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Bundesstadt Bonn

Stadt Bonn legt Fortschreibung der Treibhausgasbilanz vor

Um 33 Prozent sind die Treibhausgas-Emissionen in Bonn von 1990 bis 2018 bezogen auf die Zahl der Einwohner*innen zurückgegangen. Und zwar von 9,6 Tonnen pro Kopf in 1990 auf 6,4 Tonnen pro Kopf im Jahr 2018. Darüber informiert die Stadt Bonn in der aktuellen Fortschreibung ihrer Treibhausgas-Bilanz.

In absoluten Mengen bedeutet dies einen Rückgang an Treibhausgas-Emissionen um 800.000 Tonnen von 2,92 Millionen Tonnen in 1990 auf 2,12 Millionen Tonnen im Jahr 2018. 

Für die Treibhausgasbilanz wird der gesamte jährliche Energieverbrauch von privaten Haushalten, Wirtschaft und Verkehr im Stadtgebiet erfasst und die daraus verursachten Treibhausgasmengen ermittelt. Die erste CO2-Bilanz für die Stadt Bonn erstellte das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung im Rahmen des Energie- und Klimaschutzkonzepts 1999. Seit 2008 führt die Stadt eine eigene CO2-Bilanzierung durch, die alle zwei Jahre fortgeschrieben wird.

Neuer bundeseinheitlicher Standard

Die aktuelle Berechnung erfolgte erstmals nach einem neuen bundeseinheitlichen Standard für kommunale Treibhausgas-Bilanzierungen (BISKO). Dieser wurde vom Heidelberger Institut für Energie- und Umweltforschung im Auftrag des Umweltbundesamtes in Zusammenarbeit mit dem Klima-Bündnis entwickelt. Erstmals werden somit in der Bonner Bilanz neben CO2 weitere treibhausgasrelevante Substanzen wie Methan oder Lachgas berücksichtigt.

Neu ist außerdem die Methodik der Verkehrsbilanzierung: Bislang wurde der Verkehr verursacherbasiert bilanziert, so dass zum Beispiel auch die Urlaubsfahrt nach Italien mit in die Bilanzierung eingeflossen ist. Neue Daten erlauben es jetzt, nur den Verkehr zu bilanzieren, der auf Bonner Stadtgebiet stattfindet. Damit werden erstmals auch die Einpendler*innen mitberücksichtigt, sobald sie die Bonner Stadtgrenze überqueren. Die neue Methode bildet den Verkehr in Bonn somit deutlich besser ab. Für das Jahr 2018 ergibt sich ein Rückgang der verkehrsbedingten Emissionen von 37 Prozent im Vergleich zur bisherigen Methode in 2016. 

Der BISKO Standard fordert zur Vergleichbarkeit der Städte untereinander die Berechnung der Emissionen aus der Stromnutzung nach dem sogenannten Bundesmix. Der Mix der Bonner Stadtwerke weist mit 75 Prozent jedoch einen höheren Anteil an regenerativen Energien auf, städtische Liegenschaften in Bonn beziehen zudem Ökostrom. Damit diese lokalen Maßnahmen auch sichtbar werden, enthält die Bilanz eine parallele Rechnung mit „lokalen“ Werten.

Anstrengungen verstärken für Klimaneutralität bis 2035

„Die aktuelle Treibhausgasbilanz und die darin ablesbare Entwicklung zeigen: Um bis 2035 klimaneutral zu werden, müssen wir unsere Anstrengungen deutlich verstärken“, betont Oberbürgermeisterin Katja Dörner. „Mit dem Klimanotstandspaket, dem Projekt Klimaneutraler Konzern 2035 und weiteren Aktivitäten haben wir die Weichen in Richtung Klimaneutralität gestellt, aber das reicht noch nicht aus. Es gilt nun, eine Gesamtstrategie und einen Maßnahmenplan zu entwickeln. Ein wichtiger Baustein ist der Mitwirkungsprozess Bonn4Future, der aus der Stadtgesellschaft heraus initiiert wurde, denn Klimaschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Das heißt aber auch: Wir brauchen das Engagement der Verantwortlichen auf nationaler und internationaler Ebene!“, so die Oberbürgermeisterin. 

Eine ausführliche Beschreibung der Methodik sowie eine detaillierte Auswertung der einzelnen Bilanzierungsbereiche und Energieträger gibt es im Bericht zu der Bilanzierung unter  www.bonn.de/klimaschutzberichte (Öffnet in einem neuen Tab).

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