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Bundesstadt Bonn

Grundstücksmarktbericht: Eigentumswohnungen und Baugrund verteuern sich weiter

Rund 1,5 Milliarden Euro wurden im Jahr 2019 insgesamt auf dem Bonner Immobilienmarkt umgesetzt. Das geht aus dem Grundstücksmarktbericht 2020 hervor, den der Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Bundesstadt Bonn zum Stichtag 1. Januar 2020 erarbeitet hat.

Eine Übersicht über den Immobilien- und Grundstücksmarkt in der Bundesstadt Bonn gibt der aktuelle Grundstücksmarktbericht 2020. Er betrachtet rückblickend das Kauf- und Verkaufsgeschehen anhand notariell beurkundeter Verträge. Insgesamt 3.148 Fälle werteten die Experten aus, im Vergleich zum Vorjahr waren das rund 17 Prozent mehr  (2018: 2.682). Insgesamt wurde auf dem Bonner Immobilienmarkt mit rund 1,5 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr (2018: 1,7 Milliarden Euro) jedoch etwa 12 Prozent weniger Geld umgesetzt.

Der Geldumsatz bei den bebauten Grundstücken verringerte sich von rund 1,2 Milliarden Euro auf rund 907 Millionen Euro (-25 Prozent). Besonders stark war der Rückgang bei den Mehrfamilienhäusern (-36 Prozent) und bei den Büro- und Geschäftsobjekten (-29 Prozent). Sowohl bei den unbebauten Grundstücken als auch bei den Eigentumswohnungen hat sich dagegen der Geldumsatz gesteigert.

Preise für Häuser und Grundstücke steigen

Die für 2019 ermittelten durchschnittlich gezahlten Kaufpreise für Ein- und Zweifamilienhäuser in mittleren bis guten Wohnlagen stellten sich im Vergleich zu 2018 je nach Gebäudeart und Baujahr differenziert dar. Eine Tendenz der vergangenen Jahre setzt sich jedoch weiterhin fort – die Preise steigen.  So wurde beispielsweise für eine Neubaudoppelhaushälfte mit einem etwa 320 Quadratmeter großen Grundstück und einer Wohnfläche von rund 150 Quadratmetern ein durchschnittlicher Kaufpreis von 620.000 Euro erzielt.

Auch unbebaute Grundstücke haben sich 2019 im Vergleich zum Vorjahr verteuert. Der Preis für baureife Grundstücke für Ein- und Zweifamilienhäuser stieg durchschnittlich um sieben Prozent, für baureife Grundstücke für Mehrfamilienhäuser um 14 Prozent. Bei den Grundstücken für Gewerbenutzung änderte sich nichts.

Zonale Bodenrichtwerte: Was kostet der Quadratmeter wo?

Um eine Orientierung zu geben, was Grund und Boden in bestimmten Lagen wert ist, beschließt der Gutachterausschuss nach den Bestimmungen des Baugesetzbuches (BauGB) und der Gutachterausschussverordnung (GAVO) NRW jeweils zum Stichtag 1. Januar eines Jahres die so genannten zonalen Bodenrichtwerte. Hierbei handelt es sich um den durchschnittlichen Lagewert des Bodens innerhalb eines Gebietes (Bodenrichtwertzone), das nach seinem Entwicklungszustand sowie nach Art und Maß der Nutzung weitgehend übereinstimmende Merkmale aufweist. Der Bodenrichtwert bezieht sich dabei auf den Quadratmeter Fläche eines Grundstücks mit dem definierten Grundstückszustand (Bodenrichtwertgrundstück).

So beträgt beispielsweise der Bodenrichtwert für Einfamilienhausgrundstücke in der Bonner Südstadt 930 EUR/m² für 300 m², im Duisdorfer Oberdorf 590 EUR/m² für 500 m², in Beuel-Süd, „Elsa-Brändström-Straße“ 670 EUR/m² für 500 m² und in Bad Godesberg „Am Stadtwald“ 730 EUR/m² für 800 m².

Eigentumswohnungen werden insgesamt teurer

Auch hat der Gutachterausschuss die aktuellen Immobilienrichtwerte für Eigentumswohnungen – differenziert nach vier Altersklassen – beschlossen. Immobilienrichtwerte sind normierte Kaufpreise pro m² Wohnfläche bezogen auf eine bestimmte Ortslage. Gründerzeitwohnungen werden hier als Sondermarkt betrachtet, für den eigene Immobilienrichtwerte angelegt wurden.

Die Preisentwicklung für Eigentumswohnungen ist in allen Baualtersklassen weiter steigend: die Durchschnittspreise der Neubau-Wohnungen (bis drei Jahre alt) sind um 10,4 Prozent, die der fünf bis 30 Jahre alten Wohnungen um rund 9 Prozent, die der 30 bis 50 Jahre alten Wohnungen um rund 9,4 Prozent und die der 50 bis 70 Jahre alten Wohnungen um rund 9,1 Prozent gestiegen.  Auch die Gründerzeitwohnungen sind nach gleichbleibenden Preisen im Vorjahr im Durchschnitt 7,9 Prozent teurer geworden.

In Beuel-Zentrum sowie in Godesberg/Rheinnähe werden die höchsten durchschnittlichen Kaufpreise für Neubau-Eigentumswohnungen erzielt. Den „Rekord“ hielt eine Immobilie im Stadtbezirk Bad Godesberg, für die im vergangenen Jahr mehr als 7.300 Euro pro Quadratmeter gezahlt wurde.

Grundstücksmarktbericht und Bodenrichtwertkarte im Internet

Die Bodenrichtwerte und der Grundstücksmarktbericht können im Informationssystem der Gutachterausschüsse in NRW unter  www.boris.nrw.de abgerufen werden. Der Grundstücksmarktbericht kann dort auch kostenlos als pdf-Dokument heruntergeladen werden. 

Gegen Gebühr sind Druckfassungen der Bodenrichtwertkarte und des Grundstücksmarktberichtes erhältlich. Sie können formlos unter  gutachterausschussbonnde bestellt werden.

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Bildnachweise

  • Bundesstadt Bonn
  • Land NRW
  • Giacomo Zucca/Bundesstadt Bonn

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