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BERICHT AUS BONN - Wirtschaftsstandort Bonn wächst um 3700 neue Arbeitsplätze

Bonn - Der Wirtschaftsstandort Bonn wächst weiterhin dynamisch und ist wirtschaftliches Zugpferd in Nordrhein-Westfalen. Zu diesem Ergebnis kommt der Jahreswirtschaftsbericht 2018, den Oberbürgermeister Ashok Sridharan und Wirtschaftsförderin Victoria Appelbe am Donnerstag, 4. Oktober 2018, vorstellten. Mit einem Plus von knapp 3700 Beschäftigten (insgesamt 173.531), mit einem Zuwachs von 56.500 Übernachtungen (insgesamt 1.595.805) und der größten Wirtschaftsleistung je Erwerbstätigen (insgesamt

 „Der Wirtschaftsstandort wächst weiter dynamisch - und das mit hoher Qualität“, zeigte sich Oberbürgermeister Ashok Sridharan sehr zufrieden mit der aktuellen Entwicklung. "Bonn profitiert als Stadt in der boomenden Rheinschiene von der guten konjunkturellen Entwicklung und zeigt sich mit der größten Wirtschaftsstärke in Nordrhein-Westfalen als ein wirtschaftliches Zugpferd des Landes.“

Zum Ausdruck kommt diese dynamische Entwicklung nicht zuletzt durch die Vielzahl großer Immobilienprojekte. Dazu gehören etwa die gut voranschreitenden Projekte Urban Soul und das Maximiliancenter vor dem Hauptbahnhof oder mehrere Vorhaben im Bundesviertel. Der OB hob den "Neuen Kanzlerplatz" hervor: "Hier wird ein städtebauliches Highlight mit einem markanten Eingang in das Bundesviertel geschaffen. Dabei möchte ich mich auch für die Standorttreue der Postbank bedanken, die mit etwa 3500 Beschäftigten in das Objekt einziehen will."    

Weiterhin betonte Sridharan die Bedeutung des Konferenzstandortes für das Wachstum der Übernachtungszahlen und die gute Entwicklung von Bonn als Hotelstandort. Beispielhaft nannte er die gelungene Durchführung der Klimakonferenz (COP23), mit der sich Bonn hervorragend profilieren konnte. Zudem wies der Oberbürgermeister auf die Chancen hin, die sich für Bonn in ausgewählten technologischen Bereichen aufgrund seiner ausgeprägten Potenziale in Wirtschaft und Wissenschaft ergeben: "Gerade im Bereich der Cyber-Sicherheit waren wir in der letzten Zeit sehr aktiv, und es gibt viel Dynamik am Standort.“ Die Stadt ist zudem Gründungsmitglied des neuen Vereins „Cyber Security Cluster Bonn“.

Wirtschaftsförderin Victoria Appelbe erläuterte die Aktivitäten des Amtes für Wirtschaftsförderung, Liegenschaften und Tourismus: „Im Jahr 2017 waren unsere Beraterinnen und Berater wieder sehr aktiv und betreuten insgesamt 846 Anliegen und Vorhaben von und für Unternehmen.“ Beispielhaft nannte sie die von der Wirtschaftsförderung begleiteten Expansionen der Unternehmen aus dem industriellen Sektor GKN Sinter Metals und SGL Group.

Hinsichtlich weiterer Expansionsbedarfe der Wirtschaft ist die Wirtschaftsförderin zuversichtlich, dass mit dem neuen regionalen Gewerbeflächenkonzept konkrete interkommunale Gewerbeflächen für die Bonner Unternehmen geschaffen werden: „Unsere intensive regionale Kooperation der letzten Jahre trägt Früchte, und ich bin froh, dass sich gerade für das produzierende Gewerbe und das Handwerk neue Flächenperspektiven eröffnen.“ In Bezug auf die Verbesserung der städtischen Dienstleistungen für die Unternehmen wies sie zudem auf die durchgeführte umfassende Unternehmensbefragung hin: „Wir sind für die Anregungen der Bonner Unternehmen dankbar, damit wir unsere Arbeitsprozesse weiter zielgenau optimieren können“.

