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Bundesstadt Bonn

Starkregen: Über 250 Einsätze in Bonn – Rheinpegel steigt

Die angekündigten Starkregenfälle erreichten am Mittwochnachmittag, 14. Juli 2021, auch Bonn: Ab 15 Uhr nahmen Notrufe und Einsätze stark zu. Der Rheinpegel steigt inzwischen weiter an.

Rund 300 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst, der Freiwilligen Feuerwehr und der Bonner Hilfsorganisationen waren bis in die Nacht hinein im Dauereinsatz. Bis Donnerstagmittag kam es zu rund 250 Einsätzen darunter zahlreiche überflutete Keller. Am Godesberger Bach, auf Höhe der Brunnenstraße, wurde in den Abendstunden zum Schutz der Godesberger Innenstadt ein mobiles Hochwasserschutzsystem errichtet. Am Hardtbach in Lessenich hatte sich an der Brücke über die Bahnhofstraße zudem Treibgut angesammelt, so dass zahlreiche an der Brücke gelegene Häuser durch das gestaute Wasser geflutet und evakuiert werden mussten.

Das Tiefbauamt war ebenfalls bis in die Nacht gefordert. Am Mittwochnachmittag wurde die Unterführung Am Propsthof massiv überflutet. Da die Pumpstation ausgefallen ist, setzt das Tiefbauamt eine mobile Großpumpe ein, um das gestaute Wasser abzupumpen. Zudem wurde der Rosenburgweg in Kessenich durch die Wassermassen erneut stark beschädigt. Die Bauarbeiten zur Behebung der Unwetterschäden aus August 2020 waren noch im Gange. 

Bewährt hat sich der Entlastungskanal am Mehlemer Bach: Der Kanal ging gegen 13 Uhr in Betrieb und konnte große Wassermassen ableiten, so dass eine Überflutung von Mehlem verhindert werden konnte. Treibgut stellte bei diesem Unwetter zwar ein geringeres Problem dar, dennoch bittet die Stadt weiterhin darum, keine Gegenstände in den Uferbereichen der Bäche abzustellen. 

Der Stadtordnungsdienst zählte während des Unwetters bis in den Abend hinein 55 Einsätze. Gemeldet wurden umgestürzte Bäume, überschwemmte Straßen, vollgelaufene Tiefgaragen und übergelaufene Gullys. Nicht mehr passierbare Bereiche mussten gesperrt und Fahrzeuge aus überfluteten Tieflagen abgeschleppt werden. Drei Personen, die nicht mehr in ihre Wohnungen konnten, wurden untergebracht. 

In Bonn sind nach derzeitigen Erkenntnissen keine Personen zu Schaden gekommen. Die Feuerwehr erhielt jedoch ein Hilfeersuchen aus dem Landkreis Ahrweiler. Umgehend wurden Einsatzkräfte in das Katastrophengebiet entsandt. Aktuell unterstützen 20 Mitarbeitende die Einsatzkräfte und Einsatzleitung vor Ort.

Oberbürgermeisterin Katja Dörner dankte den Einsatzkräften für die geleistete Arbeit: „Nicht nur die extremen Niederschläge stellen eine enorme Herausforderung dar, parallel müssen auch noch Vorkehrungen für das herannahende Rheinhochwasser getroffen werden. Viele Mitarbeitende sind zudem persönlich von den Unwetterfolgen betroffen. Unsere Einsatzkräfte konnten bislang schlimmere Folgen für Bonn abwenden. Wir sind In Gedanken bei den Menschen, insbesondere in der Region um Bonn, die so viel schlimmer von dem Unwetter betroffen sind.“ 

Rheinpegel steigt weiter – Fahrzeuge in Ufernähe bitte wegfahren

Der Rheinpegel ist am Donnerstagmorgen rasant angestiegen: Aktuell steht das Wasser bei 6,95 Meter. Ab einem Pegelstand von sieben Metern werden die Uferpromenaden in Beuel und am Brassertufer überschwemmt. Der Stadtordnungsdienst kontrolliert permanent die Situation an den Rheinufern. Schwerpunkt ist derzeit das Rathenauufer, das als eine der ersten Straßen voraussichtlich noch im Laufe des Donnerstags überschwemmt wird. Straßensperrungen werden vorbereitet. Die Stadt bittet darum, in Ufernähe geparkte Autos schnellstmöglich wegzufahren. Im Notfall werden diese abgeschleppt.

Noch am Donnerstag werden die Dammbalken im Friesenweg und voraussichtlich auch die Dammbalkenverschlüsse vor der Rheinlust eingebaut. Durch die Pumpenkolonne des Tiefbauamtes wurden alle Kanalschieber bis zur höchsten Hochwassermarke geschlossen.

Die derzeitigen Prognosen gehen davon aus, dass der Scheitelpunkt in der Nacht von Samstag auf Sonntag bei etwa acht Metern erreicht wird.

Die Feuerwehr bittet darum, den Notruf 112 nur für zeitkritische Meldungen, Feuer und Notfälle zu nutzen. Für unwetter- und hochwasserbedingte Meldungen steht die Leitstelle unter 0228 - 7170 zur Verfügung.

Wald nach dem Unwetter meiden

Da das Unwetter viel Regen, aber nur wenig Wind mit sich gebracht hat, sind bislang vergleichsweise wenige Schäden an Bäumen zu verzeichnen. Da der Boden stark aufgeweicht ist, können Bäume bei aufkommendem Wind jedoch leicht umgeworfen werden. Die Stadt rät deswegen dazu, den Wald und Parkanlagenanlagen in den nächsten Tagen zu meiden. Außerdem können unbefestigte Wege durch das Wasser ausgespült, in Hanglagen beschädigt und damit schlecht begehbar sein.

Schäden an städtischen Gebäuden

Auch an städtischen Gebäuden hat das Unwetter Schäden hinterlassen: In der Dreifachsporthalle An der Josefshöhe wurde der gesamte Hallenboden überflutet. Die Halle kann zunächst nicht genutzt werden, der genaue Schadensumfang steht noch nicht fest. In der Kita Ostpreußenstraße haben verstopfte Einläufe auf der Dachterrasse zu Wassereinbrüchen im Erdgeschoss geführt. Die Kita ist zunächst geschlossen. Auch im Kunstmuseum drang über das Dach Wasser ein. Einige Kunstwerke wurden zur Sicherheit ins Gemäldedepot gebracht. Auch im Clara-Schumann-Gymnasium, der Elisabeth-Selbert-Gesamtschule, im Schulzentrum Tannenbusch, dem Schulzentrum Hardtberg, der Rochusschule, der Kita Hainstraße, der Till-Eulenspiegel-Schule, der GGS Heiderhof, dem Ludwig-Erhard-Berufskolleg, der Schloßbachschule, den Theaterwerkstätten, der Laurentiusschule, der Finkenhofschule, der Kettelerschule, der Elsa-Brändström-Schule und der KHS St. Hedwig-Schule kam es zu Wassereinbrüchen. Auf der Waldau haben umstürzende Bäume den Zaun des Wildgeheges beschädigt. Der Zaun wurde inzwischen repariert, Tiere sind nicht entlaufen.

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