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Bundesstadt Bonn

Straßentunnel geht wieder mit beiden Röhren in Betrieb

Voraussichtlich im Verlauf des Samstags, 23. November 2019, geht der Straßentunnel Bad Godesberg wieder mit beiden Röhren in Betrieb. Mit der jetzt bevorstehenden Tunnelöffnung konnte das Tiefbauamt der Stadt Bonn etwas früher als geplant die Hauptarbeiten abschließen. Das Gesamtprojekt soll im Januar/Februar 2020 beendet sein.

Der Verkehr kann nun erstmals seit Beginn der Lüftungstechnik-Sanierung im August 2018 bereits vor dem eigentlichen Ende des Gesamtprojekts zwar mit einigen Einschränkungen, aber dennoch wieder durch beide Hauptröhren fahren. Allerdings ist vor dieser Freigabe noch eine Vollsperrung ab Freitagabend, 22. November, bis voraussichtlich Samstagnachmittag, 23. November, für den Rückbau der bisherigen, baustellenbedingten Verkehrsführung an den Tunneleinfahrten und im Tunnel erforderlich. 

Einschränkungen

Nach dem Abschluss dieser Arbeiten steht die Röhre in Richtung Norden mit beiden Fahrspuren durchgehend zur Verfügung. Da nur über das Portal auf der B9 von Mehlem aus kommend eingefahren werden kann (die Einfahrt Friedrichallee steht noch nicht zur Verfügung), ist die Leistungsfähigkeit aber dennoch gegenüber dem Normalbetrieb reduziert.

In Richtung Süden kann zweispurig eingefahren werden, bis vor dem Abzweig Heiderhof/Muffendorf steht die Röhre zweispurig zur Verfügung, wird dann aber auf den rechten Fahrstreifen eingezogen, da die Ausfahrt Friedrichallee bis zum Abschluss des Gesamtprojektes Anfang des Jahres 2020 noch geschlossen bleiben muss. Die Tunnelröhre von/nach Friesdorf muss ebenso weiterhin gesperrt bleiben.

Kurze Vollsperrung vor der Freigabe

Damit der Tunnel wieder in beide Fahrtrichtungen befahrbar ist, muss die Stadt von Freitag, 22. November, 21 Uhr, bis voraussichtlich Samstagnachmittag, 23. November, den Tunnel nochmals komplett sperren. Denn sobald die Umbauarbeiten in der bergseitigen Röhre am Freitag abgeschlossen sind, müssen für die Verkehrsumstellung die provisorische Verkehrsführung zurückgebaut, die Baustellenwegweisung demarkiert und die Leitwände im Tunnel beseitigt werden. Dies geht nicht unter Aufrechterhaltung des Verkehrs.

Dann können auch die Verkehrseinschränkungen im Kreuzungsbereich Wurzerstraße/B9 aufgehoben werden, da die Anbindung der Godesberger Innenstadt über die Kurzröhre in der Godesberger Straße voraussichtlich im Laufe des 23. November wieder in beiden Richtungen befahrbar sein wird.

Durch die Vollsperrung beider Fahrtrichtungen muss zeitweise mit erheblichen Behinderungen gerechnet werden, eine Umleitung über die Mittel-, Ubier- und Konstantinstraße wird ausgeschildert. Das für den Umbau zuständige Tiefbauamt der Stadt Bonn bittet bereits jetzt für die unvermeidbaren Beeinträchtigungen um Verständnis.

Die Geschwindigkeitsregelung in den beiden Hauptröhren des Tunnels wird zum großen Teil wieder auf 50 Stundenkilometer festgesetzt. Ausgenommen bleibt aus Sicherheitsgründen in Fahrtrichtung Koblenz die Verflechtung auf den rechten Fahrstreifen vor der gesperrten Ausfahrt Heiderhof/Muffendorf; hier gilt weiter 30 Stundenkilometer.

Sämtliche Bauarbeiten inkl. der Test- und Abnahmephase sowie ein zusätzlicher Brandversuch im zweiten Bauabschnitt werden bis Ende Februar 2020 durchgeführt und bilden dann den Abschluss der Arbeiten.

Weiterhin MUK-Strecke und bahnparallele Straßen nutzen

Auch in dieser letzten Baustellenphase ist nicht davon auszugehen, dass die einspurige Verkehrsführung im Rampenbereich Koblenzer Straße die gesamte Verkehrsmenge aufnehmen kann. Das Tiefbauamt empfiehlt wie bereits bei den ersten Sperraktionen, auf die so genannte MUK- Strecke (Mittelstraße, Ubierstraße, Konstantinstraße) oder die bahnparallelen Straßen (Oscar-Romero-Allee, Nahum-Goldmann-Allee, August-Bebel-Allee, Martin-Luther-Allee und Godesberger Straße) auszuweichen.

Neues Brandschutzkonzept für mehr Sicherheit

Das Bauprojekt dient dazu, die Sicherheit im Bad Godesberger Straßentunnel zu erhöhen. Künftig werden bei einem Feuer über einzelne Deckenöffnungen im Tunnel die Brandgase gezielt in der Nähe des Brandherdes abgesaugt. Dies erzeugt im Tunnel einen Luftstrom zur Absaugöffnung, der ein Ausbreiten von Brandgasen und Rauch verhindert. Personen im Tunnel können dann die nächstmögliche Fluchtmöglichkeit beziehungsweise Fluchtwege erreichen.

Je Tunnelröhre wurden für diese Planung 15 Lüftungsklappen mit einer Größe von je rund drei mal drei Metern in die Tunneldecke, die statisch verstärkt werden musste, eingebaut. Sie sind mit Jalousien verschlossen. Außerdem mussten alle Strahlventilatoren ausgetauscht werden, weil nur der Ersatz einzelner Maschinenkomponenten nicht die erforderliche Lüftungsleistung erbracht hätte. Die vorhandenen Abluftventilatoren in den Abluftkaminen wurden entsprechend angepasst. Im Brandfall wird nur die unmittelbar am Brandherd befindliche Klappe geöffnet und die Lüfter saugen dann den Rauch ab.

Insgesamt sind für diese zweite sicherheitstechnische Nachrüstung 9,35 Millionen Euro kalkuliert. Die Maßnahme ist zur Finanzierung beim Zuschussgeber gemeldet. Die erste Baustufe wurde mit 60 Prozent Landesmitteln gefördert.

Sicherheitstechnische Anforderungen verschärft

Hintergrund für die Nachrüstung ist die erhebliche Verschärfung der geltenden Richtlinien für die Ausstattung und den Betrieb von Straßentunneln (RABT 2006), basierend auf der EG-Richtlinie von 2004. Im Jahr 2012 hatte die Stadt bereits für 2,3 Millionen Euro in einem ersten Abschnitt unter weitgehender Aufrechterhaltung des Verkehrs unter anderem die gesamte Beschilderung, Beleuchtung und Markierung der Fluchtwege erneuert.

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Bildnachweise

  • Michael Sondermann/Bundesstadt Bonn
  • Michael Sondermann/Bundesstadt Bonn
  • Matthias Kehrein
  • Repro: Michael Sondermann/Bundesstadt Bonn
  • Giacomo Zucca / Bundesstadt Bonn

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