Inhalt anspringen

Bundesstadt Bonn

Auf Dienstreise in Minsk: Gabriele Klingmüller gedenkt der Völkermord-Opfer

BN - Der heute zu Bonns Partnerstadt Minsk gehörende Ort Malyj Trostenez war während des Zweiten Weltkriegs die größte NS-Vernichtungsstätte auf dem Gebiet der damaligen Sowjetunion. Bürgermeisterin Gabriele Klingmüller gedenkt der Völkermord-Opfer und nimmt von Freitag, 29. Juni 2018, bis Samstag, 30. Juni 2018, an der Konferenz "Gedenken für eine gemeinsame europäische Zukunft" anlässlich der Eröffnung des neuen Abschnitts der Gedenkstätte Trostenezca im Wald von Blagowschtschina teil.

Neben Gabriele Klingmüller sind weitere hochrangige Vertreter aus Politik und staatliche Vertreter der Republik Belarus vor Ort. Zur Eröffnung sind Unterstützerinnen und Unterstützer der Gedenkstätten-Initiative sowie Akteure der Erinnerungsarbeit aus dem Baltikum, Belarus, Deutschland, Österreich, Russland, Tschechien und der Ukraine eingeladen.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier diskutiert am Freitagnachmittag mit jungen Historikerinnen und Historikern. Am Samstag, 30. Juni 2018, tauschen sich unter anderem Vertreter des NS-Dokumentationszentrums Köln, der Minsker Staatlichen Linguistischen Universität Belarus und der Österreichischen Akademie für Wissenschaften aus.

Hintergrund ist der deutsche Überfall 1941 auf die Sowjetunion. Damals wurden in Belarus fast 2,2 Millionen Menschen getötet. Tausende von Belarussen wurden ins Deutsche Reich zur Zwangsarbeit verschleppt. So waren in Bonn 400 Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter aus Weißrussland, die ihren Familien entrissen worden waren. Darüber hinaus wurden im Juli 1942 weit über 1000 jüdische Männer, Frauen und Kinder aus Köln, Bonn und Städten des heutigen Rhein-Sieg-Kreises nach Minsk deportiert und im Wald von Blagowschtschina ermordet.

Klingmüller wird in ihrem Grußwort vor Ort die Bedeutung von Versöhnung und Erinnerungskultur in den Fokus stellen. Die besonderen Beziehungen zwischen Bonn und Minsk bieten eine gute Möglichkeit für Schulklassen und andere Gruppen aus Bonn, die Gedenkstätte als Lernort zu besuchen, um sich am historischen Ort mit den Verbrechen der Nationalsozialisten auseinanderzusetzen.

Die Projektpartnerschaft mit der Stadt Minsk in Weißrussland ist die Älteste der Bonner Projektpartnerschaften. Gemeinsam mit offiziellen Vertretern der Stadt Minsk feiert Bonn am 28. September 2018 bereits das 25-jährige Bestehen der Partnerschaft im Alten Rathaus der Stadt Bonn.

Nachdem der Rat der Stadt Bonn den im Jahr 2011 aufgrund der Menschenrechtslage in Weißrussland gefassten Beschluss - nach welchem bis auf weiteres keine offiziellen Kontakte zwischen Bonn und Minsk mehr stattfinden dürfen - im vergangenen Jahr wieder aufgehoben hat, waren bereits mehrfach offizielle Vertreter aus Minsk in Bonn, so zuletzt am Freitag, 25. Mai 2018, der stellvertretende Bürgermeister, Igor Jurkewitsch. Begleitet und betreut werden die Bonner Projektpartnerschaften vom Amt für Internationales und Globale Nachhaltigkeit der Stadt Bonn.

Merken & teilen

Erläuterungen und Hinweise

Wir verwenden auf der bonn.de ausschließlich technisch notwendige Cookies sowie zur statistischen Auswertung anonymisiert das Webanalysetool Matomo. Weitere Informationen und Hinweise zur Anpassung der Datenschutzeinstellungen finden Sie in der Datenschutzerklärung. Mehr erfahren ...