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Bundesstadt Bonn

BONNEUM digital bietet Fortbildungszentrum und digitale Lernwerkstatt

In enger Zusammenarbeit mit der Bezirksregierung Köln und weiteren nationalen und internationalen Partnern hat das Schulamt der Stadt Bonn das innovative Zentrum BONNEUM digital für digitales Lernen sowie Aus-, Fort- und Weiterbildung von Pädagoginnen und Pädagogen entwickelt. BONNEUM digital ist das Leuchtturmprojekt der Stadt Bonn im Bereich digitale Bildung.

Wie wichtig es ist, der Digitalisierung der Schulen ganz besondere Aufmerksamkeit zu widmen, hat die Corona-Pandemie aufgezeigt. Die Stadt Bonn arbeitet jedoch nicht erst seit Auftauchen des neuen Virus intensiv an dem Thema. Einen wichtigen Meilenstein präsentierte Oberbürgermeister Ashok Sridharan gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern des Schulamtes der Stadt Bonn, der Bezirksregierung Köln sowie zweier Bonner Schulen am Dienstag, 25. August 2020, mit BONNEUM digital, der digitalen Forscherwerkstatt im Medienzentrum der Stadt Bonn an der Riesstraße 9.

BONNEUM digital ist der zentrale Bestandteil im übergeordneten Fokusprojekt „Bildung in der digitalen Welt – BIDW“. Dieses hat die Stadt Bonn vor rund zwei Jahren ins Leben gerufen. Zugleich ist es ein wichtiger Baustein der Smart-City-Strategie der Stadt Bonn. „BONNEUM digital ist unser Angebot an Pädagoginnen und Pädagogen für Aus-, Fort- und Weiterbildung und die Umsetzung von Digitalisierung in den Unterricht und den pädagogischen Schulalltag“, betonte Oberbürgermeister Ashok Sridharan. „Sobald Corona es wieder zulässt, kann der Standort hier und der Standort in Beuel dann auch als außerschulischer Lernort für Schülerinnen und Schüler genutzt werden, die die Möglichkeiten der Digitalisierung selber forschend für sich entdecken wollen: Coding, Roboting, Programmierung, Umgang mit digitalen Endgeräten und Medien“, sagte der OB.

„Hier in Bonn mit dem Projekt BONNEUM wurde bestens gezeigt, dass gute digitale Bildung nur in partnerschaftlicher Verantwortungsgemeinschaft von Kommune und Land gelingen kann“, lobte Boris Preuss, Leitender Regionalschuldirektor der Bezirksregierung Köln in seinem Grußwort.

„Digitale Forscherwerkstätten“ an zwei Standorten

An zwei Standorten in Bonn hat die Stadt Bonn „Digitale Forscherwerkstätten“ eingerichtet – im Medienzentrum an der Riesstraße sowie im Mathematik-Zentrum an der Limpericher Straße in Beuel. Das Städtische Gebäudemanagement hat an der Riesstraße zwei Schulungsräume, einen PC-Raum und einen Büroraum eingerichtet. Es wurde eine komplett neue Daten-Infrastruktur nach neuesten Standards installiert mit maximaler Variabilität hinsichtlich verschiedener Nutzungsmöglichkeiten der Räume.  An der Limpericher Straße wurde als Außenstelle ein Raum als flexibler PC- und Schulungsraum, ebenfalls mit neuer Daten-Infrastruktur, hergerichtet. Ein Standort mit der Fokussierung auf die Bedürfnisse von Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter, ein Standort für ältere Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen. Ausgehend von diesen zwei Zentren haben sich an acht dezentralen Standorten lokale Bildungsnetzwerke, so genannte „Satelliten“ im Stadtgebiet Bonn, jeweils bestehend aus einer Kita, einer Grund- und einer weiterführenden Schule zusammengeschlossen, um forschendes Lernen und digitale Bildung vor Ort weiterzuentwickeln. Weitere Projekt- und Kooperationspartner sind unter anderem die Alice Salomon Hochschule in Berlin, die PH St. Gallen, die Universität Bonn, das Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung, das Kompetenzteam und die Telekom Stiftung.

