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Bundesstadt Bonn

Rheinhochwasser 1995: Stadt baute seither Beueler Hochwasserschutz aus

Es war der 30. Januar 1995. Teile von Beuel waren bereits seit Tagen überflutet. Das Rheinhochwasser vor 25 Jahren erreichte an diesem Tag mit einem Pegel Bonn von 10,08 Metern seinen Höchststand.

Es war - nach dem "Weihnachtshochwasser" von 1993 (Pegelstand: 10,13 Meter) - das zweite "Jahrhunderthochwasser" innerhalb von 14 Monaten, das die Beueler Rheinanlieger traf, und das insgesamt dritthöchste Hochwasser seit dem Jahr 1900 (Pegelstand 1926 10,10 Meter). Die Statistik ändert sich mit jedem Hochwasserereignis, derzeit wird ein statistisch nur alle 100 Jahre eintretendes Hochwasser mit einem Pegel von 10,91 Metern angegeben.

Auch wenn es keine hundertprozentige Sicherheit vor Rheinhochwasser gibt, so hat die Bundesstadt Bonn mit finanzieller Hilfe des Landes Nordrhein-Westfalen dennoch in den vergangenen gut 20 Jahren insgesamt mehr als 18 Millionen Euro in den Hochwasserschutz in Beuel investiert. Heute ist der rechtsrheinische Stadtbezirk bis zu 9,50 Meter Bonner Pegel geschützt, der Rheindeich nördlich der Kennedybrücke und ein mobiles System südlich davon bieten gar einen Schutz von bis zu 11,18 Metern für die Tiefgebiete von Küdinghoven bis Geislar.

Das Hochwasser in Beuel von 1995.

Erste Maßnahmen am Rhein bereits ab 1993

Die ersten Maßnahmen begannen bereits im Jahr 1993, nachdem 1992/93 schon der Siegdeich vollständig erneuert wurde. Bis zum Jahr 2000 wurde von der Wolfsgasse bis zur Marienstraße ein dem Hauptdeich vorgelagerter Hochwasserschutz in fünf Bauabschnitten erstellt. Kostenpunkt: 10,56 Millionen Mark, umgerechnet knapp 5,4 Millionen Euro (gefördert mit Landesmitteln).

Zwischen den Jahren 2005 und 2011 ließ die Stadt Bonn die vorgelagerte Schutzanlage von der Marienstraße bis zur Ernst-Moritz-Arndt-Straße rheinaufwärts erweitern. Gleichzeitig wurde die Rheinpromenade neugestaltet sowie aufgewertet. Investitionssumme: 6,34 Millionen Euro. Die Arbeiten – auch hier unterteilt in fünf Bauabschnitte - dauerten insgesamt fünfeinhalb Jahre.

Die Mauer schützt die Anwohner bis zu einem Rheinpegel von 9,50 Meter, dennoch ist der gesamte Uferbereich barrierefrei zugänglich. Sitzbänke laden zum Verweilen ein, und zwei attraktive Flächen stehen für Feste und Veranstaltungen zur Verfügung. Übrigens: Auf dem Platz in Höhe der Ernst-Moritz-Arndt-Straße steht ein Brunnen in Form einer fünfteiligen Stele. Die fünf Stelen symbolisieren die fünf Bauabschnitte des Hochwasserschutzes.

Spundwand stützt Teil des Deiches

Anfang des Jahres 2010 begannen die Arbeiten für die Erneuerung, Verstärkung und auch Erhöhung des Rheindeichs zwischen Kaiser-Konrad-Straße und Nordbrücke auf einer Länge von 2,4 Kilometern. Hier wurden rund 6,3 Millionen Euro investiert. Das Bollwerk ist mit einer vier bis zehn Meter breiten Deichkrone ausgestattet und bietet Schutz vor Hochwasser bis 11,18 Metern, was bis 2013 einem 200-jährlichen Hochwasser entsprach.

Während der Arbeiten wurden mehr als 100.000 Kubikmeter Erde, Kies und Lehm bewegt; dies entspricht circa 10 000 Lastwagen-Ladungen. Das Besondere: Im Bereich Vilicher Bach bis Kaiser-Konrad-Straße sorgen Stahlbohlen u.a. für die Standsicherheit. 900 Tonnen Stahl wurde dazu ins Erdreich gerammt. Die Spundwand ragt dort, wo der Alt-Deich auf einer Länge von circa einem Kilometer nicht hoch genug war, rund 50 Zentimeter heraus und wurde mit Beton verkleidet. Der Rheindeich und der sich anschließende Siegdeich haben seit dem Hochwasser von 1926 erreicht, dass Schwarz-Rheindorf, Vilich-Rheindorf und Geislar nicht mehr durch Rheinhochwasser überflutet worden sind.

Mobile Schutzwände und Tonnensystem

Damit das um einen Meter höhere Schutzziel auch erreicht werden konnte, bedurfte es noch Ergänzungen in der Prof.-Neu-Alle sowie in der Hermannstraße. Bereits im Jahr 2003 wurde für die Prof.-Neu-Alle eine mobile Schutzwand angeschafft und neben den Fundamenten in der Straße ein zweiter Kanal gebaut. Diese Wand schließt in der Kaiser-Konrad-Str. mit einer Höhe von circa 1,20 Metern an den Deich an. Mit ansteigender Straßenhöhe wird die notwendige Höhe immer geringer und nach rund 150 Metern ist das Niveau der Prof.-Neu-Alle ausreichend. Sichtbar sind hier in der Straße die Edelstahlplatten für die Verankerung der Stützen.

In der Hermannstraße kommt ein anderes mobiles System zwischen dem Brückenforum und der Kirche St. Josef zur Anwendung. Hier wird seit 2017 im Bedarfsfall ein Tonnensystem aufgebaut, das ab einem Pegel von zehn Metern zunächst die Trafostationen auf dem Schulhof der Grundschule schützt und ab etwa 10,50 Metern ein Fluten über die Friedrich-Breuer-Straße und Hermannstraße verhindern soll.

 

Die höchsten Wasserstände von 1900 bis heute

  • 1993: 10,13 Meter
  • 1926: 10,10 Meter
  • 1995: 10,08 Meter
  • 1920: 9,98 Meter

Seit 2013 durch die Bezirksregierung festgelegte Bemessungshöhen:

100-jährliches Hochwasser (HQ100): 10,91 Meter

200-jährliches Hochwasser (HQ200): 11,44 Meter

Infos zum Hochwasserschutz im Internet

Zahlreiche wichtige Informationen zum Thema Rheinhochwasser und Hochwasserschutz hält die Bundesstadt Bonn in ihrem Internetauftritt unter  www.bonn.de/hochwasser bereit.

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Bildnachweise

  • Foto: Michael Sondermann/Bundesstadt Bonn
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  • Stadtarchiv Bonn
  • Foto: Michael Sondermann/Bundesstadt Bonn
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