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Bundesstadt Bonn

Tag des offenen Denkmals 2022: Blicke hinter verschlossene Türen

Bundesweit öffnen zum „Tag des offenen Denkmals“ zahlreiche Stätten ihre Türen für Besucher*innen. Unter dem Motto „KulturSpur. Ein Fall für den Denkmalschutz“ lassen am Sonntag, 11. September 2022, auch in Bonn wieder viele denkmalgeschützte Bauten Interessierte eintreten. Der Tag findet sowohl digital als auch vor Ort statt und wird jährlich von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz organisiert.

Plakat zum Tag des offenen Denkmals® 2022

Der Aktionstag lockt mit mehr als 40 Programmpunkten - alles bei freiem Eintritt. In manchen Fällen ist eine Voranmeldung bei den Veranstaltenden nötig. Die Programmplanung für die Stadt Bonn übernimmt im Auftrag der Unteren Denkmalbehörde bereits seit 2012 das Netzwerk Werkstatt Baukultur Bonn. Zugleich ist der Tag des offenen Denkmals ein Fest des Ehrenamtes: Ohne die Mitwirkung von zahlreichen Vereinen, Initiativen, Denkmaleigentümer*innen und vielen einzelnen Engagierten würde er nicht stattfinden. Das Bonner Programm reicht von der Römerzeit bis zu herausragenden Baudenkmälern der Nachkriegszeit in Bad Godesberg.

Denkmale sind Zeugen vergangener Geschichten ihrer Bewohner*innen und Erbauer*innen. Ihre Bausubstanz steckt voller Beweismittel. Beim Tag des offenen Denkmals können Interessierte der Frage nachgehen, welche Erkenntnisse und Beweise sich durch die Begutachtung der originalen Denkmalsubstanz gewinnen lassen. Welche Spuren hat menschliches Handeln über die Jahrhunderte hinweg hinterlassen? Welche „Taten“ wurden im und am Bau verübt? Und welche Schlüsse zieht die Denkmalpflege daraus?

Filmbeitrag 2022

Durch einen filmischen Beitrag wird ein Einblick in die Geschichte der ehemaligen Pestalozzischule geboten, in deren Räumlichkeiten nach dem Umbau das Bonner Stadtarchiv einziehen wird. Hier geht’s zum Video:  https://youtu.be/3zYAQxch-mM (Öffnet in einem neuen Tab)

Bunker, Beethoven und Schauspielhaus: Beiträge der Stadt Bonn

Der Windeckbunker wurde 1941 in unmittelbarer Nähe zum damaligen Stadthaus auf der historischen Stadtmauer errichtet. In der Zeit des Kalten Krieges wurde der Hochbunker als Schutzraum umfänglich renoviert, Ende der 1980er-Jahre wurden mit Kunst am Bau und einer Begrünung erste Schritte zur Aufwertung getan. Die Stadtverwaltung plant nun, in dem seit 1995 unter Denkmalschutz stehenden Bunker einen lebendigen Ort der Erinnerungskultur zu schaffen. Das Kulturamt macht den Windeckbunker für Interessierte zugänglich. In stündlichen Führungen von 12 bis 17 Uhr erleben die Teilnehmenden die Atmosphäre des ehemaligen Schutzraumes und erfahren etwas über die Geschichte und die geplante Zukunft des Baudenkmales. Ein Stand vor dem Bunker bietet weitere Informationen und die Möglichkeit zum Austausch.

Das Beethoven-Denkmal auf dem Münsterplatz wurde anlässlich des 75. Geburtstags des in Bonn geborenen Komponisten Ludwig van Beethoven errichtet. Am 12. August 1845 wurde es in Anwesenheit von Königin Victoria, Prinz Albert und anderen Adeligen feierlich enthüllt. Im Zuge der umfangreichen Restaurierung Anfang 2022 wurden neue Erkenntnisse zur Geschichte gewonnen. Das gesamte Denkmal wurde einem Rundum-Check unterzogen. Welche Schäden wie behoben wurden und was durch die Untersuchung für Erkenntnisse zu seiner Geschichte gewonnen werden konnten, wird vor Ort vom Städtischen Gebäudemanagement um 13 Uhr und um 14.30 Uhr erklärt.

Das Schauspielhaus wurde im Frühjahr 1952 als Stadttheater des damals noch selbstständigen Bad Godesberg eröffnet. Unter Denkmalschutz stehen besonders die Fassaden und die Kassenhalle. Schauspieldirektor Jens Groß führt um 15 Uhr durch das Haus. Eine Anmeldung ist per E-Mail an  nina.dahlbonnde nötig.