Technische Infrastruktur soll an allen Bonner Schulen bis Ende 2022 realisiert sein

Mit Hochdruck arbeitet die Stadt Bonn derzeit an der nachhaltigen technischen Infrastruktur an Schulen, das bedeutet konkret der Ausbau mit Glasfaser- und Breitbandnetz, strukturierte Verkabelung, WLAN und die Bereitstellung digitaler Endgeräte.  Dafür stehen insgesamt rd. 40 Mio. EUR zur Verfügung. „Aktuell ist insbesondere der Ruf nach digitalen Endgeräten für die Schulen sehr präsent, dem werden wir zeitnah Rechnung tragen.  Aber wir brauchen zwingend auch die ersten drei Projektbausteine Breitbandanschluss, strukturierte Verkabelung und WLAN, damit digitale Endgeräte im Schulalltag in jedem pädagogisch genutzten Raum auch nachhaltig mit voller Leistungsfähigkeit nutzbar sind“, sagte Sridharan. Das Ziel: Bis Ende 2022 soll die technische Infrastruktur realisiert sein.

Bereits jetzt ist viel erreicht - bis Ende 2020 sind alle weiterführenden Schulen und auch einige Grundschulen ans Glasfasernetz angeschlossen (insgesamt 43 Schulen), fünf Standorte sind strukturiert verkabelt, an sieben weiteren wird aktuell gearbeitet. An 36 Standorten laufen die technischen Vorbereitungen für das flächendeckende WLAN, seit Mitte 2020 läuft die Montage der stationären WLAN-Accesspoints. Bis diese fertig sind können vorübergehend an 56 Grund- und Förderschulschulen mobile Accesspoints eingesetzt werden.

„Corona Sofortprogramm des Landes NRW“ ermöglichte Kauf von 8.000 iPads

Auch die mobilen Endgeräte sind zum Teil vorhanden beziehungsweise kurz vor der Übergabe. Im Herbst 2019 hat das Schulamt bereits rund 1.000 iPads an alle Bonner Grund- und Förderschulen ausgegeben. Mit Hilfe des „Corona Sofortprogramm des Landes NRW“ wurden kürzlich 8.000 iPads beauftragt, in spätestens sechs Wochen werden die Geräte schrittweise ausgegeben. Weitere Auftragsvergaben stehen in den Startlöchern.

Wie digitales Lernen heute schon praktiziert wird und wie sich die Epidemie im Schulalltag ausgewirkt hat, berichteten die Leiterin und der Leiter zweier BONNEUM-Projektschulen. Moderiert von Claudia Schwennesen vom Schulamt, gab es so einen kurzen Einblick in die schulische Praxis. Sabine Kreutzer, Schulleiterin der Marie-Kahle-Gesamtschule, sowie Achim Bäumer, Schulleiter der Bad Godesberger Förderschule „Siebengebirgsschule“, berichteten, wie digitales Lernen in ihren Schulen bereits umgesetzt wird und welche Herausforderungen insbesondere durch die Pandemie auf die Schulgemeinde zukam und wie diese angenommen wurden. Die Inklusionsfachberaterin der Bezirksregierung im Schulamt Bonn, Dorothea Wichmann, ordnete die Bedeutung von BONNEUM digital für die zukünftige digitale Professionalisierung des Lehrpersonals ein.  

An mehreren Stationen ließen sich der OB und die Gäste von Mitarbeiterinnen des Medienzentrums Robotik- und Coding-Themen vorstellen. Darunter zum Beispiel „BeeBots“, die bereits von Kindern im Kita-Alter programmiert werden können. Schulamtsleiter Hubert Zelmanski präsentierte persönlich ein T-Shirt, das per QR-Code einen Blick ins Innere des Körpers ermöglicht.

Der OB schloss mit seiner Vision für die Bonner Schulen: „In zwei Jahren können alle Bonner Schulen und alle rund 52.000 Schülerinnen und Schüler in Bonn - wenn sie wollen - wie selbstverständlich auf digitale Endgeräte als Werkzeug im Unterricht zugreifen und die digitale Datenautobahn nutzen. Der Einsatz und die Nutzung Digitaler Endgeräte im Unterricht sind Dank BIDW und BONNEUM digital in der engen Zusammenarbeit zwischen Stadt und Bezirksregierung im Unterricht längst selbstverständlicher Standard geworden – wir arbeiten mit Herzblut daran, dass diese Vision real wird!“

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  • Michael Sondermann/Bundesstadt Bonn
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