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Bundesstadt Bonn

Aufforstung im Bonner Stadtwald hat begonnen

Im Bonner Stadtwald werden in den kommenden zwei Jahren mehr als 10.000 Bäume gepflanzt. Aktuell ist das Team der Stadtförsterei mit Pflanzarbeiten in Bad Godesberg beschäftigt. Sind dort die größten Lücken geschlossen, gehen die Arbeiten auf dem Venusberg weiter. Die Aufforstung soll die Trockenschäden der vergangenen zwei Jahre ausgleichen und den Stadtwald fit für den Klimawandel machen.

Gepflanzt werden vor allem klimastabile Eichensorten – auf nasseren Standorten wird die Stieleiche priorisiert und an trockenen Stellen eher die Traubeneiche. Die Eichen werden „truppweise“ gesetzt, so dass zwischen den Pflanzflächen Platz bleibt, damit sich der Wald durch Aussaat selbstständig verjüngen kann.

Um die Eichengruppen werden Baumarten wie Hainbuche, Winterlinde, Roterle und Vogelkirsche gepflanzt. Diese Begleitbaumarten wachsen zum Teil schneller und bieten den Eichen Wind- und Frostschutz, spenden Schatten und verhindern, dass sich Brombeeren und andere ungewünschte Sträucher zu schnell ausbreiten. Die Durchmischung trägt zudem zur biologischen Vielfalt im Stadtwald bei.

Anfang Dezember wurden die ersten 4000 Bäume geliefert. Zu Beginn des neuen Jahres erhält die Stadtförsterei eine weitere Lieferung mit circa 5000 Bäumen, die bis zum Ende der Pflanzperiode im März gepflanzt werden sollen. Weiter geht es dann im Oktober 2020. Stadtförster Sebastian Korintenberg hofft, dass spätestens im Winter 2021/2022 alle großen Lücken geschlossen werden können.

Mehr als 10.000 Bäume müssen dafür gepflanzt werden. Ein großer Teil wird über Sponsoren bezogen. „Das Engagement der Bonnerinnen und Bonner ist wirklich groß: Wir bekommen zurzeit zahlreiche Angebote für Baumspenden und Pflanzaktionen von Vereinen, Organisationen und Privatpersonen. Daran merkt man, dass die Zukunft des Waldes den Bonnern sehr am Herzen liegt“, freut sich Stadtförster Sebastian Korintenberg.

Aufforstung soll Trockenschäden ausgleichen

In den vergangenen zwei Jahren hat der Bonner Stadtwald, wie auch andere Wälder bundesweit, unter der extremen Trockenheit und den heißen Temperaturen gelitten. Durch den Wassermangel sind die Bäume anfällig für Schädlinge, insbesondere der Borkenkäfer hat seine Spuren hinterlassen. Fast der gesamte Fichtenbestand wurde befallen. Ursprünglich haben Fichten etwa fünf Prozent des Baumbestandes ausgemacht, inzwischen ist der Großteil davon abgestorben und gefällt. Auch Sturmschäden haben große Lücken im Wald hinterlassen.

Stadtförster Sebastian Korintenberg: „Diese Klimaschäden sind alarmierend, aber die entstehenden Freiflächen im Wald bieten auch die große Chance, den Wald jetzt mit klimastabilen Baumarten, wie Eichen, Hainbuchen, Winterlinden und Kirschen aufzuforsten. In den nächsten Jahren wird sich zeigen, wie sich die nachgepflanzten Bäume im Wald behaupten werden.“

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Bildnachweise

  • Foto: Michael Sondermann/Bundesstadt Bonn
  • A. Mittelstaedt
  • Carmen Neff/Bundesstadt Bonn
  • Stefan Decker
  • W. Walkowiak
  • Giacomo Zucca/Bundesstadt Bonn