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Bundesstadt Bonn

Die Kita „Rhein-Dampfer“ liegt vor Anker

Im Baugebiet Geislar-West hat das Städtische Gebäudemanagement eine neue dreigruppige Kindertagesstätte gebaut. Der Träger „Terminal for Kids“ betreut dort bald insgesamt 52 Kinder.

Vier einladend wirkende „Reihenhäuschen“ empfangen die Besucher der neuen Kindertagesstätte im Neubaugebiet Geislar-West. Das eingeschossige Gebäude an der Straße An der Rötschen/Ecke Liestraße macht mit seiner Holzverkleidung einen gemütlichen Eindruck. Auch innen ist viel Holz verbaut. Oberlichter im wellenförmigen Dach sorgen für zusätzliches Tageslicht in der Kita. Linoleumböden in unterschiedlichen Farben kennzeichnen die verschiedenen Bereiche.

Auf rund 600 Quadratmetern finden drei Gruppen Platz. Die Raumfolge der einzelnen Gruppen wurde vom beauftragten Architekturbüro „Rheintreuearchitekten“ als Stilmittel übernommen und architektonisch in ablesbare einzelne Häuser übersetzt. Rücken an Rücken sind die einzelnen Gruppen hintereinander aufgereiht. Jede Gruppe im „eigenen“ Haus aus zwei Baukörpern mit Pultdach. Es entsteht der Eindruck von zusammengesetzten Bauklötzen, die Teil eines großen gemeinsamen Bauwerks werden.

Insgesamt 52 Kinder werden sich bald im „Rhein-Dampfer“ tummeln. Diesen Namen hat der Träger, die Terminal for Kids gGmbH, der Einrichtung gegeben. Das Unternehmen mit Sitz in Frankfurt betreibt in Bonn-Beuel bereits die Kita „Ghost Ship“ in der Herbert-Rabius-Straße.

Die erste Gruppe ist bereits belegt und hat den Betrieb im Mai aufgenommen. Die beiden weiteren Gruppen starten im September. Betreut werden 20 Kinder im Alter von zwei Jahren bis zum Schuleintritt, zehn Kinder im Alter von vier Monaten bis unter drei Jahren sowie 22 Kinder ab drei Jahren bis zum Schuleintritt.

Im Außengelände können sich die Mädchen und Jungen auf dem Rasen und an einem großen Klettergerüst mit Rampe, Strickleiter, Hangel-Netz und Rutsche austoben. Für die ganz Kleinen gibt es eine Sandspielfläche. Alle Spielgeräte sind in den Farben Rot, Gelb und Orange gehalten.

Das „Bonner Modell“ war auch in Geislar-West Planungsgrundlage

Gebaut werden die Einrichtungen nach dem „Bonner Modell“, einem Baustein-Modul, das vom Städtischen Gebäudemanagement (SGB) entwickelt wurde. Durch dieses Konzept lassen sich,  unabhängig von der Gruppenanzahl und Form, die ersten drei Planungsphasen (Grundlagenermittlung, Vorentwurfsplanung und Entwurfsplanung) vereinfachen und beschleunigen.

Grundsätzlich besteht in jedem Kindergarten dasselbe Raumkonzept. Daher kann das „Bonner Modell“ für alle Neubauten verwendet und trotzdem individuell angepasst werden. Das Grundmodell für eine Gruppe besteht immer aus einem großen Gruppenraum, zwei Nebenräumen, einem Sanitärtrakt, einem Abstellraum und einer Garderobe. Dazu kommen Räume für Personal und Kita-Leitung, ein Mehrzweckraum, eine Küche sowie Technik-, Putzmittel- und Hauswirtschaftsraum. 

Wie bei allen anderen „Bonner-Modell“-Kitas wurde auch in Geislar nach dem „KfW-Effizienzhaus 55“-Standard gebaut. Zudem ist die Kindertagesstätte in Holzbauweise errichtet. Die Kita besteht vorwiegend aus nachhaltigen Baumaterialien, aus robustem Holz, Linoleum und mineralischen Baustoffen. Vor Ort kommen eine Luftwärmepumpe und eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung zum Einsatz. Das Gebäude verfügt zudem über eine Fußbodenheizung, die im Sommer auch zur Kühlung beitragen kann. Sie wird über eine Niedertemperaturheizung betrieben. Auf dem niedrigen Temperaturniveau kann Heizwärme wirtschaftlicher bereitgestellt werden. Die Hauptzugänge sowie die Ausgänge zum Außengelände sind barrierefrei. Auch eine behindertengerechte Toilette gibt es in der Kita.

Baubeginn für die neue Kindertagesstätte war im Oktober 2017, im April 2019 wurde das Gebäude mit Außenanlagen fertig gestellt. Die Kosten liegen bei 2,63 Millionen Euro.

„Gerade hier im Neubaugebiet siedeln sich viele Paare, die eine Familie gründen wollen, oder Familien mit kleinen Kindern an. Der Bedarf an Betreuungsplätzen ist hoch. Dem werden wir mit dieser neuen Kita gerecht“, sagt Udo Stein, Leiter des Amtes für Kinder, Jugend und Familien.

In Bonn besteht aktuell noch ein Bedarf an Kindergartenplätzen für rund 1.800 Kinder. Aktuell befinden sich fünf Kindergärten im Bau, die noch dieses Jahr beziehungsweise in der ersten Jahreshälfte 2020 fertiggestellt werden. Damit werden weitere 330 Plätze zur Verfügung stehen. Viele weitere Neubauten sowie Erweiterungen von bestehenden Einrichtungen werden in den nächsten Jahren folgen.

Planungen für das Kindergartenjahr 2019/2020

Für das Kindergartenjahr 2019/2020 hat die Stadt Bonn dem Land Nordrhein-Westfalen gemäß Kinderbildungsgesetz (KiBiz) so genannte Kindpauschalen für insgesamt 4.039 Plätze für Kinder unter drei Jahren, davon 2.889 in Tageseinrichtungen und 1.150 in Tagespflege, angemeldet. Damit stehen nach Inbetriebnahme aller neuen Kindertageseinrichtungen voraussichtlich für 41,4 Prozent der 9.763 Kinder (Stand  31.12.2017) unter drei Jahren Plätze in öffentlich geförderten  Tageseinrichtungen beziehungsweise in Tagespflege zur Verfügung. Für Kinder ab drei Jahren bis zur Einschulung werden 9.222 Plätze in nach KiBiz geförderten Kindertageseinrichtungen und 50 Plätze in Tagespflege berücksichtigt. Dies entspricht einer Ü3-Quote von 98,7 Prozent.

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