand. Der Schwerpunkt liegt neben innerstädtischen Einzelhandelsimmobilien in sehr guten Lagen auf Wohnungen, Wohnen mit Service, Pflegeheimen sowie Wohnungsbau. Die Gesellschaft folgt den Empfehlungen der Orientierungshilfe für ethisch-nachhaltiges Investieren der deutschen Bischofskonferenz und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken. Die Anlagestrategie der Aachener Grundvermögen unterstützt deshalb den Erhalt der Innenstädte als lebenswerten nachhaltigen Gemeinschaftsraum durch Einzelhandel, das Schaffen von zusätzlichem Wohnraum, auch bezahlbarem, und altersgerechten Wohnbau. (ZML 4.057)

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