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Bundesstadt Bonn

Reuterpark wird inklusiv - Arbeiten an der Skateanlage gestartet

Nachdem die Bauarbeiten am Reuterpark im Januar 2022 gestartet und im vollen Gange sind, zeigt sich langsam, wie der Park in Zukunft aussehen wird. Aktuell laufen die Arbeiten an der neuen Skateanlage, die behindertengerecht wird und zum Beispiel für Rollstuhlfahrer*innen geeignet ist. Bei einem Pressetermin am Dienstag, 5. April, wurde das Projekt Reuterpark und der Baufortschritt von der Stadt Bonn und weiteren Beteiligten vorgestellt.

Von links: Daniel Schreitmüller (LNDSKT), Ursula Dreeser (Schulleiterin Bonns Fünfte), Martin Hermann, Olaf Schwarz und Gabriel Kunze vom Initiativkreis „Ein Platz für Alle“, Hartmut Henseler (RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten), Stefan Günther (Leiter Sport- und Bäderamt), Franziska Wendel (Projektleiterin, Sport- und Bäderamt).

„Der Reuterpark ist ein Schlüsselprojekt in der Entwicklung von Bewegungs- und Begegnungslandschaften im öffentlichen Raum in Bonn. Mit der Umgestaltung des Parks wird ein wichtiger Beitrag auf dem Weg zu einer inklusiven Sportstadt geleistet. Ich danke auch dem Initiativkreis, der dieses Projekt angestoßen hat, für sein hohes Engagement“, so Stefan Günther, Leiter des Sport- und Bäderamtes. Gemeint ist der Initiativkreis „Ein Platz für Alle“, der sich bereits seit 2013 für das Projekt einsetzt. Geplant und umgesetzt wird das Projekt gemeinschaftlich von Sport- und Bäderamt und dem Amt für Umwelt und Stadtgrün. Zudem arbeitet die Stadt hierbei mit dem Büro RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten und dem Planungsbüro für Skateanlagen, LNDSKT, zusammen.

Martin Hermann, Vorsitzender des Bonner Kinder- und Jugendvereins Lucky Luke und Teil des Initiativkreises sagt: „Wir freuen uns sehr, dass das Projekt konkrete Form annimmt und die Bundesstadt Bonn die Pläne umsetzt, die im Rahmen umfangreicher Bürgerbeteiligung in den letzten Jahren entwickelt wurden. Wir wünschen uns sehr, das später auch viele weitere Vereine und Organisation zur Belebung des Platzes beitragen. Sicher wird dieses Projekt auch Strahlkraft über die Stadtgrenzen hinweg entfalten.“ Der Initiativkreis besteht aus dem Kinder- und Jugendring der Stadt Bonn, der Behindertengemeinschaft Bonn, dem Stadtsportbund, dem ‚Der Paritätische‘, dem Verein für Behindertensport und Lucky Luke.

Auch Ursula Dreeser, Schulleiterin der Gesamtschule Bonns Fünfte, freut sich über den Baufortschritt und sieht den Park als Bereicherung für ihre Schule: „Da unsere Schule in unmittelbarer Nähe liegt, bietet der Park eine wunderbare Möglichkeit für die Kinder dort zu spielen oder auch mal den Sportunterricht nach draußen zu verlegen.“

Modell der neuen Skate- und Pumptrackanlage.

Vielfältige Möglichkeiten mit einzigartiger Skateanlage

In den letzten Wochen wurden Erdarbeiten ausgeführt und die Rigole gebaut, die für das Entwässerungssystem notwendig ist. Auf den Boden wurde eine sogenannte „Tragschicht“ aufgetragen, die als Unterbau für die neue Wegeführung durch den Park dient.

Seit kurzem laufen die Arbeiten an der Skate- und Pumptrackanlage. Das in Deutschland einzigartige Konzept vereint die sonst üblicherweise getrennten Pumptrack- und Bowl-Terrains nahtlos miteinander, was eine diverse und kreative Nutzung für Sportler*innen zulässt. Die Anlage bietet sich ideal an für Mountain-Bikes, Skateboards, Inline-Skates oder andere Sportmöglichkeiten. Die Besonderheit liegt auch in der inklusiven Ausrichtung der gesamten Anlage. Die für den Fahrfluss wichtigen Anfahrtsbereiche sind über Auffahrtsrampen allesamt mit dem Rollstuhl erreichbar und die Tiefpunkte der Anlage werden ebenerdig mit den Verbindungswegen verbunden. Damit ist der gesamte Park auch für die Nutzung mit einem Sport-Rollstuhl (WCMX) geeignet.

Beim Bau der Skateanlage wurden zunächst die Pumptrack- und Bowl-Elemente mit Erdboden modelliert und ebenfalls mit einer Tragschicht versehen, sodass in Kürze die Oberflächenarbeiten mit Ortbeton beginnen – die Oberflächen werden dabei hauptsächlich händisch geglättet. Die Fertigstellung der Anlage ist für Mitte Juni geplant. 

Die Arbeiten im Reuterpark sind im Zeitplan.

Zahlen und Fakten rund um das Projekt

Die Arbeiten am Reuterpark sind im Zeitplan. Nach aktuellem Stand kann der erste Bauabschnitt wie geplant im Dezember 2022 abgeschlossen werden. Ab dann ist dieser für die Bürger*innen geöffnet. Es handelt sich um den südlichen Parkbereich mit einer Fläche von rund 15.000 Quadratmetern des insgesamt 2,3 Hektar großen Areals. Der Park im Ortsteil Kessenich erstreckt sich zwischen Reuterstraße, Hausdorffstraße, August-Bier-Straße und Bonner Talweg.

Voraussichtlich im November folgen die Arbeiten an den Grünflächen. So sind etwa 23 Baumpflanzungen geplant, unter anderem Hainbuchen, Edelkastanien, Freemanii-Ahorn sowie Sträucher, Gräser und Stauden. Neben der Skatanlage entstehen zwei Spielplatzinseln, eine Bouleinsel, eine große Liegewiese und eine Hundeauslaufwiese. Zusätzlich zu den behindertengerechten Spiel- und Sportgeräten wird es zum Beispiel auch einen „Sinnesgarten“ geben, der durch unterschiedliche Texturen, Düfte und Farben der Pflanzen dort, zahlreiche Sinne anregt und schult.

Die Baukosten belaufen sich auf rund drei Millionen Euro. Davon werden 2,1 Millionen Euro durch Fördermittel aus dem Investitionspakt „Soziale Integration im Quartier“ bezuschusst. Die Planungen für den zweiten Bauabschnitt laufen aktuell in enger Abstimmung mit dem Büro RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten und der Stadt Bonn. Zurzeit wird unter Einhaltung der Lärmschutzrichtlinien ein Vorentwurf ausgearbeitet.

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Bildnachweise

  • Giacomo Zucca/Bundesstadt Bonn
  • LNDSKT
  • Giacomo Zucca/Bundesstadt Bonn