Bonn wächst weiter bei Arbeitsplätzen und Übernachtungen

Die Bundesagentur für Arbeit hat am 30. Juni 2017 mit 173.531 Beschäftigten einen neuen Höchststand der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung in Bonn registriert. Gegenüber Juni 2016 haben die Beschäftigtenzahlen um +2,2 Prozent oder absolut um 3691 zugenommen. Im selben Zeitraum ist im Land NRW die Beschäftigung um circa 2,3 Prozent gewachsen. Gegenüber dem Jahr des Bonn/Berlin-Umzugsbeschlusses im Jahr 1991 mit 134.199 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, hat deren Zahl um 39.332 (+29,3 Prozent) durch den langfristig positiven Wachstumstrend in Bonn stark zugenommen.

Bei den Übernachtungszahlen konnte Bonn im Jahr 2017 einen neuen Höchststand von 1.595.805 registrieren. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Wachstum von 56.438 Übernachtungen beziehungsweise um 3,7 Prozent. Die Attraktivität der Region für Touristen und Kongressbesucher ist weiterhin hoch und mit der zunehmenden Nachfrage nach dem WorldCCBonn und weiteren Kongressstätten bestehen große Chancen im Tagungs- und Kongressgeschäft. Mit einer guten Positionierung in diesem Marktsegment können positive Effekte für die gesamte Stadt erzielt werden.

Wettbewerbsfähige Unternehmensstrukturen

Die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Bonner Dienstleistungssektor hat zwischen den Jahren 2016 und 2017 mit einem Plus von 3585 Beschäftigten beziehungsweise 2,3 Prozent deutlich zugelegt. Mitte 2017 sind in Bonn 159.522 Beschäftigte im Dienstleistungssektor tätig; das entspricht einem Anteil von 91,9 Prozent an allen Beschäftigten. Im NRW-Durchschnitt waren Mitte 2017 insgesamt 72,6 Prozent aller Beschäftigten im Tertiären Sektor tätig. Der Anteil des industriellen Sektors von NRW lag bei circa 26,9 Prozent aller Beschäftigten. Der Anteil des Produzierenden Gewerbes beträgt Mitte 2017 in Bonn noch 8,0 Prozent, wobei die Beschäftigtenzahlen in der Produktion ebenfalls leicht um 0,7 Prozent (absolut +100) gewachsen sind.

Zwischen 2016 und 2017 konnte absolut die Branche der öffentlichen und privaten Dienstleister (ohne öffentliche Verwaltung) mit 1269 Beschäftigten – und hier insbesondere das Gesundheits- und Sozialwesen – deutlich wachsen. Auch die Informations- und Kommunikationsbranche legte mit 1158 Beschäftigten, was einer prozentualen Steigerung von 7,9 Prozent entspricht, deutlich zu. Weiterhin sind große absolute Beschäftigungsgewinne bei der Öffentlichen Verwaltung (+419 Beschäftigte/+2,2 Prozent) und dem Gastgewerbe (+296 Beschäftigte/+4,9 Prozent), festzustellen.

Ein weiterer wichtiger Indikator für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes ist die Qualifikation der Arbeitskräfte in Bonn. Am Arbeitsort sind im Jahr 2017 insgesamt 28,5 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Bonn als Akademiker zu bezeichnen, insgesamt sind das 49.540 Beschäftigte. Der regionale Vergleich mit den über 400 bundesdeutschen Städten und Kreisen zeigt, dass Bonn damit - wie im Vorjahr auch - auf Platz sieben liegt.