Die Geschichte Bonns reicht zurück bis in die römische Zeit und das ehemalige Legionslager wurde 2021 als Bestandteil des Niedergermanischen Limes zum Weltkulturerbe erklärt. Bei einer „Römertour“ zu Fuß erkunden die Teilnehmenden Reste der römischen Badeanstalten, erfahren, wo sich die zivile Siedlung „canabae legiones“ befand und entdecken den Ort des Süd-Tores des Legionslagers. Die Führung zeigt und erklärt das Lagerleben anhand eines Modells. Der Rundgang findet um 11 Uhr, 12.30 Uhr und 14 Uhr statt. Kostenfreie Tickets können bei der Bonn-Information, Windeckstraße 1, oder online unter  www.bonnticket.de (Öffnet in einem neuen Tab) erworben werden. Reservierungen sind telefonisch unter 0228-775000 oder per E-Mail unter  bonninformationbonnde möglich.

Auswahl weiterer Bonner Angebote

Elisabeth-Kirche: Ausblick vom Kirchturm genießen
Die Elisabeth-Kirche in der Bonner Südstadt wurde in den Jahren 1906 bis 1910 vom Architekten Ludwig Becker erbaut. Außen- und Innenarchitektur wirken wie das Idealbild einer Kirche der rheinischen Spätromanik. Kinder erfahren bei einer Führung um 11.15 Uhr spannende Details und Geschichten zur größten katholischen Kirche Bonns. Die Tour beinhaltet eine Kirchturmbesteigung bis in den Glockenstuhl. Dafür müssen rund 150 Stufen bewältigt werden. Eine weitere Kirchenführung mit Turmbesteigung für alle gibt es um 16.30 Uhr.

Da bei der Besteigung die Plätze für Teilnehmende begrenzt sind, sollten sich Interessierte vorher unter  kirchenfuehrunggmxde anmelden.

„Heinrich-Bastion“: Abstieg zu Befestigungsanlagen im Untergrund
Beim Bau der neuen Sparkasse am Friedensplatz traten im Jahre 2010 Reste der mächtigen barocken Festungsanlagen der kurfürstlichen Residenzstadt Bonn zutage: Fundamente der „Heinrich-Bastion“, die in den Jahren 1658 bis 1664 errichtet wurde. Historisch wertvolle Teile der Mauern wurden erhalten. Interessierte können sich die Bastion bei einer Führung um 16 Uhr ansehen. Ein Film mit einer virtuellen Rekonstruktion der Bonner Festung um das Jahr 1700 vervollständigt die Tour.

Villa Garré: Exklusive Blicke hinter Türen, die sonst verschlossen bleiben
Die Villa Garré wurde 1870 durch Architekt Paul Thomann erbaut, dem ersten fest angestellten kommunalen Beamten der Stadt Bonn. 1911 baute Regierungsbaumeister Dr. Heinrich Roettgen die Villa für Dr. Carl Garré, Professor für Chirurgie an der Universität Bonn, um. Das Gebäude hatte einen hohen repräsentativen Anspruch. Dieser spiegelt sich unter anderem in der Ausstattung des Entrees wider. Mittlerweile befindet es sich in privater Hand. Interessierte haben um 14 Uhr die Möglichkeit, einen Blick in die Villa zu werfen. Dafür ist eine Anmeldung per E-Mail unter  infobloemer-bonnde oder per Telefon unter 0228-98300 nötig.

Sportlich unterwegs bei Radtour durch den Kottenforst
Im Mittelpunkt des Stadtteils Röttgen stand bis etwa ins Jahr 1810 das Jagdschloss Herzogsfreude des Kölner Kurfürsten Clemens August. Von dem Schloss ist heute nichts mehr zu sehen. Aber eine Radtour in der Umgebung zeigt: Am und im Kottenforst sind aus der kurfürstlichen Zeit viele spannende Spuren erhalten. Die Tour startet um 13 Uhr am Wegekreuz an der Ecke Reichsstraße und Hobsweg, ist rund fünf Kilometer lang und endet im Kottenforst am Jägerhäuschen.

Konzert am Tag des offenen Denkmals
Die Große Evangelische Kirche Oberkassel wurde 1908 von Otto March erbaut. Die frisch restaurierte Walcker-Orgel stammt ebenfalls aus diesem Jahr. Zu jeder vollen Stunde von 14 bis 16 Uhr erklingt für rund 15 Minuten Instrumentalmusik.

Idee zum Tag des offenen Denkmals stammt aus Frankreich

Der Tag des offenen Denkmals hat seine Wurzeln in Frankreich. Dort wurde er mit Erfolg erstmals im Jahr 1984 veranstaltet. Schnell verbreitete sich die Idee in Europa. Koordiniert wird er seit 1993 von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, die ihren Sitz im Bonner Bundesviertel hat. Seither wird er jährlich am zweiten Sonntag im September durchgeführt. Weitere Informationen gibt es unter  www.bonn.de/tag-des-offenen-denkmals (Öffnet in einem neuen Tab).

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Bildnachweise

  • Tag des offenen Denkmals/Deutsche Stiftung Denkmalschutz