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Bundesstadt Bonn

Beethoven-Denkmal auf dem Münsterplatz wird untersucht

Das Beethoven-Denkmal auf dem Münsterplatz soll in diesem Sommer restauriert werden. Grund dafür sind Korrosionsschäden, welche bei einer Begutachtung der Statue im Herbst 2020 festgestellt wurden. Am Mittwoch, 21. April 2021, führt eine Gutachterfirma weitergehende Untersuchungen durch, um das Ausmaß der Schäden sowie die notwendigen Restaurierungsarbeiten näher definieren zu können.

Wie sich bei der Begutachtung im vergangenen Jahr zeigte, hat sich auf den Stellen des Denkmals, welche der Sonne ausgesetzt sind, eine Korrosion ausgebreitet, so dass Schmutz und Wasser ungehindert eindringen können und sich das Risiko einer Korrosion im Innenbereich deutlich erhöht hat. Diese Schäden sind für Betrachter des Denkmals kaum bzw. nicht erkennbar.

Für die Überprüfung des Sockelinnenbereichs am Mittwoch werden Metallrestauratoren eine der Seitenplatten öffnen, um so tiefergehende Erkenntnisse zur Konstruktion im Inneren der Skulptur und ihrem Gesamterhaltungszustand zu erlangen.

Die gutachterlichen Ergebnisse werden als Grundlage für die Restaurierung des Denkmals dienen. Ob die Skulptur vor Ort restauriert werden kann oder in die Werkstatt gebracht werden muss, kann erst nach der Begutachtung abschließend geklärt werden. Die Restaurierung wird auch die Reinigung und Konservierung des Äußeren beinhalten. Hierfür werden die bronzenen Oberflächen der überlebensgroßen Statue Beethovens und der mit figürlichen Darstellungen verzierte Sockel von korrosiven und festgebackenen Schmutzablagerungen befreit und schädliche Korrosionsprodukte reduziert. Risse und Hohlräume im Metall, sogenannte Gusslunker, werden geschlossen.

Die Restaurierung des Denkmals wird durch das Städtische Gebäudemanagement (SGB) koordiniert. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und das Land NRW haben Fördermittel für die Restaurierung in Aussicht gestellt. Voraussichtlich im Sommer 2021 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. 

Historie des Denkmals

Das Beethoven-Denkmal auf dem Münsterplatz wurde am 12. August 1845 zum Gedenken an Beethovens 75. Geburtstag und anlässlich des ersten Beethovenfestes enthüllt. Den Feierlichkeiten war ein jahrelanges Engagement der Bonner Bürgerinnen und Bürger sowie insbesondere von Robert Schumann und Franz Liszt vorausgegangen.

Die Gestaltung eines Denkmals für Ludwig van Beethoven übernahm der damals bereits in Dresden und München erfolgreiche Bildhauer und Professor an der Dresdner Kunstakademie Ernst Julius Hähnel. Sein Konzept wurde als modern und zugleich erhaben eingeschätzt. Ausgeführt wurde die Statue vom Bildhauer und Erzgießer Jacob Daniel Burgschmiet.

Am 12. August 1845 wurde das Denkmal in Anwesenheit von Königin Victoria und Prinz Albert, König Friedrich Wilhelm IV, Erzherzog Friedrich von Österreich und Alexander von Humboldt enthüllt. Da die Hoheiten einen Ehrenplatz auf einem Balkon hinter der Statue erhielten, stand diese mit dem Rücken zu ihnen. Alexander von Humboldt sagte daraufhin: „Ja, er ist auch schon in seinem Leben immer ein grober Kerl gewesen“. Die Erheiterung spielte den Fauxpas etwas runter.

In den Jahren 1963 bis 1965 ist die Statue schon einmal vollumfänglich restauriert worden. Hierzu war die rund drei Tonnen schwere Statue mithilfe eines Autokrans von ihrem Sockel gehoben worden und stand rund 20 Monate in der Kunstschmiede Karl König in Bonn, bevor sie am 28. April 1965 feierlich wieder aufgestellt wurde.

Am 6. November 1987 wurde die Beethoven-Skulptur als Baudenkmal in die Denkmalliste der Stadt Bonn eingetragen.

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