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Bundesstadt Bonn

Städte und Kommunen auf dem Weg ins Solarzeitalter

Wie funktioniert konkreter Klimaschutz mit Solarenergie in der Stadt? Dieser Frage widmeten sich gestern rund 45 Vertreterinnen und Vertreter von Kommunen, Stadtwerken und Energiegenossenschaften bei der Praxiswerkstatt „Solare Stadt“. Eurosolar hatte gemeinsam mit der Bundestadt Bonn, der Stadtwerke Bonn GmbH und der Bonner Energie Agentur zum Workshop geladen.

In urban verdichteten Räumen sind die Dächer von Gebäuden häufig das einzig nennenswerte Potenzial, um regenerative Energie zu nutzen. Wie bekommt man mehr Solaranlagen aufs Dach, war deshalb eine der zentralen Fragen der Praxiswerkstatt Solare Stadt.  Dazu präsentierten mehrere Städte sehr unterschiedliche Projekte und Instrumente. Unter anderem das Projekt der Stadt Freiburg „Dein Dach kann mehr“ baut auf ein breites Spektrum von Öffentlichkeitsmaßnahmen, kombiniert mit einem Förderprogramm. Dadurch konnte der Trend sinkender Installationszahlen umgekehrt werden. Die Stadt Tübingen stellte das Instrument einer Solarpflicht für Neubauten vor. Neu dabei ist die „Umkehr der Beweislast“. Aus der Pflicht wird nur entlassen, wer nachweist, dass die Nutzung von PV-Strom auf dem eigenen Dach unwirtschaftlich ist.

In der Gesamtschau aller Projekte wurde die Bedeutung der Information und Kommunikation als Voraussetzung für eine Motivation zur Installation von Solaranlagen sehr deutlich. Die Vorteile der Nutzung der Solarenergie müssen sowohl unter ökologischen als auch ökonomischen Aspekten dabei stärker in den Vordergrund gestellt werden.

Die Kommunalvertreterinnen und -vertreter machten außerdem deutlich, dass der aktuelle gesetzliche Rahmen nicht zielführend sei. Dieser müsse zügig auf die kommunalen Bedürfnisse ausgerichtet werden, so die Forderung nach Berlin. 

Prof. Peter Droege, Präsident von Eurosolarstellte heraus: „Eurosolar verfolgt seit 25 Jahren eine konsequente Solarstadtagenda. Aus gutem Grund, denn Städte verbrauchen die Hälfte der weltweiten Endenergie. Als Gemeinschaften, räumliche Systeme und wirtschaftliche Zentren sind sie zwar seit Jahrzehnten die Hotspots von Energieaktionen, doch waren leider viele in ihren Erneuerbare-Energien-Programmen beschränkt. Das ändert sich gerade: Beschleunigte Klimaerhitzung, massive fossile und nukleare Kosten sowie steigende finanzielle Brüchigkeit im System treibt die große Wende zur Solarstadt voran – die Heimat unserer Kinder und all derer, die gegen das Aussterben irdischen Lebens kämpfen."

Dr. Ute Zolondek, Leiterin des Amtes für Umwelt, Verbraucherschutz und Lokale Agenda der Bundesstadt Bonn, stimmte die Teilnehmenden zu Beginn ein: Das Ziel der Werkstatt sei es, voneinander zu lernen, denn: „Die zweite Auflage des Solardachkatasters der Stadt zeigt, dass 50 Prozent des Bonner Strombedarfs mit Solarstrom gedeckt werden könnten. Doch im Augenblick wird nur ein Prozent davon genutzt. Dieses Potenzial müssen wir heben. Die Städte sind größtenteils gebaut, wir müssen den Bestand im Auge haben.“

Und Peter Weckenbrock, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stadtwerke Bonn GmbH, erklärte zum Auftakt: „Wir verfolgen eine klare Nachhaltigkeitsstrategie. Seit 140 Jahren stehen wir für eine nachhaltige Gestaltung der Daseinsvorsorge. Wir verstehen das Zusammenspiel aus sozialen, ökologischen und ökonomischen Aspekten als Grundvoraussetzung für eine nachhaltige Entwicklung auf den Geschäftsfeldern Verkehr, Versorgung und Verwertung.“ Neue Herausforderungen bedürften dabei neuer Antworten in Form von Produkten, Angeboten und Dienstleistungen. „Wir verstehen uns als aktive Treiber der lokalen Mobilitäts- und Energiewende und geben unseren Kunden zudem durch unsere Angebote die Chance, selber zu Gestaltern dieser Wende zu werden“, so Weckenbrock weiter.

Am Vormittag präsentierten Energiewendepioniere aus Deutschland und Italien ihre vorbildlichen Projekte. Dr. Wolfram Sparber aus Bozen etwa stellte ein Computermodell vor, das für urbane Energiesysteme die ökonomischste und CO2-ärmste Technologiekonstellation ermittelt. Die Referenten aus Freiburg, Tübingen und Marburg zeigten auf, wie ihre Städte gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern die solare Energiewende voranbringen. Kontrovers diskutierten alle Teilnehmenden auf dem „Marktplatz der Projekte“, bei dem fünf Aussteller sich im Rotationsprinzip vorstellten. Zwei parallele Workshops fanden im Anschluss statt: Während sich eine Gruppe mit Strategien der Öffentlichkeitsarbeit, mit rechtlichen Aspekten und Fördermöglichkeiten auseinandersetzte, war die andere auf technische und architektonische Lösungen konzentriert.

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