Inhalt anspringen

Rußrindenkrankheit in Bonn: Befallene Bäume werden gefällt

Bei Baumkontrollen im Bonner Stadtgebiet sind jüngst an verschiedenen Stellen Erreger der Rußrindenkrankheit am Berg-Ahorn festgestellt worden. Die Pilzerkrankung schadet den Bäumen erheblich und lässt sie letztendlich absterben. Die Sporen können außerdem allergische Reaktionen bei Menschen auslösen. Die betroffenen Bäume müssen deswegen zeitnah gefällt werden.

Schwerpunkte des Befalls befinden sich im rechtsrheinischen Teil des Stadtgebietes und in der Rheinaue. „Es sind fast ausschließlich flächige Bestände an naturnahen Standorten betroffen“, erklärt Dieter Fuchs, Leiter des Amtes für Stadtgrün. „Die Anzahl der befallenen Bäume lässt sich deswegen nur schätzen. Zurzeit gehen wir von circa 400 bis 500 betroffenen Bäumen aus, mit steigender Tendenz.“ 

Infizierte Ahornbäume erkennt man im fortgeschrittenen Stadium an den Blasen in der Rinde, welche aufplatzen und den braunen Sporenstaub freilegen. Der darunter liegende Stamm wirkt rußgeschwärzt. Für den Baum endet der Krankheitsverlauf immer tödlich. In der Endstufe des Befalls besteht die Gefahr, dass Kronenteile abbrechen. Befallene Bäume müssen deswegen zeitnah gefällt werden.  

Gesundheitliche Risiken nur bei intensiver Arbeit mit befallenem Holz

Die Pilzsporen können auch allergischen Reaktionen bei Menschen auslösen. Allerdings nur, wenn intensiv mit dem Holz gearbeitet wird. Beim Spalten des Holzes können gesundheitsschädliche Sporen austreten, die normalerweise unter der Rinde gebunden sind. Daher kommt es bei unbeschädigten Bäumen durch Wind nicht zu einem gesundheitsgefährdenden Sporenflug. 

„Spaziergänger in Parks und Wäldern sind kaum gefährdet, solange sie befallene Bäume nicht intensiv berühren oder den Stamm hochklettern“, so Dr. Günther Jansen vom Gesundheitsamt. Gefährdet sind Forstarbeiter und Baumpfleger sowie Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen oder allergischen Vorbelastungen. 

Die Sporen werden über die Atemwege aufgenommen, über die Haut ist keine Ansteckung möglich. Beim Einatmen der Sporen kommt es zu einer Antikörperbildung, also einer allergischen Reaktion, die zu einer Entzündung der Lungenbläschen führen kann. Die Symptome treten in der Regel sechs bis acht Stunden später auf und ähneln einem grippalen Infekt. Es kann zu Reizhusten, Atemnot, Fieber und Schüttelfrost kommen. Die Symptome klingen in der Regel innerhalb einiger Tage, spätestens nach zwei Wochen, ohne weitere Therapie ab.

Beim Fällen und Transport des Holzes Sporenflug vermeiden

Bei den Fällarbeiten muss der gesundheitsschädliche Sporenflug so weit wie möglich vermieden werden. Vorzugweise sollten dabei Maschinen zum Einsatz kommen. Insbesondere der Transport und die Entsorgung der Bäume stellen eine Herausforderung dar, denn das infizierte Holz darf vor Ort nicht gehäckselt werden. Das Amt für Stadtgrün steht derzeit in Kontakt zu betroffenen Nachbarkommunen, dem Pflanzenschutzdienst NRW und mehreren Forstunternehmen. Ziel ist es, Unternehmen mit entsprechender Ausrüstung mit den Arbeiten zu beauftragen. 

In dieser Woche konnte bereits ein Forstunternehmen für eine betroffene Fläche an der B56 in der Nähe der Gesamtschule Beuel gewonnen werden. Sämtliche befallene Bäume wurden am Dienstag und Mittwoch, 23. und 24. April, 2019 gefällt und direkt durch die Firma entsorgt. Der betroffene Bereich wurde während der Arbeiten abgesperrt.

Klimawandel begünstigt Schädlingsbefall

Die Rußrindenkrankheit ist bislang nur an einzelnen Bäumen im Stadtgebiet aufgetreten. 2017 gab es einen bekannten Fall, 2018 wurde der Pilz an drei einzelnen Bäumen entdeckt. Dass in diesem Jahr bei Baumkontrollen nun ganze infizierte Bestände festgestellt wurden, ist vermutlich auch auf den extremen Sommer 2018 zurückzuführen: „Durch die Hitze und die Trockenheit sind die Bäume geschwächt und anfällig für Schädlinge. Ein ähnliches Phänomen beobachten wir derzeit beim Borkenkäferbefall an Fichten. Bedingt durch den Klimawandel werden wir uns in Zukunft verstärkt auf Phänomene wie diese einstellen müssen“, so Dieter Fuchs, Leiter Amt für Stadtgrün.

Merken & teilen

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • Foto: Michael Sondermann/Bundesstadt Bonn
  • www.pexels.com

Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass diese Seite Cookies verwendet. Mehr erfahren ...