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Bundesstadt Bonn

„Nein heißt Nein!“ – ausgelassen und unbelästigt Karneval feiern

Oberbürgermeister Ashok Sridharan und Polizeipräsidentin Ursula Brohl-Sowa appellieren vor den tollen Tagen erneut an die Stadtgesellschaft, sexuelle Belästigung und Übergriffe nicht zu tolerieren und Betroffenen zur Seite zu stehen.

„Unsere gemeinsame Kampagne läuft nun bereits im dritten Jahr - und genau wie zu Beginn ist es mir wichtig, meine ganz klare Haltung dazu auszudrücken: Belästigung, Übergriffe und Gewalt sind inakzeptabel! Wir als Stadtgesellschaft tolerieren diese nicht und betonen erneut – Nein heißt Nein!“, sagt Oberbürgermeister Ashok Sridharan. Gemeinsam mit der Bonner Polizeipräsidentin Ursula Brohl-Sowa ruft er die Bonnerinnen und Bonner dazu auf, hinzusehen, zu helfen und klar zu machen, dass übergriffiges Verhalten im Karneval – und selbstverständlich auch darüber hinaus - nicht geduldet wird.

„Damit sich Frauen im Karneval sicher und ohne Angst bewegen können, ist eine klare Haltung gegenüber Sexualstraftätern nötig. Die Bonner Polizei wird konsequent bei Belästigungen und Übergriffen einschreiten. Mit den 'Nein heißt Nein'-Karten weisen wir neben Notfall-Hinweisen auch auf den Polizei-Notruf hin. Wenn Sie Zeuge oder selbst von sexuellen Übergriffen betroffen sind: Haben Sie keine Scheu, die Polizei zu kontaktieren. Rufen Sie umgehend den Notruf 110, wir sind jederzeit für Sie ansprechbar“, betont die Bonner Polizeipräsidentin Ursula Brohl-Sowa.

„Am liebsten wäre es mir, wir müssten diese Botschaft nicht immer wieder senden, doch noch können wir leider nicht darauf verzichten“, ergänzt Sridharan. „Aus Gesprächen mit unserer Gleichstellungsstelle weiß ich, dass die Kampagne einen Effekt hat – das stimmt mich zuversichtlich“, so der OB weiter. Auch Conny Schulte, Leiterin der Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt, kann dies bestätigen: „Als Fachberatungsstelle, die seit 36 Jahren zum Thema sexualisierte Gewalt berät, wissen wir, wie wichtig die Botschaft für Betroffene ist, mit dem Thema nicht alleine zu sein.  Wir sind sehr froh darüber, dass die Stadt Bonn gemeinsam mit der Polizei die Kampagne „Nein heißt Nein“ unterstützt“, sagt sie.

Seit Beginn der Kampagne beobachten die Beratungsstellen eine verstärkte Sensibilität in der Bevölkerung und bei Institutionen und bekommen sehr viele Anfragen zum Thema sexuelle Belästigung. Damit Betroffene nicht mehr schweigen müssen und sie sich gegen Übergriffe wehren können, ist es sehr wichtig, als Gesellschaft eine klare Haltung zu beziehen. Es gibt viele Wege, um deutlich zu machen: Wir dulden keine sexuellen Übergriffe, wir beziehen als Firma, als Verein, als Behörde und als Einzelpersonen Stellung und unterstützen Betroffene.  „Dies kann zum Beispiel bedeuten,  bei einem sexistischen Witz nicht mitzulachen und stattdessen Hilfe anzubieten und einzuschreiten, wenn jemand übergriffig wird“, erklärt Conny Schulte

Mehrsprachige Klappkarten informieren über Kampagne

Die Klappkarten im Visitenkartenformat fassen die Kampagne „Nein heißt Nein!“ noch mal ganz kurz und knapp zusammen. Das Motto ist in sechs Sprachen aufgedruckt: Deutsch, Englisch, Französisch, Russisch, Arabisch und Türkisch. Neben Notfall-Hinweisen wie „Schaffen Sie Öffentlichkeit, werden Sie laut!“ und dem Rat, sich an die Polizei, den Ordnungsaußendienst oder die Feuerwehr zu wenden, sind auch die Kontaktdaten von Notfall-Ansprechpartnern in Bonn und der Region aufgelistet, wie die Bonner Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt sowie die Frauenzentren Troisdorf und Bad Honnef.

Der Festausschuss Bonner Karneval ist ebenfalls wieder mit im Boot. Ihm wurden bereits zum Karnevalsauftakt im November 4.000 Kärtchen übergeben, um diese an die Mitgliedsvereine weiter zu verteilen. Die Kärtchen werden außerdem bei der After-School-Party des Amtes für Kinder, Jugend und Familie an Weiberfastnacht auf dem Münsterplatz ausliegen und auch die ambulante Suchtberatungsstelle von Caritas und Diakonie unterstützt die Aktion an ihrem Event-Sprinter. Feuerwehr, Stadtordnungsdienst sowie die Polizei sind ebenfalls mit den Kampagnen-Karten ausgestattet.

Initiative des Netzwerks von Beratungsstellen und Frauennotrufen

Die Kampagne geht zurück auf eine Initiative des Netzwerks von Beratungsstellen und Frauennotrufen im Raum Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis. Der Aufforderung, ein klares Statement für einen respektvollen Umgang miteinander zu geben und die Botschaft zu senden, dass Frauen und Mädchen vor Übergriffen geschützt werden und konsequent eingegriffen wird, kommen Polizei und Stadt Bonn mit „Nein heißt Nein!“ nach. Weitere Informationen erteilt die Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt unter  www.beratung-bonn.de oder  Telefon 0228 -  63 55 24 sowie die stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Bonn, Katja Schülke, Telefon 0228 – 773900.

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