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Indianischer Totempfahl kehrt in die Rheinaue zurück

BN - Der Totempfahl aus der Rheinaue ist an seinen angestammten Standort zurückgekehrt. Seit Juli vergangenen Jahres ist die meterhohe indianische Holzskulptur umfangreich restauriert worden. Am Dienstag, 23. Oktober 2018, haben Mitarbeiter des Amtes für Stadtgrün das Kunstwerk zusammen mit dem Restauratoren-Team wieder an seinem Platz zwischen Japanischem Garten und Post-Tower aufgestellt.

Mit einem Ladekran wurde der sechseinhalb Meter hohe und circa eine Tonne schwere Totempfahl behutsam auf einen Lastwagen geladen und vom Gärtnerstützpunkt in der Rheinaue zu seinem Standort zurückgebracht. Dort wurde das Kunstwerk auf den vorhandenen Sockel mit den Verankerungen gehoben. Die Ladeschlaufen entfernten die Mitarbeiter im Anschluss mit Hilfe einer Hubarbeitsbühne. Die rekonstruierten Flügel des Rabens montierten die Restauratoren zum Schluss.

„Die Restauratoren haben wunderbare Arbeit geleistet. Der Totempfahl erstrahlt nun wieder in altem Glanz und dieser markante Punkt in der Rheinaue ist wieder hergestellt. Wir sind zuversichtlich, dass der Totempfahl dank der professionellen Behandlung in den kommenden Jahren Wind und Wetter trotzen wird“, so Jan Brumhard vom Amt für Stadtgrün

Restauration dauerte sechs Monate

Im Juli vergangenen Jahres musste das Amt für Stadtgrün den Totempfahl abbauen lassen, weil er stark sanierungsbedürftig war. Nach fast 40 Jahren im Freien war das Holz durch Stauwasser stellenweise morsch, von Moos und Flechten überzogen sowie die Farben stark verblasst. Besonders der Kopf des Rabens war stark beansprucht, weil sich dort offenbar Spechte eingenistet hatten. Der Totempfahl wurde in der Fahrzeughalle des Gärtnerstützpunktes in der Rheinaue eingelagert, das Holz getrocknet und ein Restaurierungskonzept erarbeitet. Im April begannen die Restauratorin Kaska Kmiotek und Holzbildhauer Alexander Diczig mit den eigentlichen Restaurierungsmaßnahmen.

Alle stark beschädigten Holzbereiche wurden entfernt und durch entsprechend angepasste Massivholzergänzungen und Teilrekonstruktionen aus roter Zeder (Thuja plicata aus der Familie der Lebensbäume) ersetzt. Der extrem beanspruchte Kopf musste großflächig erneuert werden. Die beiden Flügel des Rabens wurden aufgrund der Schäden vollständig rekonstruiert. Die Originale werden auf dem Gelände des Amtes für Stadtgrün fachgerecht eingelagert. Das gesamte Kunstwerk wurde farblich aufgearbeitet, um ein stimmiges Gesamtbild zu erzeugen. Um für die Zukunft erhalten zu bleiben, wird der Totempfahl regelmäßig mit Leinöl bestrichen.

Die Kosten für die Restauration betrugen 38.000 Euro.

Zur Geschichte und Symbolik des Bonner Totempfahls

Der Totempfahl war ein Geschenk der kanadischen Regierung anlässlich der Bundesgartenschau 1979 in Bonn. Der kanadische Kwakiutl-Indianer Chief Tony Hunt hatte das Kunstwerk in viermonatiger Arbeit geschnitzt, und Besucher konnten ihn dabei beobachten. Der Totempfahl zeigt von unten nach oben einen Häuptling mit einer schildförmigen Kupferplatte, eine Willkommensfigur mit ausgestreckten Händen sowie eine doppelköpfige Schlange. Ganz oben thront ein Rabe, das Wappentier der Familie Hunt.

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Bildnachweise

  • Foto: Michael Sondermann/Bundesstadt Bonn
  • Foto: Michael Sondermann/Bundesstadt Bonn

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