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Bundesstadt Bonn

Zuhause - Jüdisch. Heute. Hier. - Jüdische Kulturtage starten Ende März

BN - Wie prägt das Judentum die deutsche Kultur? Die Jüdischen Kulturtage Rhein-Ruhr 2019 geben in Ausstellungen, Theateraufführungen und Konzerten eine Antwort auf diese Frage. Auch Bonn beteiligt sich vom 28. März bis zum 14. April 2019 und zeigt: Hier findet jüdisches Leben statt.

Im gesamten Zeitraum ist die Ausstellung „Ein Leben für die Kunst“ mit Bildern von Manfred Weil in der Galerie 62, Germanenstraße 62, zu sehen. Geboren 1920 in Köln und 2015 in Bonn gestorben, war Weil im Rheinland zu Hause. 1939 floh er nach Belgien und Frankreich, entkam aus dem KZ Gurs und kehrte nach einer abenteuerlichen Flucht 1945 ins Rheinland zurück. Die Ausstellung bietet einen Querschnitt seiner langen Schaffenszeit.

Vom 28. bis 31. März finden in der Brotfabrik, Kreuzstraße 16, wieder die Bonner Klezmertage statt. Unter dem Leitmotiv „Zuhause“ stellt sich im kulturellen, insbesondere musikalischen Zusammenhang die Frage, wie sich die Musiken von Herkunftsland und neuer Heimat verbinden. Neben der musikalischen Spurensuche gibt es eine besondere Stummfilmvorführung, einen Tanzball, eine Familienveranstaltung mit chadissischen Geschichten sowie viele Vorträge.

Die Jüdischen Filmtage Bonn zeigen ab dem 1. April in der Brotfabrik fünf Filme, die sich aus ganz unterschiedlichen Perspektiven mit dem Thema des Zuhause-Seins in Deutschland beschäftigen und stellen die Fragen: Wie prägt das Judentum die deutsche Kultur? Was wird es morgen dazu beitragen?

Am 2. April geht es weiter mit der Leseperformance „Meschugge sind wir beide“. Die deutsche Schauspielerin Claudia und der israelische Komponist Shaul verlieben sich. Doch Shaul ist Enkel eines Holocaustüberlebenden und Claudias Großvater war Wehrmachtssoldat im Nationalsozialismus. Ist ihre Liebe zu verrückt, zu meschugge? Gemeinsam begeben sich Claudia und Shaul auf eine turbulente Reise in die Geschichten ihrer Familien, durch Deutschland und Israel. Die Lesung findet um 19.30 Uhr im Amos-Comenius-Gymnasium, Behringstraße 27, statt.

Die Theateraufführung „Zwischenfall in Vichy“ erzählt am 3. April um 19.30 Uhr die Geschichte von Juden, die in Vichy über ihr mögliches Schicksal diskutieren. Doch dann werden sie zum Verhör gerufen. Aufgeführt wird das Stück im Augustinum, Römerstraße 118.

„Shalom – Kirche trifft Synagoge“ bietet am 6. April um 18 Uhr einen interreligiösen Dialog. Angelehnt an die Traditionen der christlichen Orgelmusik und der jüdischen Liturgie, vereint das Programm beliebte Repertoire-Klassiker mit in Vergessenheit geratenen Chorwerken. Veranstaltungsort ist die Kirche St. Nikolaus, Pützstraße 21.

Das Theater Bonn zeigt am 12. April um 20 Uhr das Stück „Jakob der Lügner – Ein Märchen aus der Hölle“. „Und der Widerstand, wird man fragen, wo bleibt der Widerstand?“ Diese verzweifelte Frage stellt der Erzähler in der Geschichte vom Juden Jakob Heym, der im Ghetto von Lodz interniert war. Nach der Vorlage des gleichnamigen Romans von Jurek Becker, haben die Autorin und Regisseurin Jutta Berendes und der Schauspieler Stefan Viering die szenische Textfassung für einen Theaterabend erarbeitet.

Das komplette Programm der Jüdischen Kulturtage und weitere Infos zu den Veranstaltungen sind unter www.bonn.de, Suchbegriff „Jüdische Kulturtage“, einsehbar.

Hintergrund

Die Jüdischen Kulturtage finden seit 2002 statt und gehören inzwischen zum festen Festivalprogramm Nordrhein-Westfalens. Die Federführung des Festivals liegt beim Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Nordrhein. Insgesamt beteiligten sich 15 Kommunen an dem Programm. Diese sind Aachen, Bonn, Düsseldorf, Duisburg, Eitorf, Essen, Kleve (Kreis), Köln, Krefeld, Leverkusen, Mönchengladbach, Neuss, Solingen und Wuppertal.

Finanziert wird das Projekt vom Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen, vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, vom Landschaftsverband Rheinland, dem NRW Kultursekretariat Wuppertal, vom Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Nordrhein sowie den beteiligten Kommunen.

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Bildnachweise

  • Michael Sondermann/Bundesstadt Bonn
  • Giacomo Zucca/Bundesstadt Bonn

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