Die Bedeutung Bonns als Standort international bedeutender Unternehmen zeigt sich bei einer Analyse der Marktkapitalisierung der DAX-Unternehmen. Im August 2018 lag die Marktkapitalisierung der Bonner Konzerne Deutsche Telekom und Deutsche Post DHL Group zusammen bei etwa 103,6 Milliarden Euro. Gemessen am Börsenwert lag die Bundesstadt Bonn auf dem dritten Platz (Vorjahr Platz zwei), damit ist Bonn seit mehr als zehn Jahren stabil auf den vorderen Plätzen der „Börsenbundesliga“ zu finden.

Serviceleistungen der Wirtschaftsförderung wieder stark nachgefragt

Im Jahr 2017 wurden die Dienstleistungsangebote des Amtes für Wirtschaftsförderung, Liegenschaften und Tourismus wieder stark in Anspruch genommen. Bei den 846 begleiteten Unternehmensvorhaben handelte es sich um 218 Ansiedlungs- und Investitionsvorhaben, 352 Anliegen von Bestandsunternehmen und 276 Existenzgründungsvorhaben.

Beispiele für unterstützte Unternehmen für das Jahr 2017: Die SGL Group investiert in den nächsten vier Jahren rund 25 Millionen Euro in die Unternehmenserweiterung am Standort Bad Godesberg. Die GKN Sinter Metals wird den Standort ebenfalls deutlich erweitern und eine Neuausrichtung der Fertigungsbereiche sowie eine Umgestaltung von Gebäuden und Außenanlagen durchführen. Die Deutsche Post DHL Group plant ein weiteres Immobilienengagement für rund 2 000 Beschäftigte am Standort Bundesviertel. Das ITZ Bund hat umfangreiche neue Büroräume am Hauptsitz Bonn angemietet. Die Hirmer Unternehmensgruppe hat das erste Hotel der Marke Motel One am Standort Berliner Freiheit/Bertha-von-Suttner-Platz erfolgreich entwickelt. Das Social Impact Lab Bonn ist neu am Standort Bonn und bereichert damit das Gründungsgeschehen der Stadt mit sozial-innovativen Ansätzen. Die SCC-Industries mit Sitz im Innovations- und Gründerzentrum Bonn (IGZ) befasst sich unter anderem mit der nachhaltigen Herstellung von Energien unterschiedlicher Art. Das Unternehmen EOS zog als erster Mieter 2011 in das IGZ ein, ist mittlerweile expandiert und berät weiterhin neue Unternehmensgründer am Standort Bonn.

Darüber hinaus war das Team der Wirtschaftsförderung in zahlreichen Schwerpunktthemen aktiv, etwa im Bündnis für Fachkräfte, beim Einzelhandel, der Liegenschaftsentwicklung oder bei großen Veranstaltungen wie den Bonner Wirtschaftsgesprächen. Auch in den zentralen Clusterbereichen gab es wieder viele Initiativen. So hat die Geoinformationsinitiative 2017 wieder viele Veranstaltungsformate umgesetzt. Im Rahmen des Vorhabens „Digitales Bonn“ beteiligte sich die Wirtschaftsförderung an verschiedenen Veranstaltungen wie den „IT-Netzwerkabenden“ oder auch an der Unterstützung des Digital Hub Region Bonn.

Um weitere Verbesserungsmaßnahmen im Amt für Wirtschaftsförderung, Liegenschaften und Tourismus umsetzen zu können, hat die Stadt Bonn vom Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) die erste umfassende Unternehmensbefragung durchführen lassen. Die Ergebnisse dieser Studie wurden Ende 2017 veröffentlicht und in einer öffentlichen Veranstaltung im April 2018 diskutiert. Die komplette Studie mit allen Ergebnissen kann unter www.bonn.de heruntergeladen werden.

Der Jahreswirtschaftsbericht 2018 steht unter www.bonn.de/jahreswirtschaftsbericht zum Download bereit.

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Bildnachweise

  • Stadtwerke Bonn
  • Maridav - Fotolia
  • Foto: Marek Uliasz/Fotolia.com
  • www.pexels.com
  • Fotomontage: Bundesstadt Bonn

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